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Neue Straße: Neues Rathaus residiert „Am Gerberhof“

„Am Gerberhof“ heißt die künftige Adresse der Verbandsgemeindeverwaltung. Darauf einigten sich die Mitglieder des Stadtrats. Der Vorschlag von BfM-Vertreter Reinhard Lorenz, die neue Straße „Dr.-Paul-Hütte-Weg“ zu nennen, ist vom Tisch.
„Am Gerberhof“ wird die Adresse des neuen Rathauses lauten. Derzeit ist das Areal eine Baulücke zwischen Steinweg, Wall- und Bahnhofstraße. Foto: Anken Bohnhorst-Vollmer „Am Gerberhof“ wird die Adresse des neuen Rathauses lauten. Derzeit ist das Areal eine Baulücke zwischen Steinweg, Wall- und Bahnhofstraße.
Montabaur. 

.Noch klafft zwischen Steinweg, Wall- und Bahnhofstraße eine gewaltige Baulücke, in die das neue Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde errichtet werden soll. Die Adresse für das künftige Rathaus steht bereits jetzt fest: Am Gerberhof. Notwendig geworden die Namensfindung, weil der Investor und Bauherr eines Gebäudes am Rand dieses Gebiets bereits den Namen „Quartier Mitte“ eingeführt hatte, erklärte Christina Weiss, Sprecherin der Stadt. „Quartier Mitte ist also dabei, sich zu etablieren.“ Dieser Festlegung wollte die Stadt entgegen wirken, zumal die eigentliche Mitte am Konrad-Adenauer-Platz und Großen Markt verortet sei.

Erinnerung ans Mittelalter

Mit der Namensgebung „Am Gerberhof“ wolle man auf die im Mittelalter entstandene Zunft der Gerber verweisen, die ebenso wie die Schuster für die Stadt von großer Bedeutung waren, sagt Christina Weiss. Dieses Areal, in dem sich die Gerber niedergelassen hatten, habe sich früher am äußeren Rand des Zentrums, kurz vor der heutigen Wallstraße befunden. Die Handwerker bekamen „das letzte Wasser der durchfließenden Bäche für ihre Arbeiten mit den Tierfällen und -häuten“, weil sie „mit der Gerbsäure den meisten Dreck und Gestank“ produzierten. Tatsächlich sollen fünf Gerbereien am Gäulsbach, dem damaligen Stadtbach, gelegen haben.

Während dieser stadtgeschichtliche Namensbezug die Mehrheit der Vertreter überzeugte, plädierte Reinhard Lorenz von der Gruppierung „Bürger für Montabaur“ für eine andere Bezeichnung. Er forderte, die Straße nach Dr. Paul Hütte zu benennen. Hütte sei „ein verdienter Mann gewesen, der für die Stadt viel geleistet und für die Bürger Vorbildcharakter“ habe. Paul Hütte war 2001 mit großer Mehrheit zum Stadtbürgermeister gewählt worden, jedoch vor seinem Amtsantritt verstorben. Warum man Paul Hütte nicht mit einer Straße ehren will, könne er nicht nachvollziehen, erklärte Reinhard Lorenz gegenüber dieser Zeitung. Dies sei bereits sein dritter Vorstoß, in dieser Angelegenheit.

Verpasste Gelegenheit

Das Argument der Stadträte, man wolle Straßen nicht nach Personen benennen, ist Reinhard Lorenz zufolge jedenfalls hinfällig. Im neu entstandenen Stadtteil Quartier Süd heißen die Straßen nach Widerstandskämpfern, der kürzlich eingerichtete Platz an der Bahnhofstraße ist Rudolf von Habsburg gewidmet. „Was man selbst nicht bekommen kann, gönnt man auch anderen nicht“, lautet die Analyse von Reinhard Lorenz. Paul Hütte habe zu Lebzeiten keine offizielle Anerkennung erfahren, und jetzt habe man wieder eine Gelegenheit verstreichen lassen, ihn zu würdigen. abv

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