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19. Benefizkonzert zugunsten der Leberecht-Stiftung: Musikschule auf neuen Wegen

Von Zu einem abwechslungsreichen Benefizkonzert zugunsten der Leberecht-Stiftung lud die Nassauische Neue Presse am ersten Adventssonntag in die Pallottinerkirche ein. Unter der Qualitätsmarke „Orgel plus“ spielten Ensembles und Solisten der Kreismusikschule Limburg.
Die von KMS-Chef Peter Schreiber geleitete Brass Band eröffnete und beendete das Benefizkonzert in der Pallottinerkirche.	Fotos: Max Bochmann Bilder > Die von KMS-Chef Peter Schreiber geleitete Brass Band eröffnete und beendete das Benefizkonzert in der Pallottinerkirche. Fotos: Max Bochmann
Limburg. 

Dass gerade kräftige Blechblasmusik die stille Vorweihnachtszeit beschallt, ist kein Widerspruch. Denn mit nichts kann jene Feierlichkeit, auf die man sich im Advent einstimmen möchte, besser angekündigt werden, als mit einer strahlenden Fanfare. Deshalb war das jubilierend gespielte „Vertraut den neuen Wegen“, mit dem die um zwei Kontrabässe verstärkte Brass Band der Kreismusikschule die Zuhörer in der Pallottinerkirche begrüßte, ein wundervoller Auftakt für ein bemerkenswertes Konzert.

„Vertraut den neuen Wegen“, ein modernes Werk des deutschen Komponisten Marius Brandscheidt, war darüber hinaus auch Programm seiner Interpreten. Dieses Ensemble unter der Leitung von Peter Schreiber vertraut nämlich tatsächlich auf neue Wege, weil hier Bläser mit getragener Posaunenchor-Prägung mit tiefem und hohem Blech aus dem temperamentvolleren Bereich der Unterhaltungsmusik zusammenspielen und sich zu einem herrlichen Klangkörper formieren. Vielleicht ließen sich die dynamischen Feinjustierungen noch ein wenig deutlicher stellen. Dennoch: Der Gesamteindruck, den das Orchester an diesem Abend hinterließ, war glänzend.

Ebenfalls sehr festlich präsentierte sich das von Stephan Kramer geleitete Saxophon-Ensemble Saxsonic, das unter anderem ein wunderbar harmonisches Allegretto aus Ottorino Respighis „Antique Dances and Airs“ vorbereitet hatte. Beeindruckend an dieser für Holzbläser arrangierten Musik war erneut der nur scheinbare Gegensatz zwischen reifem, vollem Klang und dessen zart berührender Wirkung auf die Zuhörer. Ebenfalls zu erleben war diese wohltuende Spannung bei der Alain-Crepin-Komposition „Dinant, la voix cuivrée“, die die Saxsonicer mit einer grandiosen Mischung aus Romantik und Moderne wiedergaben.

 

Herrlicher Schmelz

 

Auf diesen herrlichen Schmelz setzten Fagottistin Renate Samrock und Organistin Irina Martin eine sehr angenehme Interpretation von Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate für Fagott und Orgel. So warm und doch präzise war der Klang des Fagottes, dass man sich dieses Instrument häufiger als Solostimme bei festlichen Konzerten vorstellen kann. Exzellent geriet auch Flötistin Julia Treinies (Orgel: Irina Martin) die „Aria“ von Okar Taktakschwili. Diese Musik breitete sich nicht einfach im Kirchenschiff aus, sie verdichtete sich zu einem bunten, wenngleich homogenen Klangteppich. Dagegen erwies sich „Das goldene Fenster“, eine Komposition von Petr Eben, in der der Reichtum der Erde vertont wurde, als äußerst schwer zu verarbeitende Kost. Michael Loth (Trompete) und Martin Samrock (Orgel) spielten ein atonales Werk, das möglicherweise häufiger gehört werden muss, um dessen Strahlkraft zu verstehen und zu erspüren.

Info: Rund 4000 Euro für Leberecht

Das 19. Benefizkonzert der NNP am 1. Advent war wieder ein schöner Erfolg für die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung. Insgesamt kamen rund 4000 Euro für den guten Zweck zusammen.

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Gewöhnungsbedürftig

 

Etwas gewöhnungsbedürftig für adventlich harmonisch gestimmte Zuhörer war auch „The Mantis and the Moon“ des Gitarrenduos WiBracíon mit Matthias Brakel und Hannah Wirmer. Beeindruckend an diesen drei Sätzen des von Philipp Houghton geschaffenen Werks ist indes die Spannweite von Dynamik und Intonation: Nach einem mystischen Allegro stiegen die Musiker zu einem düsteren Lamento, das dann in ein geradezu quirliges Allegro brilliante mündete. Ebenfalls eine Kostprobe hinreißender Virtuosität gaben Monika Grabowska (Violine) und Judith Huba-Schimanowski (Violoncello) mit Reinhold Glières „Huit Morceaux“, einem ansprechenden und rasanten Streicherduett.

Für den fulminanten Abschluss sorgte erneut die Brass Band diesmal mit Organist Martin Samrock, der sich zuvor mit einer Bach-Sonate solistisch präsentiert hatte. Mit der gewaltig brausenden „Doppelchörigen Festmusik“ von Charles Villiers Stanford verabschiedeten sich die Musiker von ihren Gästen in der Pallottinerkirche.

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