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Mehr Sicherheit für Waldbesucher: Bäume am Schafsberg fallen

Von Feind Nummer eins der Bäume am Schafsberg sei aktuell nicht das Forstamt Weilmünster, sondern die Miniermotte. Deren Larven fressen mit Vorliebe die Blätter der Kastanienallee ab. Das berichtete Revierförsterin Nadine Ströbele den Mitgliedern des Limburger Magistrats bei einem Rundgang durch den Forst am Fuße des St.-Vincenz-Krankenhauses.
Nadine Ströbele (rechts) zeigte dem Magistrat beim Rundgang am Schafsberg, was die Miniermotte anrichtet. Foto: Robin Klöppel Nadine Ströbele (rechts) zeigte dem Magistrat beim Rundgang am Schafsberg, was die Miniermotte anrichtet.
Limburg. 

Für die Mitarbeiter des Forstamtes Weilmünster gibt es einfache Tätigkeitsfelder als den Limburger Schafsberg. Denn der ist, wie Forstamtsleiter Johannes Maassen und Revierförsterin Nadine Ströbele bei ihrem Rundgang mit dem Magistrat Dienstagabend verdeutlichten, kein reiner Nutzwald. Er dient stärker als andere Limburger Forstflächen auch als Naherholungsgebiet. Folglich reagierten Bürger oft, wie Ströbele erklärte, sehr sensibel, wenn Bäume gefällt werden. Ein derzeit in Vorbereitung befindliches Freiraumentwicklungskonzept soll diesen Charakter Naherholungsgebiet sogar noch stärken.

Revierförsterin Nadine Ströbele machte aber deutlich, dass das Fällen manchmal erforderlich sei. Dann müsse Platz geschaffen werden, um anderen Bäumen mehr Raum zum Wachsen zu geben. Und oft habe es Sicherheitsgründe, wie die Revierförsterin erläuterte. Nachdem bei Unwettern in Deutschland erst Menschen von Bäumen geschädigt oder gar getötet wurden, erwägt Ströbele aktuell zum Beispiel, an der Beethovenstraße ein Bäume wegnehmen zu lassen, die nach einem Starkregen im letzten Jahr nicht mehr fest stehen.

Wer soll haften?

Auch wenn der Sichtschutz Richtung St.-Vincenz-Krankenhaus bestehen bleibt, gebe das, wie sie sagt, oft mit Bürgern heftige Diskussionen. „Doch was wäre, wenn da jemand im Garten ein Grillfest hat und einer dieser losen Bäume auf die Leute fällt?“, fragte sie.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) haben die Anfeindungen gegen ihn wegen der bereits erfolgten Fällungen an der Beethovenstraße in ihrer Heftigkeit auch nachdenklich gemacht. Er nutze schließlich als Limburger auch den Schafsberg zur Erholung schon sein Leben lang und sei der Letzte, der grundlos Bäume fällen lasse, stellte er klar.

Forstamtsleiter Maassen machte auch deutlich, dass die Stadt verbindliche Vereinbarungen mit den Kindergärten brauche, die den Schafsberg regelmäßig nutzen. Der Forstamtschef meinte, es sei am sinnvollsten, einen Bereich auszuweisen, der vom Forst regelmäßig geprüft werde und in dem sich die Kinder weitestgehend gefahrlos aufhalten könnten. Die Waldpädagogen hätten Bedenken geäußert, dass sie den schwarzen Peter hätten, wenn sie ohne schriftliche Nutzungsregelung mit der Stadt mit den Kindern am Schafsberg in den Wald gingen und dann einem Kind etwas passiere. Maassen machte aber deutlich, dass das Forstamt nur für die stehenden Bäume zuständig sei. Ob am Boden Äste liegen würden, über die man stolpern könne, darauf müssten die Spaziergänger selbst achten.

Der Forstamtsleiter machte ebenfalls deutlich, dass sich die letzten Jahre die Rechtsprechung zugunsten der Forstbewirtschafter verändert habe. Das heißt, ein Spaziergänger, der durch einen Wald gehe, müsse beispielsweise damit rechnen, dass ein trockener Ast herunterfallen könne und aufmerksam sein. Zwei Mal pro Jahr den Baumbestand an den Wegen in Augenschein nehmen, reiche dem Forstamt zur Einhaltung der Sicherungspflicht. Eine höhere Sorgfaltspflicht habe der Waldbewirtschafter nur an Punkten, an denen er Bürger praktisch zum Verweilen einlade. Das könne eine Ruhebank sein oder die Station eines Waldlehrpfades mit einer Tafel. Über eine Wiedereinrichtung von letzterem am Schafsberg soll aber erst wieder gesprochen werden, wenn ansonsten das komplette neue Konzept steht. Viel am Waldbestand selbst soll laut Ströbele sowieso nicht verändert werden.

„Kurze Unordnung“

Hahn meinte: „Es geht darum, die eigentlichen Strukturen am Schafsberg wieder herauszuarbeiten“. Dafür sollen 2019 noch ein paar Bäume fallen. Das in einem Rutsch, damit einmal kurz etwas Unordnung auf der Fläche sei und nicht über Jahre, so Ströbele.

Der Forstentwicklungsplan habe die Entnahme von 150 Festmeter Holz am Schafsberg in zehn Jahren als Ziel. Die Hälfte davon sei bereits abgearbeitet. Wie es weitergehen wird in zwei Jahren, darüber soll die Öffentlichkeit vorher umfassend informiert werden, sagte die Revierförsterin.

Zumindest im Zusammenhang mit dem aktuellen Problem der Miniermotte ist nicht die Rede von Fällungen. Revierförsterin Nadine Ströbele berichtete auf Nachfrage von Gerhard Stamm (CDU), dass eine Bodenkalkung die Motte nicht stoppen könne. Auf dem Schafsberg sollten auch Insektizide gesprüht werden. Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU) erklärte, dass es wenig nutze, das Laub einzusammeln, um die Mottenplage einzudämmen. Dafür gebe es zu viel Kastanienlaub auf dem Schafsberg. Der Forst hat nun Nistkästen für Fledermäuse in der Kastanienallee aufgehängt. Denn Motten seien ja in der Regel nachts unterwegs und da würden sie die Fledermäuse hoffentlich über die kommenden Jahre in den Griff bekommen.

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