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Sensenaktion lockte zahlreiche Interessenten: Hier wird gemäht und gedengelt

Von Im Zeitalter von Motorsensen war für die Freunde der Nabu Hundsangen und der Freunde alter Technik die Überraschung groß, als ihre Veranstaltung „Locker mit Schwung – mit der Sense richtig mähen“ auf eine große Resonanz stieß.
Der Umgang mit einem Schlagdengler wurde gezeigt, einsetzbar für die Sicheln und die Sensen. Bilder > Foto: Klaus-Dieter Häring Der Umgang mit einem Schlagdengler wurde gezeigt, einsetzbar für die Sicheln und die Sensen.
Hundsangen. 

Erstaunte Gesichter bei den Mitgliedern des Ortsvereins des Naturschutzbundes (Nabu) und der Freunde alter Technik (FaT), die zu einem gemeinsamen Termin „Locker mit Schwung – Mit der Sense richtig mähen“ eingeladen hatten. Über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich am Schuppen der Freunde alter Technik in der Wambachstraße von Hundsangen ein. Sie alle wollten den Umgang mit dem alten Landwirtschaftswerkzeug entweder von Grund auf erlernen oder aber ihr bestehendes Wissen verfeinern. Und die meisten hatten ihre Werkzeuge, anno dazumal zur Alltagsarbeit verwendet wurden, dabei. Dies ging von alten und verrosteten Sensen bis hin zur modernen Sense, an der noch das Preisschild klebte und die mit einer Sicherheitsschiene gesichert wurde.

Darunter aber auch die verschiedensten Grundarten der Sensen, die von der Sense für den frischen Klee ging bis hin zur rustikalen Ausführung für den gröberen Schnitt wie eine Schlag- oder Gestrüppsense. Alle haben aber eines gemeinsam. „Sie sind alle gefährlich“, wusste Heinz Mallm eindringlich weiter zu erzählen. Nicht umsonst wird die Sense mit dem Sensemann, dem Tod in Verbindung gebracht. So krass wollte es Heinz Mallm aber nicht weitergeben. Trotzdem wusste er von Unfällen zu erzählen, bei denen Landwirte früher die Sense auf dem Fahrrad transportierten und im Dorf eine Frau verletzt wurde.

Und auch bei der Arbeit mit der Sense ist Vorsicht geboten. Die Sense sollte immer dann, wenn sie nicht genutzt wird, sicher abgelegt werden. Und wenn es sein muss, sollte die Spitze sogar ins Erdreich gesteckt werden. Der Informationsfluss von Heinz Mallm war an diesem frühen Morgen nicht zu stoppen, der aus seiner Kindheit erzählte, in der er den Umgang mit der Sense erlernt hatte. Da galt es, morgens um 3 Uhr aufzustehen und gemeinsam mit dem Vater in die Wiese zu gehen. Die Frauen haben dann das Mähgut später gewendet. Wenn es zwischenzeitlich regnete, „fing die Arbeit von vorne an“.

Die Arbeit mit einer Sense wurde beim Mähen in Hundsangen nur dann unterbrochen, wenn diese nicht scharf war. Dann musste sie geschärft werden. Um über ein scharfes Handwerkszeug zu verfügen, wurde die Verwendung eines Schleifsteins, des Wetzsteins, gezeigt.

Dengeln am Amboss

Nachdem der Schleifstein oder Wetzstein wieder eingepackt war, kam der Amboss in Aktion. Es wurde gedengelt, was so viel bedeutet, dass die Sense mit einem Hammer geschärft wird. Dadurch wird diese zu einer dünnen, scharfen Schneide durch Hämmern ausgetrieben. Dafür wird ein spezieller, 400 Gramm schwerer Hammer benötigt. Auch diese Arbeit kann jeder Besitzer einer Sense selber durchführen. Wenn kein Amboss vorhanden ist, kann ein Schlagdengler für 30 Euro gekauft werden. „Die Hauptsache ist, das Hämmerchen muss laufen“, so Heinz Mallm. Auch diese Arbeit wurde von Heinz Mallm mit viel Witz und Fachwissen erklärt und gezeigt. Nachdem dann spezielle Themen wie die Beachtung der Windrichtung oder die Lage des Mähgutes behandelt wurde, ging es an die Praxis.

Hier wurde ein Kleefeld am Ortsrand von Hundsangen ausgesucht. Jeder der Teilnehmer hatte die Gelegenheit, sich in Aktion zu zeigen. So wie Martina Jansen aus Norken, die sich die Arbeit mit der Sense aneignen muss. An einem Gelände ihrer Eltern in Lüneburg darf kein Motor beim Mähen genutzt werden, da die Wiese an einem Bachlauf liegt. Susanne Blank aus Höhr-Grenzhausen verfügt schon über Erfahrungen mit der Sense. „Das Sensen und das Schleifen hab ich von meinem Opa gelernt“, erzählt Susanne Blank.

In Hundsangen war sie, um auch noch das Dengeln zu lernen. Dies alles half ihr, um im Kleefeld schnell im Verband ein paar Meter zurückzulegen.

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