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Wanderung: Entdeckungen an der Landesgrenze

Bei winterlichen Temperaturen und teils sonnigem Wetter machte sich eine Gruppe von über 20 Wanderern auf den Weg, die Lebensräume und Landschaften entlang der rheinland-pfälzisch-hessischen Grenze zu erkunden.
Philipp Schiefenhövel (links) führte die Wanderer an der Landesgrenze von Hessen und Rheinland-Pfalz entlang. Philipp Schiefenhövel (links) führte die Wanderer an der Landesgrenze von Hessen und Rheinland-Pfalz entlang.
Molsberg/Hundsangen/Dorndorf. 

Zu einer Winterwanderung entlang der Landesgrenze hatten der NABU Hundsangen, der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frickhofen sowie die Will und Liselott Masgeik-Stiftung Molsberg eingeladen

Los ging es am Friedhof von Dorndorf, wo Wanderführer Philipp Schiefenhövel auf den ersten noch erhaltenen Grenzstein aufmerksam machte. Während die Grenzsteine heute die Landesgrenze markieren, trennten sie im Hochmittelalter die Länder Kurtrier und Nassau-Oranien, was auf der Vorder- und Rückseite der Steine durch die Buchstaben CT und NO zu erkennen ist. Die Hecken wiederum sind wichtiger Lebensraum für darin brütende Vogelarten, wie Feldsperling, Heckenbraunelle, Neuntöter, zahlreiche Insekten und schutzsuchende Säugetiere wie Igel, Mauswiesel oder Steinmarder. Außerdem bieten sie Deckung für dämmerungsaktive Tiere, wie Fuchs, Dachs, Reh und Wildschwein, was Schiefenhövel gut anhand einer im Matsch ausgeprägten Wildschweinfährte sowie an den Fußabdrücken einer Rehfährte verdeutlichen konnte.

Für die Jäger markiert

Doch nicht nur im Offenland, sondern auch im Waldgebiet zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen ist der Grenzverlauf zu erkennen. So sind im Thalheimer Wald weniger einzeln stehende Fichtengruppen und andere Nadelbäume gefällt worden, als dies im Struthwald auf rheinland-pfälzischer Seite der Fall ist. Auch für die jagdliche Nutzung spielt die Landesgrenze eine wichtige Rolle, weshalb sie an vielen Grenzabschnitten im Wald durch bunte Flatterbänder für die Jäger markiert ist. Denn ein Wild, das versehentlich über die Grenze hinaus erschossen wird, gehört laut Jagdrecht nicht dem Schützen, sondern demjenigen, auf dessen Grund es tot zu liegen kommt.

Häufig ist das Wegenetz im Bereich der Grenze schlechter ausgebaut oder unterbrochen, so dass beruhigte Flächen entstehen. Diese beruhigten Zonen sind oft Lebensraum oder Brutstätte von störungsempfindlichen Tierarten wie Wildkatze oder Schwarzstorch. Zur Hälfte der Wanderung lud der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frickhofen, vertreten durch dessen Vorsitzenden Peter Preus, die Wanderer auf eine Kaffee- und Kuchenpause ein, bevor es von Molsberg aus entlang der Waldgrenze weiter nach Hundsangen ging. Ein ornithologischer Höhepunkt der Wanderung war der Raubwürger, der sich auf einer Mittelspannungsleitung sitzend der Wandergruppe präsentierte. Aber auch Mittel-, Bunt- und Grünspecht sowie insgesamt über 30 verschiedene Vogelarten und einige Rehe beobachtete die Wandergruppe auf der knapp neun Kilometer langen Strecke.

Weiter geht es bei der Masgeik-Stiftung am Donnerstag, 22. Februar, 19 Uhr, mit „Naturschutz im Garten“. Ab 19 Uhr treffen sich die Teilnehmer an der Alten Schule in Molsberg. Bei der NABU-Ortsgruppe Hundsangen geht das Programm am Donnerstag, 25. Januar, 19 Uhr, weiter. In der Erbachhalle in Obererbach wird Leander Hoffmann zum Thema „Die Brutvogelarten des Westerwaldes – Bedrohte Vogelvielfalt eines Mittelgebirges“ referieren.

(kd)

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