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In der Verbandsgemeinde Montabaur wird gewählt: Endspurt zur Bürgermeisterwahl in Montabaur

Von Endspurt für die Kandidaten von CDU, SPD und AfD: Drei Männer treten am kommenden Sonntag bei der Wahl für das Amt des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters von Montabaur an. Am Samstag gingen sie in der Kreisstadt auf Tuchfühlung.
Im Schatten des Rathauses: AfD-Kandidat Hans-Peter Schmoll (links) tritt für die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Montabaur an. Im Schatten des Rathauses: AfD-Kandidat Hans-Peter Schmoll (links) tritt für die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Montabaur an.
Montabaur. 

Die zwei jungen Frauen sind unermüdlich. Jeder, der an diesem Samstag über den Markt der Kreisstadt, geht, bekommt von ihnen ein Faltblatt und ein Lächeln. Sie seien von der Jungen Union, teilen sie mit, und sie werben für den CDU-Mann Ulrich Richter-Hopprich. Der soll, wenn es nach ihnen geht, für die nächsten acht Jahre als Bürgermeister die Geschicke des Verbandsgemeinde Montabaur leiten, weil der derzeitige Amtsinhaber Edmund Schaaf (CDU) für eine Wiederwahl aus Altersgründen nicht zur Verfügung steht.

Die letzten Tage des Wahlkampfes für den nächsten VG-Bürgermeister sind angebrochen. Und einen derart intensiven Wahlkampf habe sie hier tatsächlich noch nie erlebt, sagt Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland, die zur Unterstützung ihres Parteifreunds Richter-Hopprich ebenfalls auf den Markt, der eigentlich Konrad-Adenauer-Platz heißt, gekommen ist.

Wo ist der Kandidat?

Nur, wo ist der Kandidat? Sich in den Mittelpunkt jedes Gesprächs zu drängen, ist nicht seine Sache. Er steht ein wenig abseits und spricht lange mit einem älteren Herrn, wendet sich dann einem anderen Passanten und schließlich einer Frau zu, die ihm erklärt, dass „nachher vielleicht doch was ganz anderes rauskommt, als was vorher versprochen wurde“. Der 36-jährige Verwaltungsjurist hört zu, nickt und erklärt, worum es ihm geht. Der Wahlkampf laufe gut, sagt er. Allerdings sei es eben schon etwas Besonderes, für die eigene Person in den Wahlkampf zu ziehen, räumt er ein. Ja, er sei aufgeregt. Aber „ich freue mich.“ Die Parteikollegen in seiner Nähe sind mit der Erscheinung des jungen Kandidaten zufrieden.

Info: Zwei weitere Wahlen

Nicht nur in der Verbandsgemeinde Montabaur wird am 7. Mai der Bürgermeister gewählt. Auch im angrenzenden Verwaltungsbezirk Wallmerod sind die Bürger zur Bürgermeisterwahl aufgerufen.

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Nur wenige Meter neben dem orangefarbenen Sonnenschirm der CDU haben sich die Sozialdemokraten mit einem roten Schirm und Harald Birr platziert. Der ist zwar Sozialdemokrat und sitzt derzeit auch für die SPD im Montabaurer Stadtrat. Dennoch: Für das Amt des VG-Bürgermeisters trete er ausdrücklich als unabhängiger Kandidat an, betont er. Die Genossen unterstützen ihn. Aber er habe darüber hinaus auch bei den anderen Parteien Befürworter. Das müsse deutlich sein, formuliert Birr. Allerdings sprechen sich etwa Bündnis 90/Die Grünen „nicht explizit für einen bestimmten Kandidaten aus. Wir können uns eine Zusammenarbeit mit beiden gut vorstellen“, stellt deren Fraktionsvorsitzender Michael Musil klar.

Der 57-jährige Birr ist trotzdem guter Dinge. Rund 1000 Bürger in den 25 Gemeinden der Verbandsgemeinde habe er in den zurückliegenden Wochen besucht, sagt er. Wieviel Paar Schuhe er bei seiner Türen-Tour durch den südlichen Teil des Westerwalds durchgelaufen hat? Harald Birr lacht. An diesem Tag ist er jedenfalls in bequemen Sneakers erschienen.

Technische Panne: Wahlscheine gingen verloren

Kein Grund, die Wahl anzufechten! So bewertet ein Mitarbeiter aus dem Landeswahlleiterbüro die Folgen der technischen Panne, wegen der eine unbekannte Zahl von Wahlscheinen verloren gegangen ist.

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Am äußeren Rand des Konrad-Adenauer-Platzes erschienen ist auch Hans-Peter Schmoll, Bürgermeisterkandidat der AfD. Dass er bislang im Wahlkampf eher zurückhaltend agiert hat, liege nicht an mangelnden Themen, sagt er und sprudelt sogleich Stichworte wie Verspargelung der Landschaft, Entkernung von Dörfern oder Schuldenlast durch Flüchtlingsströme hervor. Nein, sagt er, er halte sich bedeckt, weil die Reaktion auf seine Partei leider sehr undemokratisch sei: 80 bis 90 Prozent der Wahlplakate, die die Alternative für Deutschland im Frühjahr letzten Jahres für die rheinland-pfälzische Landtagswahl aufstellten, seien beschädigt worden, berichtet der ehemalige CDU-Wähler Schmoll. Das wollen er und seine Parteifreunde nicht noch einmal erleben.

Schmuddel-Image?

Der blaue AfD-Pavillon steht ein wenig abseits der etablierten Parteien, im Schatten des Rathauses. Hat das möglicherweise doch etwas mit einem Schmuddelkinder-Image seiner Partei zu tun? Hans-Peter Schmoll, 53 Jahre, im öffentlichen Dienst tätig, verneint. Berührungsängste gebe es nicht. Übrigens auch privat nicht. Sein Nachbar beispielsweise sei zwar völlig überrascht gewesen, als er von Schmolls politischer Gesinnung erfuhr. Aber man habe „besten Kontakt zueinander“. Diese Vielfältigkeit sei doch wohl gerade das Wesen der Demokratie. Nur, junge Frauen, die für die AfD lächeln oder Faltblätter verteilen, sind an diesem Vormittag nicht zu sehen.

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