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Verkehr in Dietkirchen: Autofahrer gefährden Schulkinder

Durchgangsverkehr verboten: In Dietkirchen wird noch voraussichtlich bis Ende März die Limburger Straße saniert. An das geltende Durchfahrtsverbot halten sich aber offenbar viele aus Richtung Limburg oder Dehrn kommende Autofahrer nicht.
Trotz Durchfahrtverbots fahren zahlreiche Autos durch den Dietkircher Ortskern. Foto: Johannes Koenig Trotz Durchfahrtverbots fahren zahlreiche Autos durch den Dietkircher Ortskern.
Dietkirchen. 

„Das sind alles Anlieger aus Diez und Weilburg“, scherzt ein Passant über die zahlreichen vorbeifahrenden Autos. Fast im Minutentakt biegen sie vor der gesperrten Dietkircher Hauptstraße auf die Umleitung durchs Wohngebiet ab. „ Es sieht so aus, als ob der komplette bisherige Durchgangsverkehr in die Wohngebiete fährt“, klagt ein weiterer Anwohner. Und das, obwohl an den beiden Ortszufahrten Absperrwände und Durchfahrtverbotsschilder ausdrücklich auf die Sperrung hinweisen.

Demnach dürfen nur diejenigen nach Dietkirchen hineinfahren, die dort ein Anliegen haben – also Anwohner, Besucher oder Lieferverkehr. Einmal im Ortskern angekommen, hielten sich viele Fahrer außerdem nicht an die dort geltende Tempo-30-Regelung. Und auch das Prinzip rechts vor links wird oft und gerne übersehen.

Wirth: Problem ist bekannt

„Ich selbst wurde schon mehrere Male durch sehr dichtes Auffahren genötigt, wenn ich mich traute, das Tempolimit einzuhalten“, beschwert sich der Anwohner. Weil morgens gegen 7.30 Uhr die jüngeren Schulkinder auf genau diesen Strecken zur Bushaltestelle gehen, sei es seiner Meinung nach nicht nachvollziehbar, dass das Durchfahrtsverbot nicht überprüft und durchgesetzt werde. „Es muss wohl, wie immer, erst ein Kind zu Schaden kommen, bis diese Überprüfung einmal stattfindet.“

Das Problem sei bekannt und werde von allen Dietkircher Bürgern ähnlich gesehen, erklärt Ortsvorsteher Markus Wirth (CDU). „Die Aussagen des Anwohners kann ich voll unterschreiben, und die Gespräche im Dorf zeigen das gleiche Bild.“ Die geschilderten Zustände nehme er selbst fast täglich wahr. Die Regel rechts vor links sei dort offenbar außer Kraft gesetzt, und auch an Tempo 30 halte sich keiner.

Bei den wöchentlichen Baubesprechung fordere Markus Wirth, nach eigenen Angaben, Baufirma und -leitung auf, die Verbotsschilder wieder an ihren Ort zu stellen. Diese würden aber ständig, wie von Geisterhand, von der Straße gerückt. „Ich weiß nicht, ob es lukrativer ist, in der Stadt die Parksünder zu verfolgen, aber die Kontrolle des Verbotes in Dietkirchen wäre aus Sicherheitsgründen wirklich angesagt“, betont der Ortsvorsteher.

Es habe im Ort nach Einrichtung der Baustelle einige wenige stichprobenartige Kontrollen durch das Ordnungsamt gegeben, erklärt der Sprecher der Stadt Limburg, Johannes Laubach. „Dabei stand jedoch das Einhalten des Parkverbots im Mittelpunkt.“ Das Befahren der Umleitungsstrecken sei nur Anliegern erlaubt. Allerdings könne die Stadt nicht ausschließen, dass die Strecken auch von Ortskundigen benutzt werden. „Die ausgewiesene Umleitung für den Durchgangsverkehr verläuft jedenfalls über die B 49“, sagt Laubach.

Die Einhaltung von Tempo 30 habe das Ordnungsamt bisher noch gar nicht kontrolliert. Allerdings führe die innerörtliche Umleitung durch Wohnstraßen, in denen auch immer wieder geparkte Autos stehen. „Die lassen einen Begegnungsverkehr nicht zu, was gegen überhöhte Geschwindigkeiten spricht.“

Reparaturen an Gasleitung

Was aber genau geschieht eigentlich auf der benachbarten Baustelle? „In dem Bereich waren nicht vorhersehbare Reparaturarbeiten an der Ummantelung der Gasleitung notwendig“, erklärt der Stadtsprecher. Solche Schäden ließen sich erst erkennen, wenn die Leitung freiliegt. Für die Limburger Straße geht die Stadt daher nun von einer Fertigstellung bis etwa Anfang März aus. Der Zustand des Hauptrohres sei von der EVL geprüft und für gut befunden worden. Eine komplette Erneuerung sei daher auf absehbare Zeit nicht erforderlich. Laubach: „Die Reparatur bot sich an, da die Tiefbauer sonst in ein paar Jahren erneut anrücken und den frischen Asphalt wieder aufreißen müssten.“ Aufgrund der zusätzlichen Aufgrabungen sei es außerdem sinnvoll erschienen, den Kanalanschluss in die Rheinstraße und die Bürgersteige zu erneuern. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf geschätzt über 450 000 Euro.

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