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Cineplex-Kino: Dieser Mann baut Star-Wars-Figuren als Kostüme nach

Von Um Mitternacht, genauer um 0.01 Uhr, startete in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Limburger Cineplex-Kino der achte Teil der Star-Wars-Saga. Mittendrin Dirk Pistor aus Hundsangen, der sich verkleidet als Kampfläufer AT-ST bei der Premiere neben Chewbacca und Darth Vader einreihte.
Im Limburger Cineplex wird aus Dirk Pistor der Kampfläufer AT-ST. Sohn Peter muss ihm beim Anziehen helfen. Bilder > Foto: Klaus-Dieter Häring Im Limburger Cineplex wird aus Dirk Pistor der Kampfläufer AT-ST. Sohn Peter muss ihm beim Anziehen helfen.
Hundsangen/Limburg. 

Die „Star-Wars-Fans“ sind seit dieser Woche aus dem Häuschen: Sehnsüchtig haben sie den achten Teil der Filmreihe herbeigesehnt. Seit Donnerstag laufen „Die letzten Jedi“ in den Kinos. Einer der diesen Tag, oder besser die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, herbeigesehnt hat, ist Dirk Pistor aus Hundsangen, der sich seit zwei Jahren dieser Science-Fiction-Saga verschrieben hat. Genauer seit dem Maskenball des Hundsänger Carneval Vereins (HCV) im Jahr 2016.

Beim HCV fungiert der gelernte Schreiner meist hinter der Bühne und bringt sich als Fachkraft auch beim Aufbau von Kulissen für die Gruppe der „Gipfelstürmer“ ein. Darüber hinaus baute er auch fleißig an den vielen Wagen für den alle vier Jahre in Hundsangen stattfindenden Fastnachtsumzug mit.

Anfang 2016 stand dann die Kappensitzung unter dem Motto „Halligalli“ – und damit stellte sich die Frage: „Als was gehst du?“. Diese Frage beantworte sich für Dirk Pistor, als er zum ersten Mal die Figur „BB-8“ im letzten Star-Wars-Film sah – ein kleiner Droide, also eine Art beweglicher intelligenter Roboter, der zu den Lieblingen von „Episode VII – Das Erwachen der Macht“ avancierte. Gleichzeitig weckte aber auch der Kampfläufer „AT-ST“ sein Interesse, der in „Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ zu sehen ist.

Keine Baupläne

Dirk Pistor beschloss, die beiden Figuren als Kostüme nachzubauen. Weil es dafür keine Baupläne gibt, waren Ehrgeiz und Fantasie gefragt. Für den Droiden BB-8 nahm er einen großen Hüpfball, umspannte ihn mit Betttüchern, und spachtelte darauf Zweikomponenten-Kunstharz – fertig war die Grundform.

Um BB-8 perfekt zu machen, kamen noch viele kleine Utensilien wie eine Salatschüssel als Kopf und ein Kameraobjektiv als Auge dazu, dann noch die passende Bemalung und fertig war BB-8. Dafür absolvierte Dirk Pistor extra einen Air-Brush-Kurs, um auch diese Arbeiten selber machen zu können. Weil das Kostüm am Ende acht Kilo wog, mussten im Innenbereich noch Schulterpolster und eine Lüftung eingefügt werden.

„Die Reaktion der Kinder war der Hammer“, erzählt Dirk Pistor in seinem Hobbykeller. Die Figur gelang ihm so gut, dass auf dem Maskenball ein zweiter Platz heraussprang. Damit war der Ehrgeiz des Hobbybastlers geweckt, denn die zweite Figur, der Kampfläufer AT-ST, war ja immer noch in seinem Kopf.

Um diese Figur nun so detailgetreu wie möglich bauen zu können, suchte sich Pistor im Internet Papierschablonen von Bastelbögen und übertrug die Maße auf große Pappvorlagen. Danach war viel Ideenreichtum gefragt: Aus Verpackungsmaterial, Kunststoffrohren, einem Untersetzer für Blumentöpfe und Weihnachtslichterketten für die Beleuchtung wurde das Angriffsfahrzeug, mit seinen beinartigen Stelzen.

Nach über 500 Stunden Arbeit stand am Ende AT-ST fertig im Keller – für BB-8 hatte Dirk Pistor „nur“ 250 Stunden gebraucht. Dieses Modell sollte dann aber nicht nur für die Fastnacht beim Hundsänger Karneval genutzt werden. Dirk Pistor reiste mit seinem AT-ST zur Messe „Comic Con Germany“ in Stuttgart und belegte dort in der Kategorie „Best Build“ mit seinem Werk spontan den ersten Platz. Damit war nun die Star-Wars-Szene auf den gelernten Schreiner aufmerksam geworden und er hat inzwischen viele Termine als AT-ST und BB-8 absolviert. „Ich war oft als Überraschungsgast dabei – auf Geburtstagen und auch in Speyer im Technik-Museum“, erzählt Dirk Pistor, der für die Besetzung von BB-8 inzwischen seinen Sohn Peter auserkoren hat.

Treffen mit Schauspieler

Als nächster Termin steht am 3. und 4. Februar die „Epic-Con“ im westfälischen Münster im Kalender, eine Messe unter anderem für Rollenspiele. Und im Mai 2018 ist Dirk Pistor zu Gast bei Benjamin Zipp in Weinheim, der eine Veranstaltung zugunsten der Krebshilfe organisiert. Dort wird er dann auf Schauspieler Bern Collaço treffen, der in „Die letzten Jedi“ einen Sturmtruppler spielt.

Die Mitternachtspremiere im Limburger Cineplex hat Dirk Pistor genutzt, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen, die er im Internet kennengelernt hat. Darunter Frank Tänzer aus Oberneisen, der als Figur „Chewbacca“ ins Kino kam, und Pascal Mäuer aus Mensfelden, der ein Pilotenkostüm trug. Die anderen Kino-Besucher reagierten begeistert und die drei Fans mussten für zahlreiche Selfies posieren.

Begeistert war auch Dirk Pistor am Ende des neuen Star-Wars-Films. Eine neue Idee für die nächste Figur hat er aber noch nicht. „Ich muss die alten Figuren erst für die kommenden Aufgaben aufarbeiten“, sagt er. Das bedeutet unter anderem, die Salatschüssel auf BB-8 zu entfernen und durch einen halbrunden Kopf zu ersetzen, den er noch bauen muss.

Auf jeden Fall sind wieder seine Familienmitglieder gefragt, die ihm dabei im Hobbykeller helfen. Dazu gehört auch seine Mutter, die sich als Schneiderin einbringt und ihrem Sohn Dirk bei seinem Kampf „gegen die dunkle Seite der Macht“ hilft.

Wer mehr über Dirk Pistor erfahren möchte, kann sich auf der Facebook-Seite „Pisdi productions“ informieren.

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