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Rund drei Millionen Euro: Das Dalberghaus steht zum Verkauf

Von Das Dalberghaus an der Bolongarostraße soll wieder den Besitzer wechseln. Für rund 2,95 Millionen Euro wird das Gebäude im Internet angeboten. Schäden sollen vor dem Verkauf aber noch beseitigt werden.
Das Dalberghaus in der Bolongarostraße 186 soll verkauft werden. Im Internet werden 2,95 Millionen Euro aufgerufen. Bilder > Foto: Maik Reuß Das Dalberghaus in der Bolongarostraße 186 soll verkauft werden. Im Internet werden 2,95 Millionen Euro aufgerufen.
Höchst. 

Norbert Rupprath, einer der Eigentümer des Dalberghauses, gibt es unumwunden zu: „Wir wollen die Gunst der Stunde nutzen.“ Was er meint, wird beim Blick auf die Immobilienanzeigen im Internet klar: Dort steht das historische Gebäude zum Verkauf; 2,95 Millionen Euro sind als Preis angegeben. Beworben wird das Haus in Bolongarostraße 186 mit: „Provisionsfrei! Einmalige Gelegenheit! Ein Frankfurter Kulturdenkmal sucht neuen Besitzer!“

Ob sich ein solcher angesichts des Preises einfach finden lässt, ist offen. „Wir sind schon auf Nachfrage gestoßen“, betont hingegen Rupprath. Allerdings hatten er und seine Kollegen, deren HPM Beteiligungsgesellschaft das Dalberghaus gehört und die auch die „Terra-Immobilien“ am Höchster Marktplatz leiten, das Gebäude vor knapp dreieinhalb Jahren schon einmal inseriert. Der aufgerufene Preis betrug damals nur 1,1 Millionen Euro. „Der war zu niedrig angesetzt“, erklärt Rupprath, es habe sich nur um „einen Gehversuch“ gehandelt.

Das soll nun ganz anders sein. „Jetzt wird wirklich verkauft“, erklärt der Miteigentümer. Es bestehe allerdings nicht der Zwang, dies von heute auf morgen zu tun. Die massive Preissteigerung erklärt Rupprath übrigens nicht nur mit dem damals zu niedrigen Angebot. Sie sei auch der Marktsituation geschuldet. „Auch in Höchst sind die Preise stark gestiegen“, sagt er.

Komplett vermietet

Verkauft wird in diesem Fall nicht das Gebäude, sondern die HPM Beteiligungsgesellschaft, zu der aber das Dalberghaus gehört. Es beinhaltet vier vermietete Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten. Auch diese sind derzeit vermietet: An das Evangelische Familienzentrum Höchst, das hier unter anderem ein Eltern-Kind-Café betreibt, an die Cembalo-Werkstatt von Christian Fuchs und an den Kulturkeller Höchst. Letzterer befindet sich im eindrucksvollen Keller mit Kreuzgrat-Gewölben. „Es ist solide und zu moderaten Preisen vermietet“, sagt Rupprath.

Wenn es nach ihm geht, sollen die Mieter bleiben können. Zumindest müsse der Käufer die Verträge übernehmen. Und das sei auch attraktiv. „Es handelt sich um ein reines Kapitalprojekt. Da kann man froh sein, wenn es so gut vermietet ist“, sagt der Miteigentümer. Übernehmen muss dessen Nachfolger übrigens auch die Erbpacht. „Das Haus ist eine Perle. Wer es kauft, dem geht es nicht nur um die Rendite“, betont Rupprath. Warum er es trotzdem verkaufen will? Man wolle mit „Terra Immobilien“ weiter investieren und sich weitere Liquidität verschaffen. „Es geht um neue Herausforderungen“, sagt er.

Renate Grossbach von der Bürgervereinigung Höchster Altstadt wäre es am liebsten, die Stadt würde das Gebäude wieder übernehmen, das ihr ja einst gehörte (siehe Beistück). „Sie hätte da schon eine gewisse Verpflichtung“, findet sie, weiß aber, dass das unrealistisch ist. Trotzdem würde sie sich zumindest wünschen, dass die bisherigen Mieter bleiben könnten. Denn somit seien zumindest Teile des Gebäudes für die Öffentlichkeit zugänglich. „Das ist in Ordnung.“

Vernachlässigte Fassade

Kritisch sieht Grossbach dagegen den Zustand: „Die Fassade ist vernachlässigt, hat sogar ein Loch“, sagt sie mit Blick auf die Mauer zur Bolongarostraße. „Da gab es beim Kauf Auflagen“, bestätigt Stefan Timpe vom Denkmalamt der Stadt. Schließlich sei das Dalberghaus damals günstig verkauft worden. Rupprath kann beide (wie auch potenzielle Käufer) beruhigen: Die Fassade zur Bolongarostraße hin werde noch vor dem Verkauf erneuert. „Das ist bereits in Auftrag gegeben.“ Man habe in mehr als zehn Jahren viel investiert. „Es war kein Spekulationsobjekt“, betont er.

Einen weiteren Bauplatz auf dem Areal, 2011 noch ein Thema, gibt es laut dem Miteigentümer nicht mehr. Dafür sei es aber möglich, das Dachgeschoss des Hauses auszubauen. „Über 200 Quadratmeter Wohnfläche sind dort vorstellbar“, sagt er, verweist aber darauf, dass dazu zwar Gespräche geführt wurden, aber keine Genehmigung vorliegt. Bisher hat das Dalberghaus 927 Quadratmeter vermietete Fläche und die Wohnfläche beträgt 501 Quadratmeter.

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