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Atemberaubende Sprünge in Lohrheim

In Lohrheim hat ein spektakulärer Sport Einzug gehalten. Auf der neuen Parkour-Anlage wird die „Kunst der effizienten Fortbewegung“ praktiziert.
<span></span> Bilder > Foto: Rolf Kahl
Lohrheim. 

Ein richtiger Sport ist das Ganze (noch) nicht – ziemlich sportlich aber schon. Was die mehr als 20 Teilnehmer am vergangenen Sonntag bei der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Parkour-Außenanlage des Sportvereins Lohrheim auf dessen multifunktionalem Sportgelände oberhalb der Mehrzweckhalle den neugierigen Zuschauern vorführten, war teilweise sogar spektakulär. Sie nennen es die „Kunst der effizienten Fortbewegung“. Man könnte es auch als Bewegung an frischer Luft mit akrobatischen Einlagen bezeichnen. „Parkour ist eine französische Trendsportart, bei der die Sportler im natürlichen Raum versuchen, möglichst effektiv von einem Ort zum anderen zu kommen“, erläutern die beiden Trainer Michael Hase und Niko Markgraf die in Deutschland noch unbekannte Sportart.

Seit Beginn des Jahres treffen sich in Lohrheim bis zu 20 Jugendliche im Alter von zwölf bis 25 Jahren und junge Erwachsene und versuchen, durch Laufen, Rennen, Springen, Klettern und Balancieren Hindernisse möglichst optimal und mit minimalem Aufwand zu überwinden. Oder eben immer neue Herausforderungen zu meistern, seine Bewegung der jeweiligen Situation kreativ anzupassen und die eigenen körperlichen Grenzen zu verschieben. Eben so, wie bei einem Sprung vom hohen Treppenpodest über Kisten bis auf den Boden.

Aber Parkour ist mehr, und nach Ansicht seines Erfinders David Belle ist Parkour gar keine Sportart, sondern eher so etwas wie eine Philosophie. Bei Parkour gibt es so gut wie keine Einstiegshürden. Alles, was zunächst benötigt wird, sind ein Paar Turnschuhe, lockere Kleidung und eine gesunde Selbsteinschätzung – das sicherste Rüstzeug gegen etwaige Gefahren. „Wer nicht auf Gesellschaft verzichten möchte, der schließt sich einfach unserer Abteilung an oder besucht einen unserer Workshops“, so Niko Markgraf, der ergänzt: „Wer sich in Parkour versuchen will, der sollte schon über eine gewisse Körperbeherrschung und auch über Kraft verfügen, denn bei dieser Trendsportart kommt es nicht immer nur auf Schnelligkeit an, sondern die richtige Technik, Kraft und vor allem Ausdauer.“

Das Training auf dem neuen Außengelände erfolgt jedoch nur bei entsprechender Witterung. „Ist es zu nass, besteht die Gefahr von Verletzungen. Doch wir haben in der Halle ebenso gute Bedingungen“, berichtet Michael Hase.

Mitglieder der Lohrheimer Gruppierung erzählen unisono: „Wenn wir früher durch Lohrheim gelaufen sind und haben eine Mauer gesehen, dann ging es dort nicht weiter – war eben so. Wenn wir aber heute eine Mauer sehen, überlegen wir sofort, wie kommen wir darüber, wie kommen wir daran vorbei.“

Informationen und Kontakt: Michael Hase (parkour@sportverein-lohrheim.de) oder direkt im Training (jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr) auf dem Außengelände oder in der Mehrzweckhalle.

(rpk)
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