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Besonderer Job: Als Au-Pair-Omi San Francisci entdeckt

Im Alter von 60 Jahren machte sich Marion Hein auf, um als Au-Pair-Omi San Francisco zu entdecken. Morgen berichtet sie bei einem Vortrag von ihren Erlebnissen, dieser Zeitung gewährte sie bereits vorab Einblicke.
Marion Hein arbeitete als Tagesmutter der damals 19 Monate jungen Maia in San Francisco. Marion Hein arbeitete als Tagesmutter der damals 19 Monate jungen Maia in San Francisco.
Kriftel. 

Inspiriert von ihrem Sohn David, der nach dem Abitur anderthalb Jahre durch Asien und Australien reiste, packte Marion Hein vor drei Jahren die Sehnsucht nach der Ferne. Sie selbst war nie alleine im Ausland, wollte dies jedoch unbedingt nachholen und forschte im Internet nach interessanten Möglichkeiten. Auf der Vermittlungsplattform „Granny Aupair“ („Granny“ ist im Englischen eine Koseform für Großmutter, zu Deutsch etwa „Omi“) wurde Hein letztlich fündig. Nach kurzer Zeit hatte sie gleich mehrere Angebote von Familien, die für ihren Nachwuchs eine Teilzeit-Großmutter suchten. Aus Äthiopien, Südafrika, China und Südkorea kamen die Anfragen, am Schluss hatte Hein die Wahl auf zwei Familien aus den Vereinigten Staaten eingegrenzt. „Ich hatte eigentlich keinerlei Präferenzen“, verrät sie, „außer der einen: Es sollte wärmer als im winterlichen Deutschland sein.“ Somit fiel eine der beiden Optionen, die ins noch frostigere New York geführt hätte, weg. Übrig blieb der Job im sonnigen San Francisco.

Chemie stimmte

„Ein absoluter Glücksfall“, sagt Marion Hein rückblickend. Das amerikanische Ehepaar, zu dem es sie verschlug, hatte bereits zuvor drei andere „Grannys“ engagiert und konnte ihr so aus dem Erfahrungsschatz helfen. Zudem stammt Mutter Anke aus Berlin, zog vor acht Jahren zu ihrem Gatten James in die USA. „Wir haben dann mehrere Male geskyped“, berichtet Hein, „und die Chemie hat gestimmt.“ Daher ging sie im Januar 2015 für vier Monate als Tagesmutter der damals 19 Monate jungen Maia nach San Francisco.

Vor Ort machte sich zunächst allerdings Ernüchterung breit. „Ich war am Anfang regelrecht enttäuscht von San Francisco“, gesteht Hein, „es gibt aus Erzählungen im Allgemeinen ein sehr geschöntes Bild von der Stadt.“ An vielen Stellen prägten Obdachlose, die häufig in kleinen Kolonien auf den Straßen und unter Brücken leben, sowie Unrat das Stadtbild.

Fünf Tage in der Woche hütete Hein Haus und Kind von Anke und James, die beide berufstätig waren, am Wochenende zog sie dann auf eigene Faust los. Da ihre Gastgeber neben der üblichen Kost und Logis auch ein Smartphone und Zugang zu sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung stellten, konnte sie sich frei in der Stadt bewegen. Und siehe da – mit jedem Ausflug wuchs ihr San Francisco mehr und mehr ans Herz. Ihre Impressionen hielt sie in Wort und Bild in einem Web-Blog fest.

Frühling und Herbst

Wenn Marion Hein die Gegend erkundete, dann hatte sie stets einen Rucksack mit zahlreichen Kleidungsstücken dabei – aus gutem Grund. Bereits im Vorfeld erklärte ihr Anke, dass es vor Ort eigentlich nur zwei Jahreszeiten – Frühling und Herbst – gäbe. „Das hat sich auch als wahr herausgestellt“, bestätigt Hein, „allerdings herrschen dort starke Winde, die sehr unangenehm sein können, wenn man nicht gerade aus Hamburg stammt.“ Zudem tritt in San Francisco auch das Phänomen des Mikro-Klimas auf. Es kann gut sein, dass man um eine Straßenecke geht und plötzlich herrschen komplett andere Klimabedingungen. Gleiches gilt für die kulturellen Einflüsse in den einzelnen Bezirken, die auf engstem Raum im starken Kontrast zueinander stehen. Ob Little Italy, Chinatown, Japantown oder das liberale Castro – Marion Hein schaute sich überall um und dokumentierte ihre zahlreichen Einflüsse.

Einige davon gibt sie am Donnerstag im Rat- und Bürgerhaus zum Besten. Los geht es um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Insbesondere möchte sie aber allen, die selbst Interesse an einem solchen Au-pair-Abenteuer haben, Tipps mit an die Hand geben. Eine Empfehlung an Unentschlossene spricht sie schon jetzt aus. „Es war fantastisch“, schwärmt die „Granny“, „anders kann ich es nicht beschreiben“.

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