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Einzelhandel: Wie die Opelstadt digital werden könnte

Der Weg aus der Einzelhandelskrise führt für viele in das Internet. Wäre das auch für die Händler in Rüsselsheim eine Idee? Darüber wird intensiv diskutiert.
Die Verkaufs-App stößt bisher auf wenig Interesse bei den Rüsselsheimer Einzelhändlern. Foto: Göckes Die Verkaufs-App stößt bisher auf wenig Interesse bei den Rüsselsheimer Einzelhändlern.
Rüsselsheim. 

Den Kunden aus dem Netz fischen – vor dieser Aufgabe steht der stationäre Einzelhandel bundesweit, aber auch in Rüsselsheim. Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Zukunft Rüsselsheims und vor allem der Innenstadt als Einzelhandelsstandort. Wie die im „digitalen Zeitalter“ gesichert werden kann, welche Strategie von Erfolg gekrönt sein wird, darüber zerbrechen sich derzeit der Rüsselsheimer Gewerbeverein, der Treffpunkt Innenstadt, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt und die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam die Köpfe.

„Heute Abend machen wir den Auftakt. Wir müssen neue Lösungen finden, einen gemeinsamen Weg für Rüsselsheim“, sagte Martin Schipper, Chef der Rüsselsheimer Wirtschaftsförderung jüngst in der Rotunde des Rathauses. Treffpunkt Innenstadt, Gewerbeverein, IHK und Wirtschaftsförderung hatten die Gewerbetreibenden aus Rüsselsheim und den „Drei Gewinnt“-Kommunen eingeladen, um sich über digitale Strategien für die Zukunft auszutauschen. Der Zuspruch war mau, lediglich etwa zehn Besucher lauschten dem Vortrag von Marina Hofmann von der IHK, die einen Leitfaden für Händler vorstellte. „Schade, dass so wenige da sind“, befand Susanne Junginger vom gleichnamigen Modegeschäft in der Frankfurter Straße. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, sagte sie und fand gleich ein weiteres Beispiel, dass zum Thema des Abends passte: Die Rüsselsheim-App der Stadt.

Neue Wege, neue Kunden

Auf der haben Händler und Gastronomen die Möglichkeit, sich und ihre Geschäfte vorzustellen, über neue Wege zu neuen Kunden zu kommen. Nur genutzt wird das Angebot von den Gewerbetreibenden kaum. Viele Einträge mussten von den Mitarbeitern der Stadt selbst erstellt werden, da von den Händlern keine Rückmeldungen kamen. Aktualisierungen, Neuigkeiten, besondere Angebote könnten theoretisch immer mal wieder von ihnen eingepflegt werden. „Aber das passiert so gut wie nie“, berichtet Alina Blum vom Stadtmarketing, die für die Betreuung der App verantwortlich ist. „Die App wird von den Menschen genutzt. Aber sie braucht mehr Input“, urteilte Susanne Junginger und erntete zustimmendes Kopfnicken.

Tatsächlich könnte die App der erste Schritt zu einer digitalen Einkaufswelt in Rüsselsheim sein. Andere Kommunen machen vor, dass durchaus erfolgreich digitale Marktplätze aufgebaut werden können. Wuppertal gilt als Pionier-Stadt in dieser Hinsicht. Ein nahe liegendes Beispiel: Wiesbaden. Dort hat sich das „Kiezkaufhaus“ etabliert. Vom Hofladen bis zum Fachgeschäft für Musikinstrumente haben sich Händler dort zusammengetan und bieten ihre Waren nicht mehr nur im Geschäft an, sondern zusätzlich auch Online. Einen Lieferservice gibt es ebenfalls. „Multi-Kanal-Händler“ nennt Marina Hofmann von der IHK solchen Geschäftsleute, die im Internet darauf hoffen, ihren angestammten Kundenkreis erweitern zu können. „Die Digitalisierung öffnet Türen“, wirbt sie dafür, dass die Händler sich dem Thema grundsätzlich annähern und den für sie richtigen Weg in die digitale Zukunft finden. Ein leichter Einstieg sei etwa für bestehende Verkaufsplattformen im Internet möglich, Homepages könnten als virtuelle Schaufenster dienen. Grundsätzlich wirbt sie dafür, den Konkurrenzgedanken beim Thema Digitalisierung erst einmal hintenan zu stellen und gemeinsam zu agieren.

Einheitlich auftreten

Das ist ganz im Sinne von Gewerbeverein und Treffpunkt Innenstadt. Und auch in dem von Wirtschaftsförderer Martin Schipper. Er sieht Potenziale. Zum Beispiel durch den Umstand, dass Rüsselsheim eine Pendlerstadt ist. Abholstationen, ein Innenstadt-Lieferdienst und die Verankerung lokaler Angebote im Intranet großer Arbeitgeber in der Stadt sind einige Ideen, die beim Auftakt in der Rotunde durch den Raum flogen. „Eine Online-Plattform muss der nächste Schritt sein. Wir müssen einheitlich auftreten“, warb Achim Weidner, der sowohl im Treffpunkt Innenstadt als auch im Gewerbeverein für gemeinsame Anstrengungen der Händler aktiv ist.

Die Ergebnisse der Auftakt-Debatte sollen konkretisiert und die weiteren Schritte bei einem zweiten Treffen besprochen werden.

(göc)
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