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Tag der offenen Tür: Willkommen in der Subhan Moschee!

Seit 1997 gibt es den „Tag der offenen Moschee“. An diesem nahm auch die 2016 eröffnete Subhan Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Mörfelden-Walldorf teil.
Mubariz Ahmed führte Besucher am „Tag der offenen Moschee“ durch die Subhan Moschee. Mubariz Ahmed führte Besucher am „Tag der offenen Moschee“ durch die Subhan Moschee.
Mörfelden-Walldorf. 

Seit dem Jahr 1997 findet jährlich am Tag der Deutschen Einheit, also am 3. Oktober, bundesweit der „Tag der offenen Moschee“ statt. An diesem Tag bieten Moscheegemeinden den überwiegend nichtmuslimischen Besuchern Führungen, Ausstellungen oder Diskussionsveranstaltungen in der Moschee an.

Der 3. Oktober wurde laut dem Zentralrat der Muslime in Deutschland ganz bewusst gewählt, um auf diese Weise das Selbstverständnis zu dokumentieren, dass sich die Muslime als ein Teil der Gesellschaft des 1990 wiedervereinigten Deutschlands begreifen. Zudem soll die Verbundenheit mit allen Nichtmuslimen zum Ausdruck gebracht werden. Durch den „Tag der offenen Moschee“ sollen Nichtmuslime die muslimischen Gemeinden in ihrem Wohnort kennenlernen können.

Kennenlernen erwünscht

Auch die im Jahr 2016 eröffnete Subhan Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat im Gewerbegebiet Mörfelden-Ost nahm am Mittwoch an dem bundesweiten Tag teil. Den Besuchern wurden Führungen durch die Moschee sowie ein Dokumentarfilm und eine Ausstellung über die Religionsgemeinschaft angeboten.

„Wir sind offen für Fragen“, so Mubariz Ahmed, der am Mittwoch Besucher durch die Moschee und die Ausstellung in Mörfelden-Walldorf führte. „Wir suchen den Dialog.“ Ahmed absolviert gerade eine Ausbildung zum Imam. Muhammad Ali Shahid von der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Mörfelden-Walldorf betont, dass die Gemeinde auch unabhängig vom Tag der offenen Moschee für Interessierte gerne ihre Türen öffnet.

In Deutschland gehören etwa 35 000 Menschen der Religionsgemeinschaft an. Diese entstand am Ende des 19. Jahrhunderts in Indien. Ihre Mitglieder sind heute in vielen Ländern, zum Beispiel in Pakistan oder Saudi-Arabien, schwerer Verfolgung ausgesetzt, da ihre Lehre dort aus religiösen Gründen abgelehnt wird. Spirituelles Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat ist Mirza Masrur Ahmad, der im Jahr 2003 zum Kalifen gewählt wurde und seinen Sitz in London hat.

Politischer Kontext

Nur wenige Wochen vor der Landtagswahl am Sonntag, 28. Oktober, stand der Tag der offenen Moschee auch in einem politischen Kontext. So hatte die Kreistagsfraktion der AfD erst kürzlich eine Veranstaltung im Bürgerhaus Mörfelden mit dem hessischen AfD-Vorsitzenden Robert Lambrou durchgeführt, in welcher die Religionsgruppe kritisiert wurde.

Nasir Ahmad von der Ahmadiyya Muslim Jamaat hat Lambrou diesbezüglich einen offenen Brief geschrieben und diversen Kritikpunkten der Partei hierin entschieden widersprochen. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland stehe hinter dem Grundgesetz, sie sei für Frieden, religiöse Toleranz und für die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Ahmad verweist auch auf das gesellschaftliche Engagement der Ahmadiyya-Gemeinden. So wurde beispielsweise am Mittwoch in Groß-Gerau im Rahmen des Tags der offenen Moschee der sechste „Charity Walk & Run“ der gemeinnützigen „Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya Deutschland“, der Jugendorganisation der Religionsgemeinschaft, unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Will (SPD) veranstaltet. Die Wohltätigkeitsläufe, bei denen laut Ahmad insgesamt 9000 Euro eingesammelt wurden, kamen in diesem Jahr der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Groß-Gerau und einem Waisenheim von Humanity First Deutschland in Benin zugute.

Neben dem „Charity Walk & Run“ können weitere Beispiele für soziales Engagement aufgeführt werden. So macht die Gemeinde in Mörfelden-Walldorf – wie viele andere Ahmadiyya-Gemeinden in ihren Wohnorten – jedes Jahr einen „Neujahrsputz“ am 1. Januar. Hier sammelt sie in einem Abschnitt der Stadt, abgestimmt mit der Verwaltung, die diversen Raketen oder Knallfrösche aus der Silvesternacht ein. Auch bei der jüngsten Müllsammelaktion in Mörfelden-Walldorf am 29. September nahmen ebenfalls mehrere Gemeindemitglieder teil.

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