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Freundschaft: Wiedersehen zum Jahrestag der deutsch-französischen Begegnungen

Von Vor 55 Jahren unterschrieben der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer in Paris den Elysée-Vertrag. Damit besiegelten sie die deutsch-französische Zusammenarbeit und Freundschaft. Fast genauso alt ist die Freundschaft, die einige Niederbrechener mit Familien aus der nordfranzösischen Stadt Lens pflegen.
Vor dem „Chez Casimir“ in Lens (v. l.): Agnès Boutry, Christine Kopaczyk, Francine Boutry, Franz Arthen, Willi Schupp, Klaus Friedrich, Karl Schöberl und Hubert Edel. Bilder > Vor dem „Chez Casimir“ in Lens (v. l.): Agnès Boutry, Christine Kopaczyk, Francine Boutry, Franz Arthen, Willi Schupp, Klaus Friedrich, Karl Schöberl und Hubert Edel.
Niederbrechen. 

Das enge Verhältnis zwischen Lens und Niederbrechen entwickelte sich seit der Zeit der deutsch-französischen Begegnungen zwischen Jugendlichen aus beiden Orten und deren Umgebung. Vor 51 Jahren fuhr zum ersten Mal eine Gruppe aus dem Goldenen Grund in die nordfranzösische Stadt. Aus Anlass des Jubiläums hatten im vergangenen Jahr vier Frauen aus Niederbrechen die Freunde in Lens besucht. Jetzt waren die Franzosen für einige Tage im Goldenen Grund zu Gast.

„Der deutschen und französischen Jugend sollen alle Möglichkeiten geboten werden, um die Bande, die zwischen ihnen bestehen, enger zu gestalten und ihr Verständnis füreinander zu vertiefen. Insbesondere wird der Gruppenaustausch weiter ausgebaut“, heißt es im Elysée-Vertrag. Zu diesem Zweck wurde das deutsch-französische Jugendwerk gegründet, das aus einem Gemeinschaftsfonds beider Länder Begegnung und Austausch von Schülern, Studenten, jungen Handwerkern und Arbeitern beider Ländern fördert. Diese Förderung ermöglichte über Jahre die Begegnungen zwischen jungen Leuten aus Niederbrechen und Lens. Deutsche wie Franzosen konnten so das jeweils andere Land, die Menschen und die anderen Lebensweisen kennenlernen.

Reichlich Gesprächsstoff

Die Gäste aus Frankreich und einige der früheren deutschen Teilnehmer des Jugendaustauschs erwartete jetzt im alten Rathaus in Niederbrechen eine Ausstellung mit Bildern und Dokumenten aus 50 Jahren deutsch-französischer Begegnungen. Material, das natürlich für reichlich Gesprächsstoff sorgte: Erinnerst du dich noch an die Holzhütten am Mont-Saint-Michel, an die stürmische Überfahrt nach England mit dem Hovercraft, an die unzähligen Grabkreuze auf den Soldatenfriedhöfen, an die stürmischen Wellen am Cap Gris-Nez, an die Sonntage in den französischen Familien? Und so weiter und so weiter . . .

Erste Begegnung vor einem halben Jahrhundert: Wie ...

Françoise Brunet-Duribreux erinnert sich noch gut an ihren ersten Aufenthalt in Niederbrechen vor einem halben Jahrhundert. Vor allem an die Schule, in der die französischen Mädchen damals untergebracht waren.

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Nicht alle, die damals dabei waren, erkannten sich auf den alten Fotos wieder. Immerhin liegen 50 Jahre zwischen ihnen und der Gegenwart, und manche Erinnerung bedurfte der Auffrischung. Lydia Arthen hatte die Ausstellung zusammengestellt. Sie war es auch, die über all die Jahrzehnte den Kontakt zur Familie Duribreux pflegte und der die beiden jüngsten Treffen zu verdanken sind. Gregor Beinrucker vom Gemeindearchiv half bei der Suche und der Auswahl der Erinnerungsstücke. Mit dabei war auch Annelie Gerlach aus Haintchen. Dort hatte diese besondere deutsch-französische Geschichte einst ihren Anfang genommen. Auf Initiative des damaligen Haintchener Pfarrers Joachim Andres waren im Juli 1965 40 Jugendliche und drei Geistliche aus Lens im Zeltlager im Taunus. 1966 fuhr Pfarrer Andres mit 34 Jungen aus dem Dekanat, darunter vier aus Haintchen, nach Frankreich.

Gefühl der Verbundenheit

Nicht verblasst ist im Laufe der Jahrzehnte das Gefühl der Verbundenheit, das nicht zuletzt aus den gemeinsamen Erinnerungen resultiert und bis in die Gegenwart reicht. Dies wurde erneut deutlich beim anschließenden Treffen im Hause von Brigitte Sutherland. Ihre Eltern Hubert und Gustel Steul hatten neben anderen Niederbrechener Jugendgruppen nach Frankreich begleitet und dort versorgt.

„À notre amitié – auf unsere Freundschaft“ – hieß es am Ende, und alle waren sich einig: Diese Freundschaft wird auch die kommenden Jahre Bestand haben.

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