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Ehrenamt: Hobby-Regisseur in der evangelischen Kirche

Von der ersten Rolle als Engelchen am Rande über die dreimal hintereinander gespielte Hauptrolle des Josef bis hin zum erfolgreichen Autor und Regisseur des Krippenspiels hat sich Lukas Armborst (16) in den vergangenen zehn Jahren entwickelt. Dabei bewies er eine ordentliche Portion Mut zur Veränderung.
Seit drei Jahren schreibt Lukas Armborst (16) das Krippenspiel für die evangelische Gemeinde Staffel und studiert es mit den Kindern ein. Foto: Kerstin Kaminsky Seit drei Jahren schreibt Lukas Armborst (16) das Krippenspiel für die evangelische Gemeinde Staffel und studiert es mit den Kindern ein.
Limburg-Staffel. 

„Mit sechs Jahren durfte ich zum ersten Mal beim Krippenspiel der evangelischen Gemeinde in Staffel mitwirken und das habe er auch immer wieder mit großer Freude gemacht. Doch irgendwann wurde mir bewusst, dass wir immer wieder exakt das Gleiche machen und bekam Lust auf frischen Wind im Krippenspiel“, erzählt Lukas Armborst. Nach seiner Konfirmation – einem Stichtag, der für die meisten anderen Jugendlichen das Ende ihres Engagements für die weihnachtliche Aufführung bedeutet – schnappte er sich seine Bibel und las nach, was denn da als Weihnachtsgeschichte überhaupt alles erzählt wird. „Erstmals wurde mir klar, dass es ja nicht nur die eine Weihnachtsgeschichte gibt“, erinnert sich der Tilemannschüler. „Und ich entdeckte Spielräume für die weihnachtliche Aufführung.“ Also begann er mit einem neuen Textbuch für das kommende Krippenspiel.

Anders als in der über Jahre hinweg traditionellen Aufführung verzichtete Lukas auf die Reimform und schrieb stattdessen lebendige Dialoge für die kindlichen Schauspieler. Dabei hatte er natürlich das Potenzial seiner Akteure im Blick und passte die Rollen an das jeweilige Können der Kinder an. „Wir haben tatsächlich ein paar echt gute Darsteller im Team“, betont der Autor und er wisse genau, was er jedem Einzelnen zutrauen könne.

Entgegen der althergebrachten und häufig wiederholten Spielweise, bei der für die Darsteller lediglich zwei Standmikrofone im Altarraum aufgestellt waren, konnten die Akteure sich unter der Regie von Lukas frei bewegen. „Ich war in der komfortablen Situation, dass die Kirche unabhängig vom Krippenspiel zuvor zwei Hand- und einige Ansteckmikrofone gekauft hatte. So war es mir möglich, mich von dem festen Ablauf zu lösen und auch den Gang und die Empore in das Geschehen einzubeziehen“, erklärt der Hobbyregisseur.

Bei seinem ersten Textentwurf für die Darstellung der Weihnachtsgeschichte war Lukas Armborst noch zurückhaltend mit Neuerungen, doch von Mal zu Mal wurde er mutiger. „2017 spielten wir bereits meine dritte Version, da habe ich zum Beispiel einen Müller und ein paar Soldaten eingefügt, die es zuvor noch nie gegeben hatte“. Um allen 25 Mitwirkenden eine Rolle zukommen zu lassen, nehme er sich durchaus auch die Freiheit, Personen außerhalb der biblischen Vorlagen zu erfinden. Zur Auflockerung des Spiels, versucht Lukas auch ein paar amüsante Elemente einfließen zu lassen: Da flüchteten beispielsweise die heiligen drei Könige ins Publikum, um sich vor Steuereintreibern des Kaisers, die ihnen die für den Messias gedachten Gaben abnehmen wollen, zu verbergen.

Könige im Publikum

Für das Skript nimmt sich Lukas Armborst in den Sommerferien Zeit. Anschließend überlegt er gemeinsam mit dem Team vom Kindergottesdienst, wer sich für welche Rolle am besten eignet und das Stück bekommt seinen letzten Schliff. „Die richtige Arbeit beginnt nach den Herbstferien. Konsequent jeden Sonntag stehen dann eineinhalb Stunden Probe auf dem Programm“, berichtet der Nachwuchsregisseur.

Sowohl von seinen Darstellern wie auch von der Gemeinde hat der engagierte Ehrenamtler bislang nur positives Feedback für seine Arbeit bekommen. „Auch wenn das Krippenspiel durch mich aufgefrischt wurde, so bleibt es doch im Großen und Ganzen der Tradition treu“, schränkt Lukas Armborst ein. So würden zum Beispiel nach wie vor die bekannten Lieder gesungen und auch die Kostüme bleiben unverändert.

Ob es beim Krippenspiel in diesem Jahr wohl wieder Überraschungen geben wird? Bis Weihnachten ist es noch lange hin. „Im Moment scheint es mir, als ob ich mit Buch und Regie ein Niveau erreicht habe, das schwer noch zu toppen ist“, findet der 16-jährige Tilemannschüler. Er lässt sich alle Optionen offen. Man wird sehen…

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