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Junger Schiedsrichter: Wie es ist, mit 13 ein Spiel zu pfeifen

Jeremy Smith ist der jüngste Schiedsrichter im Kreis Groß-Gerau. Mit 13 Jahren. Davor war er Torwart, aber das Pfeifen macht ihm eben mehr Spaß als die Handschuhe zu tragen. Sein Vater findet, er sei seitdem selbstbewusster geworden, nicht nur auf dem Platz. Seine Vorbilder findet Jeremy Smith in der Bundesliga.
Jeremy Smiths Vorbilder kommen aus der Bundesliga. Bilder > Foto: Marc Schüler (sportpics.de) Jeremy Smiths Vorbilder kommen aus der Bundesliga.
Mörfelden-Walldorf. 

Während die meisten Fußballer in seinem Alter Cristiano Ronaldo, Messi oder Manuel Neuer nacheifern in der Hoffnung, so gut zu werden, ist das Vorbild von Jeremy Smith ein anderes: Tobias Stieler. Ein eher unbekannter Name, sind doch die Namen der Schiedsrichter im Profifußball meist eher eine Randnotiz.

Für Jeremy Smith aber ein ganz wichtiger Name, denn der mittlerweile 13-Jährige ist der jüngste Schiedsrichter im Kreis Groß-Gerau. Mit einer Sondergenehmigung des Verbands durfte der damals noch 12-Jährige am Neulings-Lehrgang teilnehmen, seit dem 13. Mai wird er auf den Plätzen im Kreisgebiet eingesetzt. „Mein erstes Spiel war eines aus der D-Jugend Kreisklasse 3. VfR Groß-Gerau 2 gegen SV 07 Nauheim 2“, erinnert sich Jeremy gerne zurück. 18 Spiele hat er seitdem geleitet. „Ich hatte das Problem, dass ich selber noch als Torwart bei Rot-Weiss Walldorf gespielt habe und somit Samstags oft keine Zeit hatte“, erklärt er. Gerne hätte er früher seine aktive Karriere beendet, doch erinnerte ihn sein Vater Stephen an seine Verpflichtung seinen Mannschaftkollegen gegenüber, weshalb er nun zur Winterpause die Handschuhe an den Nagel hängt. „Ich denke, dass mich mein Spiel als Torwart sicher nicht so weit gebracht hätte, wie ich hoffe, als Schiedsrichter zu kommen“, ist er begeistert von dieser neuen Aufgabe und freut sich auf die kommenden Herausforderungen.

Präsenz mit breiter Brust

Die volle Unterstützung hat er dabei bei Vater Stephen, der eigentlich eher aus dem Bereich des “(American) Football“ kommt, aber seit Jahren im Bereich „Soccer“ unter anderem für den DFB im Nachwuchsbereich tätig ist. „Wir haben in den vergangenen Jahren ein Ritual gehabt. Wir haben uns die Bundesliga-Übertragungen auf Sky angesehen und er hat dabei das Spiel in seinem Schiedsrichter-Outfit geleitet. Da hatte er viel Spaß daran und hat gleich die Regeln, die Signale und die Körpersprache der Bundesliga-Schiedsrichter gelernt“, berichtet Stephen Smith stolz. Dass sein Sohn nun als Unparteiischer tätig ist, findet der bei Rot-Weiss Walldorf engagierte Stephen Smith gut. „Er ist dadurch selbstbewusster geworden und zeigt nicht nur auf dem Platz Präsenz mit breiter Brust.“

„Ich war eigentlich nie der Entscheidungsfreudigste, das war eine Schwäche von mir. Im Fernsehen habe ich immer die Schiedsrichter bewundert, wie sie mit einem Blick in Sekundenbruchteilen versuchen müssen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Im Spiel hängt viel vom Schiedsrichter ab und es ist ein ziemlicher Druck, der da auf einem lastet“, sagt der 13-Jährige, der sich bereits bei Einsätzen mit übereifrigen Eltern und Trainern auseinandersetzen musste. Wenn Jeremy Smith im Einsatz ist, dann ist meist Vater Stephen nicht weit und beobachtet seinen Sohn vom Spielfeldrand aus. Über strittige Situationen tauschen sie sich nach dem Spiel oft aus. „Da habe ich selber schon einiges gelernt, vor allem merkt man, dass die Perspektive auf dem Feld eine andere ist als von Außen“, sagt Vater Stephen dazu.

Ein Traum wäre es für den 13-Jährigen, als Schiedsrichter irgendwann einmal in der Bundesliga ein Spiel leiten zu können, er weiß aber auch, dass dies ein langer und schwerer Weg ist. „Beim Verband weiß man, wer als Schiedsrichter arbeitet, weil er das möchte und wer den Job macht, weil er es für den Verein muss. Diejenigen, die ein echtes Interesse haben, die werden gefördert, denn der Verband braucht einen engagierten Schiedsrichternachwuchs“, so Jeremy weiter.

Lehrgang als Linienrichter

Als Vorbild nennt er sofort Tobias Stieler, der aus Obertshausen stammt und seit 2012 in der Bundesliga Spiele leitet. „Er hat so eine selbstverständliche Sicherheit auf dem Platz und liegt selten falsch mit seiner Entscheidung“, erklärt er.

Aber auch Martin Petersen, seit dieser Saison Bundesliga-Schiri, nennt Smith als Vorbild. „Ihn habe ich, als Jeremy überlegt hat, Schiedsrichter zu werden, danach gefragt, als wir beide uns bei einem U19-Länderspiel getroffen haben. Er hat uns Tipps gegeben und fragt immer nach Jeremy, wenn wir uns treffen“, ergänzt Vater Stephen. Für den ambitionierten Jungschiedsrichter steht ab Januar der nächste Lehrgang auf dem Plan.

Als Linienrichter lässt er sich ausbilden, um in höheren Spielklassen Erfahrungen sammeln zu können. Immer mit der Motivation und Hoffnung, seinen Traum eines Tages zu leben und zwei Mannschaften in die Commerzbank-Arena zu führen.

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