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Männerchor: So war das Vocapella-Konzert im Limburg Dom

Ein abwechslungsreiches Programm präsentierte das Ensemble „Vocapella“ im Limburger Dom. Dabei hatte ein Werk auch mit dem Geläut des Doms zu tun.
Stimmungsvoll war das Konzert, bei dem der Männerchor „Vocapella“ sich die akustischen Verhältnisse im Dom zunutze machte. Stimmungsvoll war das Konzert, bei dem der Männerchor „Vocapella“ sich die akustischen Verhältnisse im Dom zunutze machte.
Limburg. 

Schon viele Vokalensembles sind aus den Reihen der Limburger Domsingknaben hervorgegangen, doch das sind Ensemble „Vocapella“ nimmt einen besonderen Platz ein: Erfolgreiche Wettbewerbsteilnahmen, Konzerte und Tourneen führen die jungen Sänger mit ihrem Dirigenten, Tristan Meister, in die Musikmetropolen der ganzen Welt. Regelmäßige CD-Aufnahmen zeigen die fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit. Zuletzt entstand eine CD-Reihe mit den Männerchorwerken Max Regers.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens lud das Ensemble in den Hohen Dom zu Limburg ein. Das abwechslungsreiche Programm, reich an musikalischen Farben, nahm seinen Anfang mit Miskinis „And death shall have no domination“, das die Sänger aus dem Zuschauerraum heraus anstimmten.

Mit „If ye love me“ einem Klassiker der Chorliteratur des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis präsentierte ’Vocapella’ nicht nur die musikalischen Qualitäten eines gepflegten und transparenten Chorklangs mit makelloser Intonation als vielmehr auch eine besondere Anpassungsfähigkeit an die Herausforderungen einer anderen Stilepoche.

Umso deutlicher wurde dies mit Franceco Foggias „Beatus ille servus“. Die Musik des italienischen Barock-Komponisten erfordert für die anspruchsvollen Koloraturen der einzelnen Chorstimmen eine besondere Präzision der Stimmführung, aber auch des Zusammenspiels. Dabei offenbarte sich ein ums andere Mal die Schulung der ehemaligen Domsingknaben im Umgang mit eben dieser Musik.

Für Alwin Schronens „Limburger Kyrie“ trat der Chor zurück vom Altarraum und machte sich die akustischen Verhältnisse der Apsis des Domes zunutze.

Eindrucksvolles Werk

Mit diesem Stück offenbarte sich eine Facette der musikalischen Arbeit des Ensembles – die Pflege zeitgenössischer Kompositionen, die bei namhaften Tonsetzern in Auftrag gegeben werden. Der saarländische Komponist verwendete als Grundlage seines Werkes eine pentatonische Skala, die er dem Geläut des Domes entlehnte. Ein eindrucksvolles Werk mit einem engen Bezug zur Domstadt. Es bleibt zu wünschen, dass es noch häufiger den Weg in die Programme der hiesigen Vokalensembles findet.

Drei Werke des französischen Komponisten Francis Poulenc unterstrichen den souveränen Umgang der Sänger mit dieser eigenen Tonsprache, die höchste musikalische Komplexität mit dem Anstrich der größtmöglichen Schlichtheit verbindet. Sehr eindrucksvoll gelang dies in „Salut, Dame Sainte“.

Mit dem „Gloria“ des 1986 geborenen Komponisten Pascal Martiné stand die zweite Uraufführung des Abends auf dem Programm. Anspruchsvolle harmonische Strukturen ermöglichten den Sängern, mit klanglicher Homogenität zu glänzen.

Mit „Aufblick“ und „Erhebung“, zwei Titeln aus der Feder von Hugo Wolf; präsentierte Tristan Meister zwei Bearbeitungen Max Regers für Männerchor, die auch auf CD aufgenommen wurden. Nicht weniger eindrucksvoll geriet das „Herr, lehre doch mich“ der Chorleiterlegende Rudolf Mauersberger, der die Geschichte des deutschen Knabenchorwesens geprägt hat.

Der 1976 geborene Komponist Maarten Van Ingelgem erlebte als Zuhörer die Uraufführung seiner Komposition „Als ich dich trug“. Wieder beeindruckte die Souveränität, mit der die Sänger die harmonischen und rhythmischen Schwierigkeiten des Stückes meisterten. Henk Badings „Psalm 27 – The lord is my life“ brachte nicht nur solche Herausforderungen, sondern auch noch reichlich Möglichkeiten, einen prächtigen Chorklang zu entfalten.

Zum Schluss „Ave Maria“

Wieder ganz andere Anforderungen stellte Mendelssohns „Adspice Domine“. Zur Wiedergabe der mehrteiligen und abwechslungsreichen Komposition hatten die Musiker die junge Cellistin Julia Panzer eingeladen, die mit leichter und meisterhafter Beherrschung des Instruments dem Werk einen besonderen Reiz verlieh.

Das abschließende „Ave Maria“ Franz Bibls ist längst ein Klassiker der Chorliteratur und wird von vielen Männerchören immer wieder gern gesungen. „Vocapella“ bekam einmal mehr Gelegenheit zu demonstrieren, wie schön diese Chorgattung klingen kann. Eben das ist dem Dirigenten Tristan Meister und seinen Sängern an diesem Abend auch ansonsten eindrucksvoll gelungen.

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