Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Richter-Hopprich tritt an: 36-jähriger Jurist kandidiert für das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde

Von Am 7. Mai wählen die 40 000 Bürger der Verbandsgemeinde Montabaur einen neuen Bürgermeister. Der derzeitige Amtsinhaber Edmund Schaaf (CDU) tritt nicht mehr an. Um seine Nachfolge bewerben sich drei Kandidaten, die die NNP präsentieren wird. Heute stellt sich der CDU-Kandidat Ulrich Richter-Hopprich vor.
Ulrich Richter-Hopprich, 36 Jahre, Jurist, Philosoph und CDU-Kandidat fürs Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde. Ulrich Richter-Hopprich, 36 Jahre, Jurist, Philosoph und CDU-Kandidat fürs Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde.
Montabaur. 

. Eigentlich erzählt eins der zwölf kleinen Fotos in der Werbebroschüre, die Ulrich Richter-Hopprich verteilt, bereits die ganze Geschichte. Das Bild zeigt zwei ältere Herren, in deren Mitte ein junger Mann steht. Die Senioren sehen aus wie die Geschäftsführer eines Unternehmens, dessen Leitung der nächsten Generation anvertraut wird. Sie lächeln freundlich, aufmunternd und hoffnungsfroh. Der Junior strahlt. Es ist Ulrich Richter-Hopprich. Die beiden anderen sind der frühere Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Dr. Paul Possel-Dölken, und der jetzige Amtsinhaber Edmund Schaaf. Um dessen Nachfolge bewirbt sich Richter-Hopprich. Mit 36 Jahren.

Generationswechsel

Ja, die Frage nach seinem Alter wird häufig gestellt, sagt er. Nur müsse man diese Frage auch mal aus einer anderen Perspektive stellen: Welches Signal wird an die Erstwähler gesendet, wenn Lebensjahre wichtiger sind als Kompetenzen? Wenn gesagt wird, „du kannst zwar was, aber studier’ und arbeite erst noch ein paar Jahre, stell’ dich hinten an, ehe du ein Amt übernehmen kannst“. Die Wirkung wäre fatal, ist Richter-Hopprich überzeugt. Die Wahlverdrossenheit würde zunehmen – und die parteiinternen Probleme infolge der Altersstruktur ebenfalls. Der Generationenwechsel muss jetzt geschafft werden, um wieder mehr junge Menschen für Politik zu begeistern, sagt er. Dafür tritt er mit einer Mannschaft an, deren augenblickliche Mitglieder fast alle älter sind als er.

Der Schritt in die Politik war nicht langfristig geplant, erzählt der aus Wuppertal stammende Ulrich Richter-Hopprich. Auch dass er in Montabaur landen würde, war eher zufällig. Seine Frau ist Lehrerin. Als sie eine Planstelle am Mons-Tabor-Gymnasium bekam, absolvierte der angehende Jurist und Magister der Philosophie sein Referendariat und war flexibel. Dann, 2013, wurde die Stelle des Vorsitzenden des Kreisrechtsausschusses für den Westerwaldkreis ausgeschrieben, und der Verwaltungsjurist wurde angestellt. Die Eheleute ließen sich in Montabaur nieder, „weil wir schnell gemerkt haben, dass hier alles für uns passt“. Sie knüpften neue Freundschaften, fanden Anschluss in der Nachbarschaft und in Vereinen, „und dann kauft man Boden, setzt ein Haus drauf und bleibt“, sagt Richter-Hopprich. Und man beginnt, Wurzeln zu schlagen. Eine Wurzel reckte sich zur CDU. Das war am Sankt-Martinstag 2015, erinnert er sich. Peter Hülshörster, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, fragte ihn, ob er sich die Nachfolge von Edmund Schaaf vorstellen könne. Ulrich Richter-Hopprich, zu der Zeit erst seit kurzem Unions-Mitglied, um „in der zweiten Reihe Sacharbeit zu leisten“, überlegte und entschied sich für eine reifliche Prüfung dieser politischen Herausforderung. Gemeinsam mit den politischen Freunden habe er überlegt, ob er „das kann“ und wenn ja, wie vermittelt man das? Ein Mann, Mitte 30, inzwischen zweifacher Familienvater, als Verwaltungschef für die Belange von rund 40 000 Bürgern? Und noch etwas war klar: Die Zeiten, in denen schwarze oder rote Regionen für immer schwarz oder rot bleiben, sind vorbei. Die Kampagne muss gut sein, dann setzt man sich durch, sagt Richter-Hopprich.

Lebensqualität

Dabei sei er allenfalls ein Polit-Amateur. Zwar seien seine Ziele klar definiert: Die Lebensqualität in der gesamten Verbandsgemeinde müsse verbessert, die Betreuungszeiten für Kinder ausgeweitet und die Wirtschaftsförderung nachhaltig betrieben werden. Da will er als Bürgermeister Impulse setzen. Aber das allein deutlich zu machen, reiche nicht aus, formuliert er seine Erfahrung nach einigen Monaten im politischen Betrieb. Die Umstellungen für das Privatleben seien enorm, die Umgangsformen, mit denen man konfrontiert werde, nicht immer angenehm, formuliert er zurückhaltend. Menschlich gesehen sei das manchmal bitter. Politisch aber weiß er, dass seine Kandidatur richtig ist. Ulrich Richter-Hoppich ist der zielstrebige und selbstbewusste Junior, der die Seniorchefs beerben will. Er sagt: „Ich möchte nichts, was ich kann, verkommen lassen.“

Verbandsgemeinde

Verbandsgemeinden sind eine rheinland-pfälzische Besonderheit. Es sind Verwaltungseinheiten, in denen benachbarte Gemeinden des gleichen Landkreises zusammengeschlossen sind, also jeweils einen Teil des Landkreises abbilden.

clearing
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse