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Am Dienstag feiern Katholiken Fest: Marienspaziergang im Dom

Eines der ältesten Marienfeste feiern die Christen wieder am kommenden Dienstag, 15. August: Die Aufnahme der Mutter Gottes in den Himmel.
<span></span> Foto: Anette in Concas
Limburg. 

Obwohl Tod und Himmelfahrt der Gottesmutter nirgendwo im Neuen Testament erwähnt sind und es weder ein Grab noch Reliquien gibt, wird Maria in der römisch-katholischen Kirche besonders verehrt. Natürlich auch im Dom. Zelebriert wird um 10.15 Uhr ein feierliches Hochamt, abends um 18.30 Uhr ist wie immer auf dem Greifenberg eine Festmesse. Wer Heilkräuter und Blumen zu diesem Anlass gesammelt hat, kann sie zu beiden Gottesdiensten mitbringen und segnen lassen.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Anette in Concas

Domküster Bruder Elmar freut sich schon auf den Tag und weist auf die besondere Beziehung des Georgdoms zu Maria hin: „Kaum einer weiß es, aber ursprünglich wurde auf dem Domberg in der Stiftskirche sogar ein Marienpatrozinium gefeiert!“ Wer sich im Dom auf Spurensuche begibt, findet zwar keine direkte Darstellung der Himmelfahrt, wohl aber über zwanzig Bilder und Skulpturen der Muttergottes. Er zeigt eine Besonderheit, die der Besucher nicht alle Tage zu sehen bekommt: den Marienstab, der vom Bischof nur an besonderen Marienfeiertagen verwendet wird.

„Schon beim Eintritt durch das Hautportal wird der Besucher rechts von einer kölnische Sitzmadonna, der ältesten Darstellung, die noch aus der Erbauerzeit des Domes stammt, begrüßt“, lädt Bruder Elmar zu seinem Marienspaziergang durch den Dom ein. Der eigentliche Spaziergang beginnt nach dem Eintreten aber links und führt an den Pfeilern vorbei. Am hinteren linken Pfeiler zeigt ein uraltes Fresko, das leider durch die Übermalungen in Mitleidenschaft gezogen wurde, die Krönung Mariens durch ihren Sohn. Kurz davor in derselben Pfeilerreihe ist die Verkündigungsszene durch den Engel Gabriel, darunter eine typische Weihnachtsdarstellung aus dem frühen Mittelalter.

Ein Ros entsprungen

Im Nordquerhaus, wo auch das Grabmal Konrad Kurzbolds steht, ist Maria auf Schritt und Tritt zu finden. Ganz links auf der Westwand natürlich auf dem Stammbaum Jesu mit Maria, die hier, wie im Weihnachtslied gesungen wird“, wie eine Rose aus einer Wurzel zart entspringt. Im unteren Teil des Bildes begrüßt die Heilige Sippe in mittelalterlicher Manier die Besucher.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Anette in Concas

In der Kapellennische daneben grüßt Maria vom gotische Flügelaltar, gemeinsam mit ihrer Mutter Anna und dem Jesuskind (Anna Selbdritt). Daran grenzt die Heilig-Grab-Kapelle mit dem Marienaltar aus der ehemaligen Lahnbrücken-Kapelle. Altar und Mutter Gottes sind aus Schupbacher und Villmarer Lahnmarmor gemeißelt.

Die heutige Marienkapelle gegenüber der Heiligen Sippe wird von zahlreichen Kerzen festlich beleuchtet. Hier steht eine lebensgroße, vom Kerzenrauch leicht geschwärzte Madonna mit dem Kind auf dem Arm. Sie erlebt täglich zahlreiche Menschen, die ihr ihre Sorgen und Nöte ans Herz legen. Auch die eingeritzten Kreuze an den Wänden zeugen davon, dass das gesamte Nordquerhaus einst der Marienverehrung gewidmet war. Ein Blick nach oben zeigt im Scheitel des Gewölbes ihr Symbol, eine Rose mit Lilien. Der Marienaltar selbst ist einer der ganz wenigen original erhaltenen Altären im Dom.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Anette in Concas

Mehrere Mariendarstellungen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges befinden sich auf dem Passionszyklus im Chorumgang. Eine besondere Kostbarkeit ist die Pietà (Vesperbild oder Mater Dolorosa) auf dem ehemaligen Dreifaltigkeitsaltar im Chorumgang (1470), die bei Führungen besichtigt werden kann.

Und ein weiteres Kleinod hängt seit einiger Zeit in der Kapitelskapelle, wo die Werktagsgottesdienste stattfinden: Die gotische Hausmadonna stammt aus dem 16. Jahrhundert. Wer den Rundgang mit Bruder Elmar fortsetzt, sieht in der Johanneskapelle neben der Bischofsgruft rechts beim Grabdenkmal von Daniel von Mudersbach eine Pietà und kommt zur Erasmuskapelle mit dem spätromanischen Taufstein. „Hier in den Nischen werden die Heiligen Öle, die der Bischof in der Chrisammesse weiht, aufbewahrt“, erzählt der Küster.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Anette in Concas

Verschlossen sind die Nischen mit Reliefs, auf denen die Frauen beim Grab und Maria im Kreis der Apostel abgebildet sind. Eine besondere Kostbarkeit ist das gotische Sakramentshaus aus Tuffstein von 1496, das im Zentrum Maria mit dem Kind zeigt. Dass die Marienverehrung nicht etwas Vergangenes oder Veraltetes ist, zeigen die Dankschreiben, die in der Anliegenbox bei der Marienkapelle liegen. „Danke für die gute Geburt“, steht da, oder „Danke für die Heilung! Danke für die glücklichen Ehejahre. Maria hat geholfen!“

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