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Kelsterbacher Segelflugverein: „Ikarus“ vor dem Aus?

Von Der Segelflugverein „Ikarus“ hat sein Vereinsheim bereits aufgegeben. Das letzte Fluggerät des Vereins steht auf dem Segelflugplatz in Gelnhausen.
Noch gibt es den Verein mit den drei „Schwalben“ im Wappen, dem Erkennungssymbol der Segelflieger in Kelsterbach. Foto: Klaus Braungart Noch gibt es den Verein mit den drei „Schwalben“ im Wappen, dem Erkennungssymbol der Segelflieger in Kelsterbach.
Kelsterbach. 

Das waren noch Zeiten, als vor dem Vereinsheim der „Kelsterbacher Segelflieger“, wie der Segelflugverein „Ikarus“ bei den Bürgern genannt wurde, zwei, ja oft sogar drei Segelflugzeuge standen. An dem Vereinsleben zwischen dem Autobahnzubringer und dem Industriepark Höchst hat sich in den zurückliegenden Jahren viel verändert. Das kleine Vereinsheim wirkt wie ein Zwergenhäuschen im Verhältnis zur neu errichteten EBS-Anlage (Ersatzbrennstoffanlage) und dem daneben stehendem Hochregallager des Industrieparks Höchst. Das Tor ist meist verschlossen, denn der Verein hat das Gebäude, das auf städtischem Grund stand, an die Stadt Kelsterbach zurückgegeben.

Auf Sparflamme

„Ja, wir leben noch, aber das Vereinsleben und erst recht die Segelfliegerei läuft auf Sparflamme“, beschreibt der Vorsitzende Karl-Friedrich Reuter die derzeitige Situation. Der Segelflugverein „Ikarus“ Kelsterbach zählt zwar noch rund 25 Mitglieder, aber nur noch drei Piloten fliegen aktiv, erläutert Reuter. „Das einzige in unserem Besitz befindliche Segelflugzeug steht auf dem Segelflugplatz Gelnhausen, somit entfällt der ständige Transport von Kelsterbach dorthin“, erklärt der Vorsitzende.

Er selbst hat vor drei Jahren die aktive Fliegerei aufgegeben. „Aber die Faszination ist geblieben, und es ist immer noch ein Erlebnis, als Gast mit im Cockpit zu sitzen“, beschreibt Karl-Friedrich Reuter den „Virus“ der Segelfliegerei. Wer mit der Winde oder einem Schleppflugzeug in die Höhe gezogen wird, fühlt sich hoch oben in der Luft frei wie ein Vogel, bestätigen alle Segelflieger das wunderbare Gefühl der von Reinhard Mey besungenen „grenzenlosen Freiheit über den Wolken“.

Bei den unlängst erfolgten Vorstandswahlen hat sich ein funktionierender Vorstand gefunden. Reuter ist weiterhin erster Vorsitzender, zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Gernot Christian gewählt. Schriftführer ist Michael Nicolay, über die Kasse wacht Tassilo Fischer.

Die Kasse ist es auch, die den Verein am Leben erhält. „Wir verfügen über einen beruhigenden Bestand, der es uns ermöglicht, die Segelfliegerei aufrecht zu erhalten“, bestätigt Karl-Friedrich Reuter. Gerne hätte der Verein junge Menschen an die Segelfliegerei herangeführt, doch auf etliche Angebote kam keine Resonanz. „Wir haben früher mit großer Begeisterung zuerst Modellflugzeuge gebastelt, bevor wir zum aktiven Fliegen übergegangen sind“, berichtet Reuter über alte, erfolgreichere Zeiten. Allerdings, so räumt er ein, sei mit dem Basteln von Modellen gegenwärtig kein Jugendlicher mehr hinter dem Ofen hervorzulocken. „Heute kann jeder für 100 Euro eine perfekt fliegende Drohne kaufen, da bastelt doch niemand mehr“, so Reuter. Ein Angebot an Schüler der Integrierten Ganztagsschule Kelsterbach, ihnen einen Modellbausatz zur Verfügung zu stellen und an einem Wochenende kostenlos in einem Segelflugzeug zu sitzen und mitzufliegen, sei ohne Resonanz geblieben.

Die Stadt wollte nicht

Um die Kosten im vertretbaren Rahmen zu halten, entschloss sich der Segelflugverein „Ikarus“, das Vereinsheim aufzugeben. „Wir hatten uns gewünscht, dass ein Verein unser Heim übernimmt. Der Kelsterbacher Tanzsportclub ,Flair’ hatte Interesse gezeigt, aber die Stadt wollte das nicht“, berichtet Karl-Friedrich Reuter. Er vermutet, dass aufgrund der Nähe des Industrieparks Höchst dort kein Vereinsleben gewünscht sei. Jetzt will der Segelflugverein „Ikarus“ den Flugbetrieb noch so lange aufrecht erhalten, wie dies finanziell möglich ist. Bei einer Vereinsauflösung fällt das vorhandene Guthaben gemäß der Satzung an die Stadt Kelsterbach.

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