Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Auszeichnung für Zivilcourage: Mutiger Mann verhindert Straftat und Massenschlägerei

Weil er im zurückliegenden Sommer eine Straftat sowie eine drohende Massenschlägerei verhindert hat, erhielt Gökmen Beylav vom Polizeipräsidium Koblenz eine Ehrenurkunde.
Die Polizei bedankt sich für Zivilcourage: Polizeioberrat Norbert Skalski und Gökmen Beylav. Foto: Bohnhorst-Vollmer Anken Die Polizei bedankt sich für Zivilcourage: Polizeioberrat Norbert Skalski und Gökmen Beylav.
Montabaur. 

Eigentlich wollte Gökmen Beylav am 20. August vergangenen Jahres einen entspannten Nachmittag im Mons-Tabor-Bad verbringen. Schwimmen, in der Sonne liegen und die Kinder seines Bruders beaufsichtigen. Bis 14.25 verlief der Tag nach seiner Vorstellung. Dann sah er, wie ein junger Mann in die Damendusche gehen wollte.

Beylav wollte ihn daran hindern und redete auf ihn ein. Aber anstatt sich zu entfernen, verpasste der Mann dem 35-jährigen Beylav einen Faustschlag ins Gesicht. Beylav ließ sich dennoch nicht provozieren, bewahrte einen kühlen Kopf und bewies damit „Rundumsicht“, wie Polizeioberrat Nobert Skalski von der Polizeidirektion Montabaur betonte. Durch seine Beschwichtigungsversuche und das überlegte Handeln habe Gökmen Beylav eine Straftat vereitelt und eine Massenschlägerei verhindert. Dafür verlieh Skalski ihm im Namen des Polizeipräsidiums Koblenz jetzt eine Urkunde. „Sie haben sofort und richtig reagiert“, sagte Skalski.

Eine brenzlige Situation

In einer brenzligen Situation wegzuschauen, sei für ihn keine Option, sagte der in Wirges lebende Gökmen Beylav. Er habe die Situation nicht eskalieren lassen wollen, damit sich die anderen Badegäste nicht ängstigten. Dass der junge Mann, der in die Damendusche gehen wollte, kein Deutsch sprach und verstand, habe er anfangs nicht bemerkt. Allerdings habe er, Beylav, ihn auf Deutsch und auch auf Englisch angesprochen und ihm anschließend per Zeichensprache erklärt, dass er die Damendusche nicht betreten dürfe. Der andere habe ihn daraufhin ausgelacht, und als Beylav sich ihm in den Weg stellte, diesem mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Sofort hätten sich mindestens ein halbes Dutzend Familienmitglieder oder Bekannte des Täters genähert und Beylav mit Gesten bedroht.

Der 35-Jährige rettete sich in die Bademeisterkabine. Wer die Polizei gerufen habe, wisse er nicht, sagte er. Fest steht jedoch, dass die Streifenbeamten innerhalb von wenigen Minuten am Tatort eintrafen und den Angreifer zur erkennungsdienstlichen Behandlung zum Polizeirevier mitnahmen.

Obwohl der Zwischenfall nur wenige Minuten dauerte, habe sich die Atmosphäre im Schwimmbad sehr schnell aufgeheizt, berichtete der Montabaurer Polizeichef Skalski. „Die Bürger hatten sich zu einer großen Gruppe zusammengefunden.“ Welche „Folgeprobleme“ sich aus dieser Situation hätten entwickeln können, sei deutlich. Auch die „Abstrahlwirkung in die Öffentlichkeit“, die eine mögliche Massenschlägerei hätte, könne man sich leicht vorstellen.

Mehrfach-Karte zum Dank

Gökmen Beylav habe einen couragierten Beitrag zur „allgemeinen Gefahrenabwehr“ geleistet. Für dieses vorbildliche Verhalten bedanke sich die Polizei. Edmund Schaaf, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, hatte sich bereits im Sommer bei Beylav bedankt – mit einer Mehrfach-Karte für das Mons-Tabor-Bad. abv

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse