E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 26°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Zu Gast in „Eidsfritze Schauer“: Mundart und Musik: Platt-Schwätzern in Hundsangen

Von Freunde des „Wäller Platts“ zogen in Hundsangen in „Eidsfritze Schauer“ alle Register. Für Nicht-Eingeweihte: Mundart in Hubert Eids Scheune kam beim Publikum richtig gut an.
Otto Merfels und Hubert Eid unterhalten das Publikum musikalisch. Bilder > Foto: Klaus-Dieter Häring Otto Merfels und Hubert Eid unterhalten das Publikum musikalisch.
Hundsangen. 

Die Freunde des Platt-Schwätzens und des heimischen Dialekts haben mit „Eidsfritze Schauer“ nicht nur eine wunderschöne „Heimat“ gefunden. Sie haben mit dem Geschäftsführer des Kulturfördervereins der Verbandsgemeinde Wallmerod, Dieter Ehinger, einen kompetenten Förderer, der es als Moderator wunderbar versteht, die Gäste im besten Hundsänger Platt zu begrüßen und zu unterhalten. Mit einem lautstarken „Gure ihr Leu“ begrüßte Dieter Ehinger die vielen Gäste aus nah und fern in der „Schauer“ die bereits zum sechsten Mal Ziel der Freunde des Wäller Platts war.

Gure!

„Gure! Su sät mer hey, dot es bekannt, su sät mer bei us im Dorf, hey bei us offem Land.“ Nach diesen Einleitungsworten und der Begrüßung betätigte sich Dieter Ehinger in seinen Einleitungsworten als Dolmetscher für die Gäste, die noch nicht so bewandert sind mit der Mundart. Aber er wusste auch von Veränderungen in der Mundart selbst zu berichten. So wurde früher für „ein wenig“ das Wort „wing“ genutzt, heute ist daraus „e keit“ geworden. „Froijer sot mer Ennomischt, do sät mehr hau Moij“. So ging es mit vielen Beispielen weiter, und ein lautstarker Beifall und viele Lacher waren verdienter Lohn für den Geschäftsführer des Kulturfördervereins.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Klaus Lütkefedder ging es mit einem Überraschungsgast weiter, der bei Dieter Ehinger nicht auf der Teilnehmerliste stand. Begrüßt wurde Hadamars Bürgermeister Michael Ruoff der im feinsten „Nirrerhoremer“-Platt von „Dem Buijermaster sen hout“ schwätzte.

Mer liert dezou

Den offiziellen Anfang bei der sechsten Auflage in „Eidsfritze Schauer“ machte am Mikrofon Rita Wörsdörfer, die unter anderem von „Dem Babagei, dem gescheute Vuul“ schwätzte. Schlag auf Schlag ging es weiter. Da las Kati Eid aus dem „Klaane Bischelje“ der unvergessenen Lisel Jakob vor und, ebenfalls aus Hundsangen, begeisterten Mutter und Tochter Marga und Sieglinde Ludwig, die den bekannten Stoßseufzer losließen „mer derff su ahl sei wie en Kou, mer liert immer noch dezou“. Sie schlossen ihren lustigen Vortrag mit der Erkenntnis ab: „Wenn aal un jung sich als goud versteh, da esset ach heut noch schee“.

Musik zum Mitsingen

Otto Merfels und Hubert Eid verstanden es prächtig, mit alten Weisen das Publikum zwischen den Vorträgen musikalisch zu unterhalten und zum Mitsingen zu animieren. Sie leiteten über zum Vortrag von Adolf Kessler aus Gemünden, der „in Manchesterbuxe, Bauernkapp und Schreinerschirz“ unter anderem davon erzählte das „de Mest raus muss“.

Er stimmte ein Loblieb auf sein Heimatort Gemünden mit den Worten „Rom kaa net scheener sei wie Geminne“ an. Bevor Rita Wörsdörfer mit ihrem zweiten Vortrag den offiziellen Teil beendete, lag es an Elfi Kronimus aus Hundsangen, von der „Erbsesupp bei Karstadt“ zu erzählen. Danach war das Mikrofon weiter offen für Otto Merfels und Hubert Eid, in dessen „Schauer“ dieser wunderschöne Abend stattfand – und für weiter Überraschungsgäste aus dem Publikum, die sich trauten, im schönsten Wäller Platt zu schwätze.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen