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Zum Gedenken an die Bücherverbrennung der Nazis

Am 24. Juni 1933 wurde auch in Neu-Isenburger auf Geheiß der Nazis „undeutsches Schriftgut“ verbrannt. Die Stadt plant zum Gedenken an die Bücherverbrennung Aktionen in vielen öffentlichen Einrichtungen, an denen sich die Bürger beteiligen sollen.
Neu-Isenburg. 

Die Barbarei der Nationalsozialisten hatte eine klare Hierarchie – zuerst die Bücher, dann die Menschen. Der Auftakt der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 in Berlin und 21 Universitätsstädten war eine brutale Abrechnung mit der Freiheit des Wortes. In mehr als 50 deutschen Städten brannten Scheiterhaufen. Nach akribisch aufgearbeiteten Listen sollten die Werke von 131 missliebige Autoren den Flammen und dem Vergessen übergeben werden, unter anderem Bücher von Heinrich Heine, Erich Kästner, Stefan Zweig, Alfred Kerr und Berthold Brecht bis hin zu Lion Feuchtwanger.

Auch in Neu-Isenburg wurde auf dem Wilhelmsplatz am 24. Juni 1933 „undeutsches Schrifttum“ verbrannt. Mehr als 71 Autoren standen auf der „Braunen Liste verbrennungswürdiger Literatur“. Um daran zu erinnern wurde dort 2015 eine Gedenktafel am Alten Feuerwehrhaus (heute Haus der Vereine) angebracht.

Kästner-Text vortragen

Anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung wird am Freitag, 24. Juni, in Neu-Isenburg die Aktion „Fünf vor Zwölf“ gehalten. Die Stadt verteilt und veröffentlicht den Text „Über das Verbrennen von Büchern“ von Erich Kästner auf ihrer Homepage. Der Text soll dann am Freitag um 11.55 Uhr an den unterschiedlichsten Orten, an Schulen, in Senioreneinrichtungen, Kindertagesstätten, Büchereien, Kirchen, Moscheen, städtischen Einrichtungen, und im Isenburg-Zentrum vorgetragen werden.

Die Abschlussveranstaltung ist um 17 Uhr auf dem Wilhelmsplatz. Dort wird der Text von Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) vorgetragen und mit Werken verfemter Musiker untermalt. Hunkel bittet alle Bürger um Mithilfe und Beteiligung beim Mahnen, Gedenken und Erinnern. Alle, die sich beteiligen, werden gebeten, per E-Mail an stadt.archiv@stadt-neu-isenburg.deein Foto der jeweiligen Lesung ins Rathaus zu senden.

Diese Fotos sollen als flankierendes Angebot auf der Homepage der Stadt und in facebook eingestellt werden. Im Anschluss ist geplant, die Bilder in einer Ausstellung zusammenzufassen und im Stadtarchiv zu präsentieren.

Die Neu-Isenburger Grünen begrüßen, dass es am Freitag in der Hugenottenstadt eine Gedenkveranstaltung zur Bücherverbrennung geben wird. Die Ökopartei hatte im Stadtparlament seinerzeit das Aufstellen einer Gedenktafel auf dem Wilhelmsplatz beantragt, was schließlich mit breiter Mehrheit angenommen wurde.

Offizielle Einweihung

Wie Hannelore Kaus-Schwoerer, ehemaliges Mitglied der Grünen-Fraktion, erklärt, habe ihr Herbert Hunkel angekündigt, dass die Gedenktafel während der Veranstaltung am Freitag offiziell eingeweiht werden soll. „Die Schüler lernen zwar im Deutschunterricht, dass es Bücherverbrennungen in Berlin, Frankfurt, München und anderen Großstädten gab. Dass sich aber in Neu-Isenburg anlässlich einer Sonnenwendfeier bis zu 8000 Menschen auf dem Platz hinter dem Feuerwehrhaus versammelt hatten, um der Zerstörung von Büchern beizuwohnen, wissen die wenigsten“, betont Kaus-Schwoerer.

(fnp)
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