Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Ausstellung: Eine Guillotine für Limburg

Eine gewaltige Guillotine ist derzeit in der Kreissparkasse Limburg zu besichtigen. Sie ist Teil einer Ausstellung, die den Krieg zwischen Frankreich und Preußen während der Französischen Revolution thematisiert. Damals standen Truppen aus dem Nachbarland auch in Limburg.
Dr. Mark Scheibe (rechts) erklärte die Handhabung einer vier Meter hohen Guillotine. Landrat Manfred Michel und KSK-Chef Patrick Ehlen (von links) verfolgten die Erläuterungen aufmerksam. Dr. Mark Scheibe (rechts) erklärte die Handhabung einer vier Meter hohen Guillotine. Landrat Manfred Michel und KSK-Chef Patrick Ehlen (von links) verfolgten die Erläuterungen aufmerksam.
Limburg-Weilburg. 

1500 preußische Soldaten waren bei Limburg mit Wäschewaschen und Gewehrreinigen beschäftigt, als der französische Oberst Houchard, Custines Mann fürs Grobe und alle gefährlichen Einsätze, diese überraschte. Im gestreckten Galopp griffen die Franzosen die Preußen an und drängten sie binnen einer Stunde aus Limburg heraus. Das war am 9. November 1792.

„Dass die Bestrebungen der Französischen Revolution nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit danach für kurze Zeit auch im Gebiet des heutigen Landkreises Limburg-Weilburg propagiert wurden, ist selbst manchem Heimatkundler in unserer Region nicht unbedingt bekannt“, erklärte Landrat Manfred Michel (CDU). Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Limburger Kreissparkasse, Patrick Ehlen, eröffnete der Landrat die Ausstellung „Die Expedition Custine kam bis nach Limburg – Rheinland-Pfalz, Hessen und die gescheiterte Freiheit 1792/93“.

1,5 Tonnen schwer

Zahlreiche Heimatkundlerinnen und Heimatkundler sowie geschichtlich Interessierte waren gekommen, um die erstmals in der heimischen Region ausgestellten und teils einmaligen Exponate zu betrachten. Zusammengestellt hat diese vielbeachtete Präsentation Dr. Dr. Mark Scheibe, Vorsitzender der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789 bis 1815.

Die Idee, die Ausstellung nach Limburg zu holen, kam vom neu gegründeten Referat für Kunst und Kultur des Landkreises. Doch im Kreishaus gibt es nicht die geeigneten Räumlichkeiten, um eine über vier Meter hohe Guillotine und eine 1,5 Tonnen schwere Kanone zu platzieren. „Die benachbarte Kreissparkasse Limburg hat deshalb dankenswerterweise ihre Präsentationsräume zur Verfügung gestellt und auch einen Großteil der Kosten übernommen“, freute sich Landrat Michel. Sein herzlicher Dank galt deshalb Patrick Ehlen und der Firma Weil AG, die den Transport der großen und schweren Exponate übernommen hatte.

20 000 Soldaten

Zurück zur Geschichte, die Mark Scheibe in seinem Referat sehr anschaulich darstellte: Der französische General Custine, genannt „Schnauzbart“, war vor genau 225 Jahren eine gefürchtete Person im Taunus und in ganz Deutschland – „vor dem die Mauern deutscher Festungen gleichsam einfallen.“ Mit über 20 000 Soldaten im Rücken lautete seine Vorgabe: „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“, um die Menschen zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bekehren und die Fürsten brandzuschatzen. Doch sein herrisches Auftreten und die Plünderung der Gemeindekassen machten ihm keine Freunde, so dass er und seine Leute bald als „Freiheitsschwindler“ bezeichnet wurden.

Noch am 9. November konnte er ein preußisches Heer bei Limburg über die Lahn zurückdrängen, doch Anfang Dezember wurden seine Truppen aus dem Rhein-Main-Lahn-Gebiet weitgehend vertrieben und mussten sich auf die Festung Königstein und die andere Rheinseite zurückziehen. Seine Anhänger, die mit Zwangsmaßnahmen, Gewalt und Geiselnahmen die Menschen zu den Wahlen zu der „Mainzer Republik“ gedrängt hatten, wurden später mit langen Gefängnisstrafen belegt.

Patrick Ehlen überreichte einen Scheck in Höhe von 3000 Euro an den Stiftungsvorsitzenden. Er freue sich, dass diese Spende Studenten als Stipendium zugutekomme und die Kreissparkasse Limburg somit einen Beitrag zur Erforschung der Heimatgeschichte leisten könne, sagte der Vorstandschef.

Die Ausstellung der Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815 ist während der Öffnungszeiten der Kreissparkasse zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse