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Radfahrer: Durch die Fußgängerzone oder entgegen der Einbahnstraße radeln?

Von Fast jeder Radfahrer ist schon einmal mit einem unfreundlichen Blick von einem Passanten oder der Lichthupe eines Autofahrers bedacht worden. Dürfen Radfahrer durch die Fußgängerzone in Limburg fahren, und ist es für sie erlaubt, entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung durch eine Einbahnstraße zu radeln?
Radfahrer und Autofahrer in der Grabenstraße in Limburg. Wennin einer Einbahnstraße entsprechend vermerkt, dürfen Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung radeln. Foto: Dickmann Stefan Radfahrer und Autofahrer in der Grabenstraße in Limburg. Wennin einer Einbahnstraße entsprechend vermerkt, dürfen Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung radeln.

Radfahrer haben es nicht leicht – vor allem, wenn sie in der Innenstadt unterwegs sind, zum Beispiel in der Altstadt oder der Fußgängerzone. Nicht selten werden sie von Passanten böse angeschaut oder sogar „übelst beschimpft“, wie Dr. Ellen Kindschuh-van Roje als passionierte Radfahrerin schon selbst erlebt hat. „Insgesamt ist zu erkennen, dass die Rücksichtslosigkeit unter den Verkehrsteilnehmern zunimmt“, teilt auf Anfrage dieser Zeitung der Sprecher der Stadt Limburg, Johannes Laubach, mit; auch er fährt oft mit dem Fahrrad.

6 km/h sind erlaubt

Doch was dürfen Radfahrer tatsächlich und was nicht? Was den einen oder anderen Fußgänger in Limburg überraschen dürfte: „In der Altstadt und in der Fußgängerzone ist das Radfahren grundsätzlich erlaubt“, teilt der Sprecher der Stadt mit. „Wer mit dem Rad fährt, sollte Schrittgeschwindigkeit fahren.“ Eine „flotte Schrittgeschwindigkeit“, 6 km/h, sei in Fußgängerzonen erlaubt, ergänzt die Kreisvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Christine Rhodes. Aber: „Ich bin als Radfahrer nur Gast in einer Fußgängerzone“, sagt sie. „Entsprechend benehme ich mich dort.“ Sie selbst fahre langsam durch die Fußgängerzone und nehme dort auf die Passanten Rücksicht.

Grundsätzlich sei die gegenseitige Rücksichtnahme eine wichtige Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander, erklärt Stadtsprecher Laubach. „Das erfordert gegebenenfalls auch einmal ein Absteigen vom Rad oder auch, dass Personengruppen sich in den engen Gassen so verhalten, dass andere, egal ob auf dem Rad oder zu Fuß, noch passieren können.“

Die ADFC-Kreisvorsitzende Rhodes betont, auch in der Altstadt sei Radfahren erlaubt. Weil diese aber überwiegend verkehrsberuhigt sei, „sind Passanten und Radfahrer dort gleichberechtigt“. Weniger eindeutig ist die Regelung in Einbahnstraßen – und das erklärt auch den Unmut mancher Autofahrer.

„Es gibt in Limburg keine einheitliche Regelung zum Befahren der Einbahnstraßen durch Radfahrer“, teilt Laubach mit. „Es gibt Einbahnstraßen, die dürfen von Radlern entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung genutzt werden (Parkstraße, Grabenstraße Josef-Ludwig-Straße, Gartenstraße als Beispiele). Es gibt aber auch Einbahnstraßen, die sind nicht zum Befahren entgegen der Fahrtrichtung freigeben. Sind die Einbahnstraßen freigegeben, weisen Schilder darauf hin.“

Freigabe steht bevor

Bei den Einbahnstraßen zeichnet sich jedoch eine Änderung ab. Im Zusammenhang mit dem Masterplan Mobilität werde es auch den Vorschlag geben, „zu einer generellen Regelung zu kommen und die Einbahnstraßen für den Radverkehr in beide Fahrtrichtungen freizugeben“, kündigt der Sprecher der Stadt an. Der ADFC sehe damit eine langjährige Forderung berücksichtigt, sagt Kreisvorsitzende Rhodes. Allerdings könne nicht automatisch jede Einbahnstraße für den Radverkehr freigegeben werden, merkt sie an, zum Beispiel, wenn eine Einbahnstraße zu schmal sei. Dass dann nur Autofahrer Vorrang haben, dafür habe der ADFC volles Verständnis.

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