E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 31°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Unabhängiger Bürgermeisterkandidat: Thomas Dornoff zeigt, was ihm wichtig ist

Was ist den Villmarer Bürgermeister-Kandidaten wichtig? Wo sehen sie in der Gemeinde Handlungsbedarf? Welche Schwerpunkte wollen sie setzen? Um das herauszufinden, sind wir mit ihnen auf Tour gegangen. Fünf Plätze ihrer Wahl sollten sie mit uns anfahren, die für sie als Bürgermeister eine besondere Bedeutung haben. Heute sind wir mit Thomas Dornoff unterwegs, der als unabhängiger Kandidat antritt.
„Pfusch am Handwerk“, der nicht hingenommen werden dürfe, seien die Abbröckelungen auf der Marmorbrücke, sagt Thomas Dornoff. Bilder > „Pfusch am Handwerk“, der nicht hingenommen werden dürfe, seien die Abbröckelungen auf der Marmorbrücke, sagt Thomas Dornoff.
Villmar. 

Eigentlich sieht unser Konzept vor, dass die Bürgermeister-Kandidaten uns zu ihren Stationen fahren. Heute gibt es eine Planänderung: Thomas Dornoff hat kein Auto, also muss die Redakteurin fahren. Dornoff ist unter anderem mit einem Zollstock bewaffnet.

 

  Erste Station: die Marmorbrücke im Kernort

„Schauen Sie sich das an.“ Thomas Dornoff stochert mit dem Zollstock an den bröckelnden Kanten des Bordsteins herum. „Die Römerbrücke in Trier steht seit 2000 Jahren und unsere ist kaputtsaniert. Und wer trägt die Kosten?“ Für ihn ist klar, die Handwerker müssten zur Verantwortung gezogen werden. Er als Bürgermeister werde sich dafür einsetzen: „Pfusch am Handwerk verjährt nicht.“ Dass der Eisensteg, der einst von der Brücke auf den gegenüberliegenden Bahnsteig führte, nicht erneuert wurde, ärgert ihn. Immerhin würde das für Fußgänger eine Zeitersparnis von sieben Minuten bedeuten. „Aber keiner will die Verantwortung übernehmen.“ Von der Lahnbrücke hat man auch einen Blick auf die König-Konrad-Halle. Eine Million Euro seien in die Dachsanierung geflossen. „Für so viel Geld gründen andere ein Firma und schaffen viele Arbeitsplätze.“ Nach dieser Investition müsse der Bürgermeister dafür sorgen, dass die Halle durchgängig ausgebucht ist.

 

  Zweite Station: die Kreuzung Birkenstraße / Ulmenstraße im Kernort

Laut Landkarte sei hier – an dem großen Parkplatz an der Birkenstraße – der Mittelpunkt der Gemeinde, sagt Dornoff. Und gleichzeitig sei das ein guter Standort, um noch einen Facharzt anzusiedeln, beispielsweise einen Orthopäden, Kinder- oder Augenarzt. „Daran sollte man denken, wenn hier im 400-Meter-Umkreis ein Haus frei würde.“ Eine Bushaltestelle sei da, Parkplätze auch. Da das Gelände eben sei, sei es auch mit dem Rollator oder auf Krücken zu bewältigen. Und die Gemeinde habe einem Arzt einiges zu bieten, was man aber auch deutlich machen müsse. Dornoff betont aber auch, dass es schon jetzt gute Fachärzte in der Gemeinde gebe.

 

  Dritte Station: am Sportplatz in Seelbach

Ziel von Thomas Dornoff ist die Kreuzung zweier Wege, die zu anderen Wanderwegen führen. Die Landschaft rund um Villmar sei so schön und auch gut mit Wegen erschlossen. Was fehle, sei eine ordentliche Beschilderung. Und genau an diesem Platz müssten Hinweise auf mögliche Wanderziele samt Kilometerangaben stehen. Generell werde der Tourismus in der Region immer wichtiger. Allerdings wolle er ihn auf den sanften Tourismus begrenzen. Und – zumindest für einige Gruppen – will er eine Abgabe einführen. „Zum Beispiel für die Kanufahrer, die gerne ihren Müll zurücklassen.“

 

  Vierte Station: Besprechungszimmer der Firma Meuser Optik in Aumenau

Bei Meuser Optik in Aumenau hat sich Thomas Dornoff mit Geschäftsführer Carsten Meuser und gleichzeitig mit Axel Winkler vom gleichnamigen Taxi-Unternehmen aus Runkel verabredet. Welche Faktoren veranlassen einen Geschäftsmann, sich in einer Kommune niederzulassen, will er wissen. Er jedenfalls werde den Gewerbesteuerhebesatz von 380 auf 355 senken. Carsten Meuser nennt seine persönliche Verbundenheit zu Aumenau, das passende Grundstück und – nicht zuletzt – den Erhalt der Grundschule in Aumenau dank des Baus des dortigen Kulturzentrums, wo auch die Schulspeisung für die Ganztagsgrundschule stattfinden wird. „Wie stehen Sie eigentlich zu dem Bau“, fragt Meuser den Bürgermeister-Kandidaten, schließlich war das Projekt lange umstritten. Der ist mit dem Kulturzentrum im Großen und Ganzen zufrieden, würde aber den Kreis, der für den Bau und Erhalt der Schulen zuständig sei, ebenfalls zur Kasse bitten. Es sei nicht richtig, dass die Gemeinde die Kosten, abgesehen von den Fördergeldern, alleine trage.

Mit Axel Winkler hat er im Vorfeld geklärt, dass der bei dem Projekt eines Senioren-Taxis, womöglich eines Sammeltaxis, mitmachen würde. Das sei wichtig, denn gerade Senioren hätten es schwer, hier ohne Hilfe von A nach B zu kommen. Bei der Finanzierung hofft er auf die Mithilfe von Sponsoren, die etwa die Hälfte der Kosten übernehmen sollten. Die andere Hälfte würde von den Nutzern des Taxis gezahlt. Ob Meuser-Optik zu den Sponsoren gehören würde, sei noch überhaupt kein Thema gewesen, versichern Dornoff und Meuser übereinstimmend.

  Fünfte Station: vor der Bäckerei in Weyer

In diesem Gebäude gebe es zwei oder drei frisch sanierte Wohnungen, die laut Internet bei einer Größe von 61 Quadratmetern nur 495 Euro warm kosteten. Der billige Wohnraum sei neben all dem anderen Guten in der Gemeinde ein echter Standortvorteil, mit dem man gegenüber den Ballungszentren punkten könne und müsse, wolle man Neubürger anlocken, sagt Bürgermeister-Kandidat Thomas Dornoff. In den vergangenen zehn Jahren habe Villmar rund 700 Einwohner verloren, dieser Trend müsse gestoppt werden.

Podiumsdiskussion der NNP

Eine Möglichkeit, sich einen persönlichen Eindruck von den sieben Kandidaten zu machen, besteht am Mittwoch, 21. Februar, ab 19 Uhr in der König-Konrad-Halle in Villmar. Dann werden die potenziellen Bürgermeister bei der Podiumsdiskussion Rede und Antwort stehen. Es moderieren Redaktionsleiter Joachim Heidersdorf und Redakteurin Katja Mielcarek. Auch das Publikum wird Gelegenheit zum Fragen haben.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen