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Telematisch gesteuertes System für Lkw: So einfach ist intelligentes Parken

Von Technologie „Made in Rheinland-Pfalz“ könnte dafür sorgen, dass der Lkw-Parkplatznotstand an Rastanlagen bundesweit entschärft wird. Ein telematisch gesteuertes System ermöglicht platzsparendes Kolonnenparken – ohne Stau bei der Abfahrt. In Montabaur funktioniert’s.
Ticket ziehen und ab in die Parkreihe. Telematisch gestütztes Kolonnenparken spart Platz und Zeit. Ticket ziehen und ab in die Parkreihe. Telematisch gestütztes Kolonnenparken spart Platz und Zeit.
Montabaur. 

So einfach ist intelligentes Parken an der Rastanlage Montabaur: Der Lkw-Fahrer gibt bei der Einfahrt zu den Stellflächen an einem Terminal die vorgesehene Ruhezeit ein und zieht einen Parkschein, auf dem die genaue Position angegeben ist, auf der er bis zu seiner Abfahrt stehen soll. Die Schranke hinter dem Terminal öffnet sich, auf dem Display an der ihm zugewiesenen Reihe leuchtet ein grüner Pfeil auf, und der Fahrer rangiert seinen Lastwagen in die angegebene Kolonne. Hier stehen die Fahrzeuge entsprechend ihrer Abfahrtszeit, die ebenfalls am Terminal errechnet wurde, hintereinander. Sie können also pünktlich abfahren.

Um bis zu 100 Prozent könne die Stellfläche durch dieses effiziente Parken erhöht werden, ohne dass mehr Fläche betoniert werden muss, sagt Klaus Manns vom Westerwälder Ingenieurbüro Manns, das gemeinsam mit Gauff Telematics dieses Logistik-System entwickelt und realisiert hat. Zudem sei ein Erweiterung der Rastanlagen ohnehin nicht überall möglich – und häufig auch von den Anwohnern naheliegender Wohngebiete nicht erwünscht. Trotzdem müssen mehr Stellplätze geschaffen werden. Denn nach Berechnungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) fehlen bis 2030 über 26.000 Lkw-Parkmöglichkeiten.

Pionierarbeit

Mit der Implementierung des telematischen Parksystems an der Rastanlage Montabaur sei gewissermaßen Pionierarbeit geleistet worden, erklärte denn auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) bei einem Ortstermin. Er setze sich dafür ein, dass diese moderne Technik zur Parkraumbewirtschaftung bundesweit Beachtung findet. „Das ist Zukunftstechnologie aus Rheinland-Pfalz. Kolonnenparken ist im Vergleich zum Parkplatz-Ausbau eine kostengünstige, intelligente und schnell installierte Lösung. Wir haben in Rheinland-Pfalz damit gute Erfahrungen gesammelt. Einem flächendeckenden Einsatz steht nichts entgegen.“ Neben der für 2018 angestrebten Implementierung des Systems an einer Rastanlage im Hunsrück soll künftig auch in Nordhessen sowie in Oberbayern intelligent und platzsparend geparkt werden. Auch für die geplante Autobahnrastanlage in Limburg sei das System vorstellbar, betonte Wissing.

Zehn Jahre Entwicklung

Rund zehn Jahre dauerte die Entwicklung und Realisierung des Systems, bei dem sowohl Daten über die Ruhe- und Abfahrtszeit als auch Informationen über die Fahrzeuglänge erhoben und ausgewertet wurden. Nur so könne man die Lastwagen „richtig einsortieren“, sagt Klaus Manns über das System, das seit 2012 voll automatisch läuft. Auf der Rastanlage Montabaur sind 23 Reihen eingerichtet worden, in die jeweils zwischen drei und fünf Lkw passen. Etwa 75 Prozent der Fahrzeuge seien Sattelzüge; die wesentlich längeren Autotransporter machten lediglich einen Teil von fünf Prozent am Gesamtaufkommen aus.

Darüber hinaus werden die Lkw auf ihrer Fahrt über den Parkplatz „per Laserscanner verfolgt“, um zu sehen, ob sie die vorgeschriebene Parkposition einnehmen. Rund 20 Prozent der Fahrer manövieren Manns zufolge ihr Fahrzeug auf einen anderen als den zugewiesenen Platz. Dann werden die geänderten Daten erneut verarbeitet und die benachbarten Reihen so aufgefüllt, dass bei der Abfahrt kein Stau entsteht.

Kommunikations- oder Verständnisprobleme gebe es nicht, sagt der Entwickler. Man habe die kurze Anweisung am Terminal in 16 Sprachen hinterlegt. Tatsächlich sei die Bedienung einfach, bestätigt ein Fahrer aus Polen. „Alles klappt gut.“ Nur wenn der Parkplatz voll sei, helfe die Anzeige eben nicht weiter. Dann müsste wenigstens erkennbar sein, wohin man weiterfahren soll, damit nicht passiert, was der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister vermeiden will: Dass „überlange Lenkzeiten und nicht eingehaltene Ruhezeiten die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erheblich gefährden. Gerade in den Nachtstunden ballen sich riskant parkende Lastwagen an den Rastanlagen.“

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