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AWO: Warum die Flüchtlingseinrichtung in den Haselwiesen schließt

Neun jugendliche Flüchtlinge leben in der Einrichtung in den Haselwiesen. Jetzt müssen sie umziehen. Erst im März 2017 waren die ersten eingezogen.
Dieses Haus in den Haselwiesen hat die Awo von der Stadt Dreieich für minderjährige Flüchtlinge angemietet. Dieses Haus in den Haselwiesen hat die Awo von der Stadt Dreieich für minderjährige Flüchtlinge angemietet.
Dreieich. 

Die Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Haselwiesen wird schließen. Die neun Jugendlichen, die derzeit dort leben, kommen in anderen Einrichtungen unter, wie der Träger – die Awo Hessen-Süd – mitteilt. Grund dafür ist die zu geringe Auslastung.

Erst vor eineinhalb Jahren hat die Wohn- und Verselbstständigungsgruppe in Offenthal – so lautet der offizielle Titel der Einrichtung der Awo Hessen-Süd – ihren Betrieb aufgenommen, nun müssen die Jugendlichen ausziehen. „Wir bekommen die Belegung nicht mehr hin“, sagt Klaus Ernst-Günzel, Leiter des Fachreferats Hilfen zur Erziehung bei der Arbeiterwohlfahrt. Seitdem deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland kämen, seien die Plätze nicht mehr ausgefüllt. Gleichzeitig seien auch in der Awo-Unterkunft in der Hainer Chaussee Plätze frei. „Wir können nicht beide Einrichtungen mit nur 80 Prozent Auslastung betreiben“, erklärt Ernst-Günzel, „deshalb müssen wir schließen.“

Von der Stadt angemietet

Im Februar 2017 hat die Awo die Immobilie von der Stadt angemietet, im März sind die ersten Jugendlichen eingezogen. Momentan leben noch neun Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren in dem Haus in den Haselwiesen – sechs in einer Wohngruppe und drei in der sogenannten Verselbstständigungsgruppe. Insgesamt gibt es dort zwölf Plätze.

Nach Angaben von Ernst-Günzel werde die Wohngruppe spätestens zum Jahresende aufgelöst. Die jungen Leute sollen in andere Einrichtungen umziehen, größtenteils in die anderen Awo-Einrichtungen in Dreieichenhain. „Wir hoffen, dass wir vielleicht schon alle bis zum Ende der Herbstferien verlegt haben“, sagt Ernst-Günzel über die Jugendlichen, die ursprünglich aus Eritrea und Afghanistan kommen.

Zur Entscheidung führte die Awo auch Gespräche mit Bürgermeister Dieter Zimmer, denn der Verband hat die Immobilie von der Stadt gemietet. Der Mietvertrag läuft über 15 Jahre, von denen dann nicht einmal die ersten beiden verstrichen sein werden. Deshalb werde mit der Stadt beraten, wie man das Haus für andere Angebote in Awo-Hand nutzen kann, erklärt Ernst-Günzel.

Aufwendig saniert

„Wir müssen besprechen, wie eine weitere Nutzung aussehen kann, optimalerweise wieder für die Jugendarbeit.“ Hier soll es weitere Gespräche zwischen Stadt, Jugendamt und dem Träger geben. Es sei denkbar, dass die Räume für andere ambulante Angebote und als Büros dienen können. Für konkrete Nutzungsabsichten ist es laut Ernst-Günzel aber noch zu früh.

Das bestätigt die Pressestelle der Stadt: „Es gibt keinen Bedarf mehr für Flüchtlinge.“ Nun müssten weitere Gespräche geführt werden, denn der Mietvertrag könne nicht einfach aufgelöst werden.

Vor der Übergabe war das Haus in den Haselwiesen erst aufwendig saniert worden: Die Arbeiten hatten auch länger als geplant gedauert – unter anderem wegen Wasser im Keller und einem Pilzbefall. Das Herzstück ist der große Wintergarten, der an die Wohnküche anschließt.

Im Vorder- und Hinterhaus sind die Jugendlichen in Doppel- und Einzelzimmern untergebracht, ihnen stehen ein Wohnzimmer und ein Garten zur Verfügung. Acht Pädagogen betreuen sie Tag und Nacht (der Betreuungsschlüssel liegt bei 1:1,8) – gleichzeitig soll die Wohngruppe ihnen ermöglichen, selbstständig zu werden. Mit dem Nachbarn habe es nie Probleme gegeben, sagt Ernst-Günzel. „Unsere Einrichtung ist gut in die Nachbarschaft integriert.“

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