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Eine dauerhafte Initiative: Geschenke für 400 arme Kinder

Am 3. Dezember 1949 rufen die Redakteure der Frankfurter Neue Presse mit dem Foto vom „Frankfurter Bunkerkind“ zum Spenden auf. Am 3. Dezember 1949 rufen die Redakteure der Frankfurter Neue Presse mit dem Foto vom „Frankfurter Bunkerkind“ zum Spenden auf.

Dezember 1949. Die Schaufenster der weihnachtlich dekorierten Geschäfte verlocken mit der glitzernden Pracht von Märklin-Eisenbahnen und Puppenstuben. Frankfurts Mütter und Väter freuen sich in diesem Winter daran. Sie sparen noch das letzte Geld zusammen, um ihren Söhnen und Töchtern nach dem Krieg endlich ein Weihnachtsfest bereiten zu können.

Aber es gibt auch Kinder, die haben weder Eltern noch ein Zuhause. Noch nicht einmal auf warme Kleidung, geschweige denn auf ein Päckchen mit einem kleinen Spielzeug können sie hoffen.

Die Lokalredaktion der Frankfurter Neuen Presse berichtet darüber. Berichten allein ist aber den Redakteuren zu wenig. Sie wollen helfen: Am 3. Dezember 1949 rufen sie mit dem Foto vom „Frankfurter Bunkerkind“ zum Spenden auf. Die Reporter ahnen nicht, was für eine Lawine sie damit auslösen werden.

Fortan treffen täglich Bücher und Kaufläden, Blechautos und Puppenstuben, Holzpferdchen und Süßigkeiten, Kinderstrümpfe und Puppenmützchen in den Räumen der Redaktion ein. Manche Leute haben so viel hergerichtet, dass sie gar nicht wissen, wie sie die Sachen zum Verlag bringen sollen. Sie rufen bei der Zeitung an und bitten, die Geschenke doch bitte abzuholen. Der Verlag gleicht zunehmend einem Versandhaus, und jede verfügbare Hand muss Tag und Nacht Päckchen packen.

So kommt es, dass das „FNP-Christkind“ am 22. Dezember 1949 für fast 400 arme Kinder eine große Bescherung abhält. Angesichts der blassen Kinderschar ist die Müdigkeit vom nächtelangen Päckchenpacken sofort verflogen. Denn die Freude, die in den großen Augen leuchtet, ist nicht in Worte zu fassen. Diese Freude, die eine schlichte „gute Tat“ auslöst, ist eines der Dinge, die sich nie ändern werden. Sie ist auch heute noch der einzige Lohn für alle Mühen, die mit der „Wohltätigkeit“ verbunden sind.

Den Journalisten der Frankfurter Neuen Presse war klar, dass sie mit ihrer Arbeit am meisten dort bewegen konnten, wo sie ihre Leser kannten: direkt am Ort. Damit fiel auch die Entscheidung, keinen Verwaltungsaufwand zu betreiben, etwa für den Versand von Hilfsgütern in ferne Länder. Das soll nicht heißen, dass dort keine Hilfe gebraucht wird. Aber Leberecht hat sich für die Unterstützung derjenigen entschieden, die in seiner Nachbarschaft leben.

Jeder, der für die Leberecht-Stiftung arbeitet, tut dies ehrenamtlich und unentgeltlich. Das Mitgefühl wird immer die treibende Kraft für den unermüdlichen Einsatz der vielen bleiben, die Leberecht zu dem gemacht haben, was es heute ist: eine überkonfessionelle und überparteiliche Aktion der Nächstenliebe, ohne die man sich das Leben vieler behinderter Kinder in Frankfurt und Umgebung nicht mehr vorstellen kann.

(red)
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