Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Neu-Isenburg 12°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Gespräch mit Jungbauer: Landwirt ist ein Beruf mit Zukunft

Ist Landwirt ein Beruf mit Zukunft? Jungbauer Nico Vobl ist davon überzeugt. Über die Perspektiven und Herausforderungen seines Berufs sprach der 27-Jährige mit der NNP.
Die Ferkelzucht inspirierte Nico Vobl, auf Bio-Landwirtschaft umzustellen. Foto: Vobl Die Ferkelzucht inspirierte Nico Vobl, auf Bio-Landwirtschaft umzustellen.
Limburg. 

Niedrige Milchpreise, Massentierhaltung, Höfesterben und immer mehr Vorschriften – ist Landwirtschaft überhaupt noch ein Beruf mit Zukunft, der auch für junge Leute attraktiv ist? Wenn es nach Nico Vobl (27) aus Merenberg geht: „Auf jeden Fall!“ Der gelernte Agrarbetriebswirt arbeitet auf dem Gladbacher Hof, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Uni Gießen in Aumenau. Außerdem hat er inzwischen den elterlichen Hof auf Biolandwirtschaft umgestellt.

„Die Zeiten der ’dummen Bauern’ sind längst vorbei. Fachwissen, ständige Weiterbildung sowie gutes Management sind absolut notwendig“, betonte Nico Vobl am Rande der Jahreshauptversammlung des „Vereins Landwirtschaftlicher Fachabsolventen im Nassauer Land“. Just an diesem Abend stimmten die Mitglieder der Namensänderung zu, die sie jetzt zum „Verein für Landwirtschaftliche Fortbildung“ macht. Damit unterstrichen die Mitglieder noch einmal die besondere Rolle, die das lebenslange Lernen inzwischen auch für Landwirte spielt. „Wir müssen uns weiter für alle Interessierten öffnen, die sich engagieren wollen – unabhängig davon, ob sie nun Fachabsolventen sind“, begründet Geschäftsführer Jürgen Dexheimer den einstimmig beschlossenen Schritt.

Respekt füreinander

Warum aber hat sich Nico Vobl für den Beruf entschieden? „Landwirtschaft macht Spaß. Für mich wäre das nichts, den ganzen Tag im Büro oder in einer Industriehalle zu arbeiten“, schildert er seine Beweggründe. Eine wichtige Rolle für seine spätere berufliche Orientierung als Bio-Landwirt spielten auch die auf dem elterlichen Hof gesammelten Erfahrungen – besonders ein Erlebnis blieb dabei in Erinnerung: „Meine Eltern erlaubten mir damals, als Hobby Schweine zu züchten. Als ich dann sah, wie viel glücklicher die Tiere waren, wenn sie sich draußen suhlen konnten, anstatt im Stall zu stehen, stand mein Entschluss fest.“

Gibt es denn Vorbehalte gegenüber konventionellen Landwirten oder umgekehrt? „Viele meiner Freunde und Bekannten arbeiten in konventionellen Betrieben. Wir alle erzeugen Lebensmittel und sollten uns daher nicht gegenseitig schlecht machen“, ist die Antwort.

Und welche Voraussetzungen müssen Interessierte für den Beruf mitbringen? „Ganz viel Herzblut gehört schon dazu und viel Flexibilität. Das Wetter kann zum Beispiel noch so schön sein, die Ernte muss trotzdem eingebracht werden. Dann sitzt man halt auf dem Traktor, während die anderen im Freibad sind.“

Die duale Berufsausbildung dauert je nachdem ob man mittlere Reife oder Abitur hat, zwei bis drei Jahre. Unterrichtet werden unter anderem Tier- und Pflanzenkunde, BWL aber auch „normale“ Schulfächer, wie Mathe und Deutsch.

Was die Zukunftsaussichten der Landwirtschaft angeht, ist Nico Vobl im Großen und Ganzen optimistisch: Nahrungsmittel werden immer gebraucht und auch die Nachfrage nach höherwertigen Rohstoffen und Produkten ist vorhanden: „Für Biobauern sind die Preise ganz gut. Außerdem gibt es immer wieder neue Trends: Momentan ist zum Beispiel Dinkel für Brot oder auch Müsli sehr gefragt.“

Gegen Gentechnik

Spürbar ist auch, dass die überwiegende Masse der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnt. „Bei Milch ist es ganz eindeutig, aber auch bei Schweinefleisch. Da geht es um das gentechnisch veränderte Soja, das bei der Fütterung zum Einsatz kommt, um den hohen Eiweißbedarf abzudecken. Es ist absehbar, dass das importierte gentechnisch veränderte Soja durch hier angebaute Sorten ersetzt werden kann.“

Was bringt die Zukunft noch? „Die Bedeutung betriebswirtschaftlichen Managements und moderner Technik nehmen weiter zu. Heute ist es bereits möglich, dass sich die Traktoren per GPS selbst steuern. So nehmen bei der Feldarbeit Fahrtstrecken und Energieverbrauch ab, wovon Umwelt und Geldbörse gleichermaßen profitieren.“

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse