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Landarzt: Johannes Löw bildet seine Frau zur Allgemeinmedizinerin aus

Dr. Johannes Löw ist gerne Landarzt. Und er hat nun auch seine Frau Melanie überzeugt: Die ist eigentlich Neurologin, doch seit vergangenen August bildet Löw sie zur Allgemeinmedizinerin weiter. Ihr Gehalt bekommt er erstattet, 2019 kann sie einen freien Sitz übernehmen. Eine Win-Win-Situation für alle – von der laut Löw die wenigsten Ärzte wissen.
Der Arzt Johannes Löw  in seiner Praxis in Dehrn. Der Arzt Johannes Löw in seiner Praxis in Dehrn.
Dehrn. 

In Johannes Löws Sprechzimmer sitzt ein Murmeltier. „Habe ich selber geschossen, ich bin auch Jäger“, sagt der 37-Jährige. Er ist in Runkel aufgewachsen und war schon als Jugendlicher mit seinem Vater jagen. „Man muss das als Arzt mögen, dass einen die Leute auf der Straße ansprechen, weil sie einen kennen“, erklärt er. Er mag es.

Info: Quereinstieg

Seit 1. August 2016 lehnt sich die Vergütung für Quereinsteiger-Allgemeinärzte in der Weiterbildung an den Krankenhaustarif an. Vollzeit liegt sie bei 4800 Euro, die zur Hälfte von der

clearing

Dass er später einmal eine Praxis in seinem Heimatdorf übernehmen würde, sei dennoch reiner Zufall gewesen. Sogar dass er Allgemeinmediziner werden würde, habe sich erst spät gezeigt (siehe Kasten). Denn welche Fachrichtung einem am meisten Spaß mache, erkenne man in der Regel erst lange nach dem Studium.

Frühere Abhilfe

Die Idee, Medizinstudenten mit Stipendien als Allgemeinmediziner aufs Land zu locken, wie sie zuletzt die Kreis-CDU geäußert hatte, hält der 37-Jährige deshalb für wenig zielführend. „In diesem Alter kann und will man sich meist noch nicht festlegen“, meint Löw. Zumal die Ausbildung zum Allgemeinarzt nach dem Studium mehrere Jahre dauere – und die Ärzte jetzt schon fehlten.

Johannes Löw hat deswegen einen Weg eingeschlagen, der deutlich früher Abhilfe schafft: Seit August vergangenen Jahres bildet er seine Frau Melanie Löw zur Allgemeinmedizinerin weiter. Eineinhalb Jahre wird das noch dauern, das halbe Jahr wird nur angehängt, weil sie weiterhin einen Tag pro Woche bei der Stiftung Scheuern in Nassau arbeitet. Denn eigentlich ist Melanie Löw Neurologin mit einem Schwerpunkt auf Psychosomatik.

Praxis vergrößert

„Das ist manchmal ganz geschickt. Wenn ich merke, dass es um eine solche Problematik geht, tauschen wir einfach die Patienten.“ Im sonstigen Praxis-Alltag hilft er im Gegenzug ihr. Weil die beiden nicht nur Kollegen, sondern auch verheiratet sind, gebe es nur wenig Streit, sagt Löw.

Das Gehalt für seine Frau bezahlen jeweils zur Hälfte die Kassenärztliche Vereinigung und der GKV-Spitzenverband, die Praxis muss nur für die Sozialabgaben aufkommen. „Das macht es für uns beide interessant“, sagt Löw.

Schon bald, nachdem die beiden begonnen hatten, zusammen zu arbeiten, stellten sie fest: Die Praxis in der Steingasse, die Löw im Jahr 2013 übernommen hat, ist einfach zu klein. Zwar erhöht sich die Zahl der Patienten, welche die Löws behandeln dürfen, nicht, solange Melanie Löw noch in der Weiterbildung ist.

Doch im Jahr 2019 will Melanie Löw einen eigenen kassenärztlichen Sitz übernehmen. Spätestens dann hätte sich sowieso etwas in der Praxis ändern müssen. Schon jetzt standen sich die beiden in der alten Praxis mit ihren drei Behandlungsräumen aber manchmal auf den Füßen. Also beschlossen sie, in größere Räume umzuziehen. Die befinden sich nur ein paar Häuser weiter – sind aber deutlich größer und auch schöner. Außerdem gibt es mehr Parkplätze für die Patienten. „Mir macht meine Arbeit viel Spaß“, sagt Johannes Löw. „Und ich hoffe, den Patienten gefällt es hier auch.“

 

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