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Gläubige gedenken Widerstand gegen Startbahn: „Protest ist nicht nur negativ“

Der Widerstand von Reformator Martin Luther und die Proteste gegen die Startbahn West standen im Fokus eines Gottesdienstes an der Hüttenkirche. Auch der heutige Kampf gegen den Flughafenausbau war Thema.
Pfarrer Thomas Stelzer von der evangelischen Gemeinde Walldorf hielt die Predigt im Gottesdienst an der Hüttenkirche. Foto: Marc Schüler (sportpics.de) Pfarrer Thomas Stelzer von der evangelischen Gemeinde Walldorf hielt die Predigt im Gottesdienst an der Hüttenkirche.
Mörfelden-Walldorf. 

Die evangelischen Kirchengemeinden Mörfelden-Walldorf und der Förderkreis Hüttenkirche hatten gestern zu einem besonderen Gottesdienst eingeladen. Unter dem Thema „Protest – Antismus“ beschäftigten sich Pfarrer Thomas Stelzer und der Soziologe Dirk Treber mit dem Widerstand anlässlich des Lutherjahres und den Protesten gegen den Bau der Startbahn West.

Einen passenderen Ort für diesen Gottesdienst hätte es wohl kaum geben können. Die Hüttenkirche stand einst am Gelände der jetzigen Startbahn West. Beim Abriss des Hüttendorfes wurde das Gebäude bewahrt und zunächst im Mörfelder Bauhof eingelagert. Später fand die Hüttenkirche schließlich an der Ecke Vitrollesring/Wageninger Straße eine neue Heimat.

Parallelen vorhanden

„Einmal im Monat feiern wir einen Gottesdienst in der Hüttenkirche, immer im Wechsel mit den Gemeinden aus Mörfelden und Walldorf. Für diesen Gottesdienst haben wir uns für dieses besondere Thema entschieden“, erklärte Wilma Frühwacht-Treber, die Vorsitzende des Förderkreises Hüttenkirche.

Nach einer musikalischen Einleitung von Posaunistin Ulrike Klein und Organist Friedrich Haller verwies Pfarrer Stelzer darauf, dass das Wort „Protest“ immer nur negativ belegt sei. „Sowohl damals zu den Zeiten Martin Luthers als auch beim Flughafenausbau sprach man bei den Protesten immer von Gegnern. Dabei vergessen die Menschen, dass die Protestanten aber auch für etwas sind, das ihnen wichtig ist oder das sie bedroht sehen“, so Stelzer.

Nach dem Startbahn-West-Protestlied „Kranker Planet“, das Siggi Liersch auf seiner Gitarre vortrug, kam Dirk Treber zu Wort. Er gehörte zu den Gründern einer Bürgerinitiative gegen den Flughafenausbau und hat somit viele Erinnerungen an die Zeit des Protests, die er mit den Anwesenden teilte. „Mein Konfirmationspfarrer Kurt Oeser fragte, ob ein paar Konfirmanden bereit seien, in Mörfelden Flugblätter zur Gründung einer Interessensgemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms zu verteilen“, erinnerte er sich an seine ersten Berührungspunkte mit diesem Thema.

Nicht vergebens

Treber setzte sich kritisch mit dem Verhalten der damaligen Kirchenvertreter auseinander, die, im Gegensatz zu den Geistlichen in den betroffenen Pfarreien, keine Stellung bezogen hätten. Er betonte, dass der Kampf damals etwas gebracht habe, auch wenn die Startbahn dennoch kam. Deshalb sei auch der heutige Kampf gegen den Flughafenausbau nicht vergebens.

Nach einem weiteren Lied von Siegfried Liersch ging es zum gemütlichen Teil über. Der Förderkreis Hüttenkirche hatte ein Picknick vorbereitet, das die Besucher dankbar annahmen.

(schü)
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