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„Rohheitsdelikte“ sind angestiegen: Mehr Gewalt im Westerwald

Körperverletzung, Bedrohung und Raub haben von 1994 bis 2005 im Westerwald deutlich zugenommen. Nach einem leichten Rückgang dieser Straftaten steigen diese seit 2014 wieder deutlich an. Foto: (136835554) Körperverletzung, Bedrohung und Raub haben von 1994 bis 2005 im Westerwald deutlich zugenommen. Nach einem leichten Rückgang dieser Straftaten steigen diese seit 2014 wieder deutlich an.
Montabaur. 

Um 17 Prozent ist die Zahl der „Rohheitsdelikte“ im Westerwald angestiegen, wozu Körperverletzungen, Bedrohungen und Raub gehören. Das geht aus der jährlichen Kriminalstatistik für die Verbandsgemeinden Montabaur, Selters, Wallmerod, Ransbach-Baumbach, Höhr-Grenzhausen und Wirges hervor.

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Der Zuwachs um 375 auf 2646 Fälle entspricht damit dem Niveau von 2008 (siehe die Grafik rechts unten); seitdem war die Zahl dieser Delikte bis 2014 rückläufig. Wie stark die Rohheitsdelikte zugenommen haben, zeigt der Vergleich mit 1994: In diesem Jahr betrug die Zahl der registrierten Fälle 1150.

Schlägereien bei öffentlichen Veranstaltungen sowie alkoholbedingte Aggressionen werde es auch weiterhin geben, stellte der Pressesprecher fest: „Da kracht es regelmäßig.“ So viele Einsatzkräfte „können wir gar nicht auf die Gasse bringen“, um das zu verhindern.

Weniger Einbrüche

In etwa gleich geblieben ist die Zahl der „Gewalt in engen sozialen Beziehungen“. Rund 370 Anzeigen wurden hier erstattet. Bei Sachbeschädigungen registrierte die Polizeidirektion einen Anstieg von 30 Prozent auf 1500. Ebenfalls häufiger zu erleben seien Respektlosigkeiten und Widerstandshandlungen gegen Polizisten, Beleidigungen und Hausfriedensbruch.

„Die Zuwanderer haben uns strafrechtlich keine Probleme bereitet“, sagte Kriminaldirektor Volker Schmidt bei der Vorstellung der Statistik. Rund 15 500 Straftaten sind hier im vergangenen Jahr erfasst worden; das sind etwa 2200 mehr als 2015.

Allerdings handle es sich bei 1400 Fällen um Anzeigen gegen Menschen, deren Straftat allein darin bestand, sich illegal im Gebiet der Polizeidirektion aufzuhalten, zum Beispiel in den Flüchtlingslagern in Ruppach-Goldhausen oder in Herrschbach. Kriminalstatistisch erfasst seien diese Personen also wegen ihres Aufenthaltsstatus’ und nicht weil sie straffällig wurden. Daher könne man „nicht von einem exorbitanten Anstieg“ sprechen. Im Gegenteil: „Wir haben die Flüchtlingswelle relativ gut überstanden“, sagt der Polizeidirektor. Dies sei auch auf die intensive Zusammenarbeit mit den hessischen Kollegen sowie mit der Flüchtlingsunterkunft in Diez zurückzuführen. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang zudem, dass es im vergangenen Jahr „keine Straftaten von rechts“ gegeben hat, formulierte Schmidt. Als schwierig und personalaufwendig hätten sich indes die Demonstrationen etwa von Pegida oder der Gruppe „Der dritte Weg“ erweisen. Die Protestaktionen gegen eine geplante Moschee in Hachenburg dürften sich ebenfalls weiter manifestieren.

Rückläufig ist Schmidt zufolge die Zahl der Wohnungseinbrüche, die von 476 (2015) auf 435 (2016) abnahm. Dies entspreche zwar nicht der gefühlten Bedrohung innerhalb der Bevölkerung, gebe aber die realistische Entwicklung wieder. Immer mehr Bürger hätten Haus oder Wohnung mit Einbruchssicherungen oder Kameras ausgestattet. Die Präventionsarbeit der Polizei zahle sich hier aus.

Einbruchsgefährdet sind laut Schmidt nach wie vor die Orte entlang der Autobahn, weil man es bei den Einbrechern überwiegend mit „reisenden Tätern aus Osteuropa“ zu tun habe, die über die A 3 angefahren kämen, teilte Polizei-Pressesprecher Andreas Bode mit. Ebenfalls leicht gesunken ist die Zahl einfacher Diebstähle, zu denen derzeit etwa Kabeldiebstähle in der Solaranlage Görgeshausen zählen. Das Factory Outlet Center in Montabaur locke Einbrecher und Diebe dagegen kaum, berichtete Bode.

Das vergangene Jahr sei „außergewöhnlich“ gewesen, resümierte Polizeidirektor Volker Schmidt. Aber: „Die Bevölkerung kann sich sicher fühlen.“ abv

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