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Wege in die Selbstständigkeit

Limburg. 

Für die Wirtschaft und Innovationsfreudigkeit sind sie unentbehrlich, die Gründer; diejenigen, die mit neuen Ideen den Weg in die Selbstständigkeit gehen. Ein Weg, der allerdings überlegt und vorbereitet sein will. Der 18. Gründertag am Mittwoch, 1. Oktober, in der Zeit von 15 bis 17.30 in der „alten“ PPC-Schule, Freiherr-vom-Stein-Platz 1 in Limburg, will eine Einstiegshilfe in diesen Weg leisten.

Die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer liegen seit mehreren Jahren um die 2000 pro Jahr, sagt Matthias Werner von der IHK. Schwerpunkte seien freiberufliche, wissenschaftlich und technische Dienstleistungen, Handeln und Reparatur sowie Instandhaltung von Kraftfahrzeugen, das Baugewerbe und sonstige Dienstleitungen. Das beziehe sich jedoch auf das gesamte Hessenland.

Nach Angaben von Werner führt die Kammer pro Jahr zwischen 350 und 400 Beratungen von Existenzgründern durch. Belastbare Angaben, wie viele von der Gründern mittel- oder langfristig am Markt bleiben, kann Werner nicht machen. Nach Schätzungen sei davon auszugehen, dass nach fünf Jahren noch etwa 60 Prozent der Gründungen bestehen. Klar erkennbar sei, dass Gründungen mit mehreren Personen und Gründungen aus der Hochschule eine höhere Überlebenschance haben.

Nicht aus der Not heraus

Der Weg in die Selbstständigkeit darf nicht aus der Not heraus geboren werden, sagen Ralf Fischer von der Agentur für Arbeit und Heiko Kruse von den Wirtschaftsjunioren Limburg-Weilburg-Diez übereinstimmend. Ziel einer Unternehmensgründung sei es nicht, einige Monate später bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter zu landen, so Fischer weiter. Allerdings gab es vor einigen Jahren einen Boom mit Gründungen, die aus der Not heraus auf den Markt gekommen waren. Nach Angaben von Fischer gibt es auch die deutlich ablesbare Entwicklung, wonach es in Zeiten einer florierenden oder guten gehenden Wirtschaft das Interesse an Neugründungen geringer ist als in Zeiten mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ein gutes Geschäftsmodell ist für ihn ebenso zwingend für eine Neugründung wie ein belastbarer Businessplan.

„Oft ist es die Finanzierung, an der die Gründung scheitert“, sagt Heiko Kruse. Eine gute Idee allein reiche eben nicht aus, so der Wirtschaftsjunior. Auch die Finanzierung, mit dieser Idee an den Markt zu gehen, müsse stimmen. Durchsetzungsfähigkeit und die Eigenschaft, Ziele konsequent zu verfolgen, zählt er als weitere Voraussetzungen bei den Gründern auf.

Nachfolge im Handwerk

Auch im Handwerk werden Gründer eine immer größere Rolle spielen. Das liegt nach Angaben von Stefan Lassmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, allein schon daran, dass in zahlreichen Betrieben Nachfolger gesucht werden. Dass dabei automatisch auf Mitglieder der eigenen Familie zurückgegriffen werden kann, sei schon lange nicht mehr der Fall.

Der Erfolg hängt für Lassmann im wesentlichen auch damit zusammen, dass Fachkenntnisse aus dem Handwerksberuf vorhanden sind und zudem die Bereitschaft gibt, eventuell bestehende Lücken im kaufmännischen Bereich zu schließen. Allerdings sei es in einigen Handwerksbranchen heute noch nicht einmal nötig, eine entsprechende Ausbildung geschweige denn einen Meisterbrief vorzulegen.

Die Betriebsnachfolge im Handwerk ist eines der Schwerpunktthemen, dem sich der 18. Existenzgründertag widmet. Zu den Themen, die ebenfalls im Rahmen eines Vortrags vorgestellt werden, gehören „Chancen und Risiken einer Existenzgründung“ sowie und „Existenzgründung im Onlinehandel: Eigener Shop, Ebay, Amazon & Co – Was lohnt sich?“. In einer anschließenden Diskussionsrunde stellen sich drei Gründer vor und berichten von ihren Erfahrungen. Zudem können sich Gründungswillige an 15 Beratungsinseln individuell von Experten beraten lassen.

Veranstalter des Gründungstages sind die Industrie- und Handelskammer Limburg, Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez sowie die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Das Programm- und Ausstellungsverzeichnis gibt es im Internet unter www.wfg-limburg-weilburg-diez.de. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. jl

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