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Eigenbedarf: Volksbank kündigt Pächter: Aus für Paulaner Braustüberl

Die Volksbank Limburg hat dem Pächter des „Paulaner Braustüberl“ gekündigt. Der Pächter ist bitter enttäuscht, die Bank benötigt nach eigenen Angaben den Platz für weitere Mitarbeiter.
Der Paulaner-Biergarten in der Limburger Fußgängerzone. Der Paulaner-Biergarten in der Limburger Fußgängerzone.
Limburg. 

„Die Limburger Innenstadt mit Fußgängerzone verliert ihr gastronomisches Herz“, lautet die erste Reaktion von Torsten Anders, dem Pächter des „Paulaner Braustüberl“, zur Kündigung der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg zum 30. September 2019.

Die Kündigung habe ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen, meinte gestern Torsten Anders. Seit acht Jahren bewirtschaftet er das „Paulaner“ mit rund 70 Sitzplätzen in der Gaststätte und etwa 100 Plätze im Biergarten.

Er habe im Jahre 2015 mit Klaus Merz vom Vorstand der Volksbank den Vertrag verlängert. Im persönlichen Gespräch habe ihm Klaus Merz versichert, er solle sich über die weitere Zukunft keine Gedanken machen, die Bank sei erfreut über das Lokal in ihrem Haus.

Jetzt habe ihm am Montag der Anruf erreicht, bei der Volksbank vorzusprechen. In diesem Gespräch habe ihm Klaus Merz die Kündigung überreicht, mit der Begründung auf Eigenbedarf. Außerdem habe er als Pächter die Option nicht genutzt, die Pachtzeit um weitere vier Jahre zu verlängern.

Für Torsten Anders ist dies eine „Frechheit“, wie er sagt, denn er beruft sich auf die mündliche Zusage auf eine langfristige Fortsetzung des Pachtverhältnisses.

Volksbank-Chef Klaus Merz weist auf den Eigenbedarf hin. „Wir brauchen den Platz für die Bank“, sagte er in einem Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir sind derzeit schon mehr als überbelegt und wissen nicht, wo wir unsere Mitarbeiter unterbringen können.“ Diese Situation werde sich – eigentlich erfreulicherweise – eher verschlechtern. „Die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg will weitere Personen einstellen“, sagt Merz. Das Geldinstitut will deshalb den Komplex an der Ecke Werner-Senger-Straße / Hospitalstraße für die Erweiterung nutzen. Neben dem „Paulaner“ sollen auch die Bäckerei und die Metzgerei ihre Geschäfte in der Hospitalstraße räumen. Die Konferenz- und Veranstaltungsräume im Obergeschoss sollen zu Büros umgestaltet und ins dann freie Erdgeschoss verlegt werden. Der kleine Blumenladen zwischen Geldinstitut und Gaststätte in der Fußgängerzone bleibt erhalten. Der Paulaner-Biergarten gehört ebenso wie die Apotheke nicht der Volksbank.

Klaus Merz versteht die Enttäuschung des Wirts. Er sei jedoch für die Bank verantwortlich und nicht für die Gastronomie. Der Pächter habe außerdem zwei Optionen, den Pachtvertrag zu verlängern, nicht gezogen. Mit der frühzeitigen Kündigung gebe die Voba ihm die Gelegenheit, sich rechtzeitig neu orientieren zu können.

Torsten Anders will nun weiter um die Zukunft seines Lokals kämpfen, auch im Interesse seiner vielen Stammgäste, die ihn dabei unterstützen wollen.

(bl , hei)

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