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Masgeik-Stiftung und Verkehrsverein Frickhofen: Winterwanderung über Grenzen und Getier

Um Grenzen, Tiere und Geschichte ging es bei der geführten Winterwanderung von Masgeik-Stiftung und Verkehrsverein Frickhofen.
Auf halber Strecke der Winterwanderung sorgte der Verkehrsverein Frickhofen für die Wegzehrung. Foto: Klaus-Dieter Häring Auf halber Strecke der Winterwanderung sorgte der Verkehrsverein Frickhofen für die Wegzehrung.
Molsberg/Dornburg. 

Die Winterwanderung der Will-und-Liselott-Masgeik-Stiftung aus Molsberg und des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Frickhofen war am Wochenende eine der letzten Möglichkeiten, die weiße Pracht noch einmal intensiv zu erleben.

Neben der Wanderung durch den Schnee am Watzenhahn stand die dort verlaufende Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz im Fokus. Naturschutzreferent Philipp Schiefenhövel führte die 20-köpfige Gruppe. Los ging es in Wilsenroth über einen schmalen Pfad durch eine Basaltblockschüttung hinauf auf die Erhebung des Watzenhahns. Gleich auf den ersten zehn Metern entdeckten die Spaziergänger die ersten Tierspuren: Dachskot und Abdrücke von Rehen. Im Laufe der Tour stießen die Teilnehmer auch auf Fährten von Hasen, Eichhörnchen, Wildschweinen, Füchsen, einem Marder und natürlich menschliche Fußabdrücke oder von deren Nutztieren wie Pferd und Hund.

Hackspuren vom Specht

Darüber hinaus sichteten die Wanderer Fraßspuren wie die Hackspuren des Schwarzspechtes an einem Fichtenstamm, Wühl- und Grabspuren von Reh, Wildschwein und Dachs oder Vogelnester und einige Greifvogelhorste. Die Erbauer dieser Behausungen wie Erlenzeisig, Fichtenkreuzschnabel, Wintergoldhähnchen, Dompfaff oder Eichelhäher und Rabenkrähen wurden ebenfalls gesichtet und belauscht.

Ein weiterer Aspekt der Wanderung waren die auf beiden Länderseiten bereits erbauten oder kurz vor Baubeginn stehenden Windkraftanlagen. Philipp Schiefenhövel erläuterte die Vorgehensweise und notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfungen, die zur Errichtung dieser Anlagen notwendig sind. Er erklärte auch Unterschiede zwischen den Bundesländern. So werden zum Beispiel die Windkraftanlagen in Hessen vorwiegend auf Gemeindeebene sowie den übergeordneten kreisweiten Regierungspräsidien geplant und umgesetzt, während in Rheinland-Pfalz in den meisten Fällen die Flächennutzungspläne der Verbandsgemeinden für die Ausweisung von Windkraftanlagen maßgebliche Steuerungsinstrumente sind. Ein weiterer Aspekt der Wanderung waren verschiedene historische Hintergründe zu der Landesgrenze. Die Gruppe besichtigte zum Beispiel das Geotop des Dornburger Dreiherrensteins, wo sich die Grenzen der damaligen Grafschaften Nassau-Oranien, Leiningen-Westerburg und des Kurfürstentums Trier trafen. Einer Erzählung zufolge sollen sich die damaligen Herrscher dort im 16. Jahrhundert getroffen haben. Der Dreiherrenstein bot ihnen Sicherheit, da sie ihr Territorium bei Auseinandersetzungen nicht verlassen mussten.

Es ging aber auch vorbei an einem Gebiet, das als „störungsfreier Waldabschnitt“ entlang der Grenze beider Forstreviere ausgewiesen ist. Diese Bereiche dürfen nicht bewirtschaftet werden. Dort finden störungsempfindliche Arten wie Schwarzstorch und Wildkatze, aber natürlich auch alle anderen Wildtiere Rückzugsräume. Nicht weit davon, am Rastplatz Taunusblick, machte die Wandergruppe eine Pause mit Kaffee und Kuchen, den der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frickhofen zur Ankunft der Wanderer bereitstellte.

Rot-weiße Flatterbänder

Was die rot-weißen Flatterbänder und Nummern an Bäumen mitten im Wald sollten, war erst nach der Wanderung klar: Der Jagdpächter hatte sie aufgehängt, um den an einer Jagd teilnehmenden Jägern ihre Standorte zu markieren.

Nach 4,5 Stunden Wanderzeit, eingestreut mit etlichen Informationen erreichte die Wandergruppe Dorndorf, den Zielpunkt der Wanderung, wo sich die Teilnehmer von Philipp Schiefenhövel für die gut organisierte und informative Wanderung bedankten. kdh

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