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Flohmarkt des Arbeitskreises Senioren: Abschied mit ein bisschen Wehmut

Horst Raab (re.) hat in Hans Erich Willig einen Nachfolger für die Organisation des Flohmarkts am Bahnhof gefunden. Foto: Knapp Horst Raab (re.) hat in Hans Erich Willig einen Nachfolger für die Organisation des Flohmarkts am Bahnhof gefunden.
Kriftel. 

„Ich habe schon was bereit gelegt“, rief Gabriele Dietrich, als sie sah, dass Horst Raab auf ihren Stand zukam. Sie holte aus ihrer Jackentasche ein paar Euro, die sie in das dicke Leberecht-Schwein warf. Die Geschäfte beim 28. Flohmarkt des Arbeitskreises Senioren am Bahnhof waren für die Eschbornerin am Sonntag richtig gut gelaufen, so dass sie auch gerne etwas für die Stiftung des Höchster Kreisblatts abgab.

Auch Ralph Elwenn zuckte sofort das Portemonnaie und steckte ein Scheinchen in das Schweinchen. Der Familienvater hatte für den Flohmarkt alles zusammensucht, „was so im Keller rumlag“, während seine drei Töchter ihren Kleiderschrank ausgemistet hatten und auch Spielsachen zum Verkauf anboten, die schon lange in der Ecke lagen. Das Schöne an dem Flohmarkt am Bahnhof sei, dass man auch noch spontan einen Stand aufbauen könne und sich nicht mit einer Anmeldung festlegen muss, sagte eine Hofheimerin.

Für Horst Raab war der Flohmarkt allerdings wenig mit Wehmut behaftet. Zum letzten Mal ging er um die Mittagszeit von Stand zu Stand und bat statt einer Standgebühr um eine Spende für den guten Zweck. Aus gesundheitlichen Grünen sei es an der Zeit aufzuhören, erklärte der 74-Jährige den Verkäufern, von denen viele schon seit Jahren Stammkunden sind.

„Ich fand es schön, dass er damals den Flohmarkt weitergeführt hat“, erinnert sich eine Kriftelerin, dass Horst Raab vor rund zehn Jahren den Flohmarkt von Wolfgang Brockmann übernommen hatte, der diesen als Veranstaltung aus dem Arbeitskreis Senioren ins Leben gerufen hatte. „Ein bisschen tut es mir auch schon leid, dass ich aufhören muss“, sagt Horst Raab. Obwohl er bekennt, dass er eigentlich nicht der große „Flohmarkt-Fan“ sei, ist ihm das Schnäppchen-Geschäft am Bahnhof mit der Zeit doch „an Herz gewachsen“.

Und den Verkäufern, die unisono ihr Bedauern über das Ausscheiden des langjährigen Marktmeisters äußerten, konnte Raab versichern: Es geht weiter. „Das ist schön“, sagt Ralph Elween, „dieser Flohmarkt muss erhalten bleiben. Der gehört einfach zu Kriftel dazu“.

Und das soll er auch bleiben. Horst Raab hat nämlich schon jemanden gefunden, der sich künftig um die Organisation des Flohmarkts am Bahnhof kümmern möchte. Der Kioskpächter Hans Erich Willig unterstützt schon seit fünf Jahren Horst Raab. „Meinst Du, ich kann das?“, hatte Willig gefragt. Der musste nicht lange überlegen. „Warum nicht?“, erwiderte Raab und sagte seinem Nachfolger selbstverständlich seine Unterstützung zu.

„Es wäre ja auch wirklich schade, wenn der Flohmarkt einschlafen würde“, sagt Willig. Nur ob es bei dem Termin am ersten Sonntag im Mai bleiben soll, das ist für Willig noch fraglich: „Vielleicht gehen wir auch ans Ende des Monats, dann sei vielleicht das Wetter auch besser. Wir bleiben aber auf jeden Fall im Wonnemonat.“ Auch unter der neuen Regie, das ist klar, soll der Erlös aus dem Flohmarkt der Stiftung Leberecht zugute kommen. Am letzten Sonntag kamen 213,50 Euro zusammen, die die Stiftung des Höchster Kreisblatts geistig und körperlich behinderten Kindern zugute kommen lassen wird.

Viele Verkäufer haben sich auch schon den 4. September als Termin für den Herbstflohmarkt des Arbeitskreises Senioren im Freizeitpark notiert. Auch für die Organisation dieses Flohmarktes, der stets um die 100 Verkäufer anlockt, sucht Horst Raab noch Helfer, die ihn unterstützen und vielleicht künftig dieses beliebte Markttreiben im Grünen übernehmen werden.

(ulk)
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