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Feldweg nach Offheim: 100 Fahrer täglich - trotz Verbot

Rein rechtlich ist der Dehrner Weg zwischen Offheim und Dehrn ein für den Durchgangsverkehr gesperrter Feldweg. Eine Tatsache, die aber kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Stattdessen sind täglich nach Schätzungen bis zu 100 Fahrzeuge auf der Straße unterwegs.
Viel los: Trotz Durchfahrtsverbot nehmen Autofahrer in Offheim oft und gerne die Abkürzung nach Dehrn oder Ahlbach über den Dehrner Weg. Foto: Johannes Koenig Viel los: Trotz Durchfahrtsverbot nehmen Autofahrer in Offheim oft und gerne die Abkürzung nach Dehrn oder Ahlbach über den Dehrner Weg.
Dehrn. 

Durchfahrt verboten: Das Verkehrsschild mir dem roten Kreis auf weißem Grund ist kaum zu übersehen. Dennoch hält sich auf dem Dehrner Weg in Offheim kaum jemand dran. „Rund 80 bis 100 Fahrzeuge nutzen täglich, trotz des Durchfahrverbots, die Straße“, schätzt der ehemalige langjährige Offheimer Ortsvorsteher, Hermann Muth.

„Ich habe mich früher als meine Kinder klein waren, mal auf die Straßenecke gestellt und von dort die durchfahrenden Autos fotografiert“, sagt eine Anwohnerin. Und zwar mit Blitz, so dass die Fahrer die Aktion auch mitbekamen. „Da war was im Dorf los“, schildert sie die Reaktionen.

Keine Beschwerden

Mittlerweile haben sich die Anwohner aber an den Verkehr gewöhnt: „Es liegen der Stadt aktuell oder auch aus der jüngeren Vergangenheit keinerlei Beschwerden vor“, erklärt der Sprecher der Stadt Limburg, Johannes Laubach. Die Überwachung des Durchfahrverbots im Dehrner Weg sei sowohl Aufgabe des Ordnungsamts als auch der Polizei. Wegen der angespannten Personalsituation habe die Überwachung für das Ordnungsamt derzeit aber keine Priorität. Sobald es Beschwerden gebe, könne das Ordnungsamt jedoch aktiv werden. „Wir fahren dort Streife, uns liegen aber auch noch keine Meldungen vor, um dort Verkehrskontrollen durchzuführen“, heißt es von der Polizei.

Über Nacht ist die aktuelle Verkehrssituation nicht entstanden. Vielmehr hat das Durchfahrtsverbot eine lange Vorgeschichte: Zu Zeiten, als die B 49 (Meil) noch zweispurig war, gab es von Offheim aus zwei Zufahrten, erzählt Hermann Muth. Die eine verlief über die Limburger Straße bei der Firma „Freizeitfahrzeuge Singhof“ und die andere über den Dehrner Weg. Dort gab es eine Kreuzung, die sehr gefährlich war: „Bei einem Verkehrsunfall kam da ein Junge aus der Nachbarschaft ums Leben“, erinnert sich der ehemalige Ortsvorsteher.

Einzige Verbindung

Die Kapellenstraße, die heute das gleichnamige Industriegebiet erschließt, war damals noch ein Feldweg. Der Weg kreuzte ebenfalls die Meil und führte auf der anderen Seite weiter nach Dietkirchen. Die Brücke über die Autobahn am „Offheimer Weg“ wurde wiederum erst 1972 gebaut. Bis dahin bildete die Meil quasi die einzige direkte Verbindung zwischen Offheim nach Limburg.

Dem vierspurigen Ausbau der B 49 fiel schließlich auch die Kreuzung zum Opfer. Um eine Verbindung nach Dehrn und den Gehöften am Schloss aufrechtzuerhalten, baute man für die B 49 eine Brücke über den Dehrner Weg. Mit ihrer Fertigstellung trat das Durchfahrtsverbot mit dem Hinweis „Anlieger frei“ in Kraft. Gleichzeitig verlor die Straße ihren Status als Kreisstraße. „Heute ist er rein rechtlich gesehen ein Feldweg“, stellt der ehemalige Ortsvorsteher klar.

Beim nun herrschenden Durchfahrverbot gab es allerdings eine große Ausnahme: Über den benachbarten Parkplatz der B 49 wurde eine Zufahrt auf den Dehrner Weg angelegt, die den Tankfahrzeugen den Abtransport des Sickerwassers von der nahegelegenen Deponie ermöglichte. Auf diese Weise mussten sie mit ihrer giftigen Fracht nicht mehr durch Offheim fahren. Mit dem Schild „Durchfahrt verboten“ wurde diese Zufahrt am Parkplatz für andere Fahrzeuge gesperrt. „Daran hielt sich aber so gut wie niemand“,sagt der Zeitzeuge. Vor einigen Jahren wurde die Zufahrt wieder zurückgebaut.

Für die Tankfahrzeuge baute man zusätzlich noch einen Feldweg aus, der vom Dehrner Weg in Richtung Hubertushof, am Marienhof, Servatiushof und Kranichsfelder Hof vorbei auf den Niederhadamarer Weg führt. Bis heute sind sie auf diesen Feldwegen unterwegs. Da aber die frühere Zufahrt über den Parkplatz nicht mehr existiert, fahren sie stattdessen über die neu gebaute Straße, die parallel zur B 49 zum Schloss führt.

„Bis zu dieser Straße gilt für den Dehrner Weg weiterhin ein Durchfahrverbot, an das sich aber jetzt ebenso wenige halten wird wie früher“, zieht Hermann Muth Bilanz. Störend ist das vor allem für Spaziergänger und Fahrradfahrer, die dort oft unterwegs sind.

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