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Deutsches Centrum für Chormusik: Altstadthaus nicht mehr geeignet: Chor-Zentrum zieht um

Zieht das Deutsche Centrum für Chormusik von Limburg nach Marburg? Ganz ausgeschlossen ist das nicht. Mit dem beschlossenen Auszug aus dem Römer 2-4-6 bis spätestens Ende 2019 hatte die Suche nach einer neuen Heimat für die einzigartige Notensammlung begonnen.
Noch ist das Deutsche Centrum für Chormusik im Römer 2-6 untergebracht. Noch ist das Deutsche Centrum für Chormusik im Römer 2-6 untergebracht.
Limburg. 

Die Kündigung liegt bereits auf dem Tisch: Bis zum 31.12.2019 muss das Deutsche Centrum für Chormusik aus dem Römer in der Limburger Altstadt ausziehen. Eine Kündigung die der Vorsitzende und Gründer des Vereins, Manfred Bender, aber ganz gelassen sieht. „Vor 22 Jahren zog ich hier mit 165 000 Chorwerken ein, nun sind es mit 310 000 doppelt so viele und es kommen jeden Monat neue dazu“, umreißt er die Dimensionen der Notensammlung, die deutschlandweit einzigartig sei.

„Das wiegt Tonnen, das hält so ein altes Haus auf Dauer nicht aus“, erklärt der gelernte Physiker. Was aber nicht stimme, sei die immer wieder zu hörende Behauptung, das Notenpapier ziehe die Feuchtigkeit aus den Holzbalken und trockne sie so aus. „Das Papier nimmt und gibt Feuchtigkeit ab. Es ist ja nicht nass.“

Traumhaus in Marburg

Problematischer sei dagegen die Fußbodenheizung unter dem Eichenholzboden „Die Hölzer über der Heizung sind kaputt. Vor 700 Jahren hat man für solche Temperaturen noch nicht gebaut“, sagt er. Ein neues Haus mit mehr Platz für Noten und Benutzer sei daher sehr willkommen. „Ideal wäre auch eine alte Fabrikhalle mit einer Wohnung oben drüber“, sagt er.

Hat er denn schon sein Traumhaus für die Notensammlung entdeckt? „Ja, ein altes Bürogebäude in Marburg.“ Dort gebe es kurze Wege zur Uni und die Möglichkeit, Praktika für Musikstudenten einzurichten. „Allerdings liegt die Miete bei 2000 Euro. Das ist nicht zu leisten“, sagt er. Die finanzielle Schmerzgrenze liege bei 750 Euro monatlich für alle Ausgaben rund ums Haus.

Auch mit dem Limburger Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), hat Manfred Bender bereits über die Zukunft des Centrums gesprochen. „Die Stadt möchte sich nach einem geeigneten Gebäude umsehen und darüber auch mit dem Bistum sprechen.“ Vorstellbar sei auch, die Sammlung mit Hilfe von Rollregalen im alten Schloss unterzubringen. Ohne diese Regale gebe es im Schloss nicht genug Platz für die Sammlung. Die unmittelbare Nähe zur ebenfalls dort untergebrachten Dommusik sei ein weiteres Argument, das für einen Umzug ins Schloss spricht.

„Ich bin mit Limburg und der Unterstützung der Stadt sehr zufrieden“, betont der Musikexperte. Mit 68 Jahren mache er sich aber auch Gedanken, wie es mit der Sammlung weitergehe. Ein Umzug in eine andere Stadt komme daher genauso infrage wie auch eine Schenkung an eine bereits bestehende Sammlung. „Wenn eine Stadt oder ein Land sagt, wir kümmern uns um die Sammlung und sorgen dafür, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, wäre das eine Möglichkeit.“

Finanzielle Entschädigung

Eine Rolle spielt da auch die Höhe der finanziellen Entschädigung. „Zu bezahlen ist das alles sowieso nicht, aber ich habe da mein privates Vermögen in die Sammlung gesteckt“, erklärt Manfred Bender. Neben einer kleinen Rente ist es daher vor allem seine Arbeit als Chorleiter, die ihn finanziell über Wasser hält. So schwankt er momentan zwischen dem Willen, seine Notensammlung noch einige Jahre weiter zu begleiten, und der Erkenntnis, dass er sich allmählich Gedanken um seine Nachfolge machen muss.

Die Herausforderungen eines Umzugs schreckten ihn aber nicht: Er habe damals beim Einzug im Römer 60 Ikea-Regale aufgebaut und 300 Kisten von jeweils 40 Kilo bewegt. „Und falls nötig, kann man da ja immer noch Hilfe holen.“

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