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Wiese kaputt: Auf die Almhütte Deluxe folgt die Schlammschlacht

Durch den Regen vor dem Abbau der Almhütte wurde der Stadtpark stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass der Betreiber für den Schaden aufkommen muss.
Die Alm ist weg, der Acker noch da. Zustand der Wiese am Hattersheimer Weiher nachdem die Almhütte abgebaut ist. Foto: Knapp Die Alm ist weg, der Acker noch da. Zustand der Wiese am Hattersheimer Weiher nachdem die Almhütte abgebaut ist.

Wird die Rosenstadt zur Kurstadt? Diese Vermutung äußert zumindest Rita Becker, die eine Kinderbetreuung im Grünen Haus am Stadtpark leitet. Von ihrem Arbeitsplatz hat sie einen guten Blick auf die Wiese am Weiher – oder das, was davon übrig ist. „Sobald die Alm komplett abgebaut ist, können die Kurgäste Schlammbäder für einen gesunden Teint und reine Haut nehmen“, witzelt die Hattersheimerin, die versucht, die Situation mit Humor zu nehmen. Seit dem Abbau der Almhütte Deluxe gleicht die Wiese nämlich einem Schlachtfeld. Tiefe Reifenspuren ziehen sich durch die Erde, und das verbliebene Grün muss man zwischen der aufgewühlten Erde förmlich suchen.

Der momentane Zustand der Anlage ist Wasser auf die Mühlen der Opposition. Die SPD hatte im Vorfeld unter anderem kritisiert, dass das Alm-Projekt der Wiese schaden könnte. Kein großes Problem sieht hingegen Bürgermeister Klaus Schindling (CDU), der sich gestern auf Nachfrage des Kreisblatts gelassen gab. Der Verwaltungschef musste sich in den vergangenen Monaten einiges zum Thema Almhütte anhören, nachdem er den Vertrag mit dem Betreiber Reinhard Lieb geschlossen hatte.

Keine Frage – auch Schindling hätte sich die gegenwärtige Situation anders gewünscht. Er sei im Vorfeld nicht davon ausgegangen, dass die Wiese so aussehen würde, erklärt der Bürgermeister. Der Schaden sei zustande gekommen, weil der Boden durch den tagelangen Regen vor dem Abbau aufgeweicht war. Der Abbau habe sich aufgrund des festen Termins aber nicht mehr verschieben lassen, sagt Klaus Schindling.

Es sei jedoch klar, dass der Betreiber der Hütte für die Kosten der Instandsetzung herangezogen werde. „Das muss schon der Verursacher zahlen“, betont der Hattersheimer Verwaltungschef. Die Verantwortung für Schäden sei vertraglich geregelt.
Klaus Schindling spricht sich dafür aus, den Schaden nicht zu dramatisch zu bewerten. Natürlich wolle er die Zerstörung der Wiese nicht bagatellisieren, erläutert der Rathauschef. Bei genauer Betrachtung sei aber auch kein Schaden entstanden, der sich nicht leicht wieder beheben ließe. „Nichts wächst einfacher als Gras“, so Schindling. Außerdem werde die Wiese während des Winters vorerst nicht mehr genutzt.

Die Almhütte Deluxe, die von Anfang September bis zum Beginn dieses Monats im Stadtpark stand, war von Beginn an Kritik ausgesetzt: Der Hattersheimer Gewerbeverein kritisierte den Standort und bemängelte, dass die umliegenden Gewerbetreibenden nicht informiert wurden. Die SPD beantragte eine Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses und beschwerte sich darüber, dass die politischen Gremien nicht über den Vertrag mit der Gaudi-Hütte in Kenntnis gesetzt wurden. Schließlich erwirkte der Betreiber des benachbarten Parkhotels eine einstweilige Verfügung , die dem Alm-Betreiber eine musikalische Beschallung über 45 Dezibel untersagte.

Die Entscheidung, den Almhütten-Vertrag ohne die Beteiligung der Gremien abzuschließen, hält Verwaltungschef Schindling weiterhin für richtig. Es habe sich um einen Gestattungsvertrag gehandelt, dessen Abschluss Schindling als reine Verwaltungshandlung wertet. „Das sehe ich immer noch so“, erklärte der Bürgermeister gestern. Aus den vergangenen Monaten habe er aber gelernt, dass es künftig bei ähnlichen Projekten besser sei, die umliegende Gastronomie zu informieren. Eine Neuauflage an einem anderen Standort könnte sich der Bürgermeister durchaus vorstellen. „Die Nachfrage war gut“, erklärt Klaus Schindling.

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