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Überraschende Funde: Das Mainufer und der Müll

Die Stadtverordneten haben vor der Sommerpause beschlossen, dass der Magistrat gegen unhaltbare Zustände am Mainufer in Eddersheim und Okriftel vorgehen soll. Doch wie schlimm ist es dort tatsächlich? Kreisblatt-Mitarbeiter Sascha Kröner hat auf einer Besichtigungstour die Uferwege- und -anlagen in Eddersheim und Okriftel inspiziert.
Von Zigaretten- und Arzneimittelverpackungen, alten Zeitungen, Malerpinseln und Plastiktüten bis hin zu Stacheldraht reichen die Hinterlassenschaften entlang der Mainufer-Wege von Eddersheim und Okriftel. Bilder > Foto: Kröner Von Zigaretten- und Arzneimittelverpackungen, alten Zeitungen, Malerpinseln und Plastiktüten bis hin zu Stacheldraht reichen die Hinterlassenschaften entlang der Mainufer-Wege von Eddersheim und Okriftel.
Eddersheim/Okriftel. 

Sieht doch gar nicht so schlimm aus, urteile ich, als ich mein Fahrrad durch die Grünanlage am Eddersheimer Mainufer lenke. Dort scheint auf den ersten Blick alles ziemlich sauber zu sein. Oder doch nicht? Einen kurzen Moment später ziehe ich die Bremse, weil mir ein Gegenstand ins Auge sticht, der hier nichts zu suchen hat: Der erste Abfall, den ich auf der Wiese am Main entdecke, ist ein zerknüllter weißer Plastikbecher. Noch könnte Reinhard Odey (Bündnis 90/Die Grünen) richtig gelegen haben. Der Stadtverordnete hatte den CDU-Antrag bei der letzten Stadtverordnetenversammlung vor den Sommerferien mit dem Hinweis kommentiert, dass er bei einem Kontrollgang am Ufer lediglich zwei Pappbecher gefunden habe. Mal schauen, ob ich mehr entdecken kann, denke ich mir und trete wieder in die Pedale.

„Sumo“-Verpackungen

Weit muss ich nicht fahren. Während die eigentliche Grünanlage recht sauber aussieht, werde ich entlang des Ufers sehr schnell fündig. Ich stoppe mein Rad an einer der Treppen, die zum Wasser hinab führen, und lasse den Blick über den Boden schweifen. Tatsächlich: Genau dort, wo die mit Steinen gepflasterte Böschung auf den Grünstreifen am Ufer trifft, hat jemand seinen Abfall zurückgelassen. Zwischen den Grashalmen glänzen zwei Plastikverpackungen – eine trägt die auffällige Aufschrift „Sumo“. Mit japanischen Schwergewichtsringern haben die ärgerlichen Hinterlassenschaften allerdings überhaupt nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um den Markennamen eines Herstellers für Angelhaken. Offensichtlich hat es hier ein Petrijünger mit der Abfallentsorgung nicht so genau genommen. Auf den folgenden Metern in Richtung des Pavillons am Mainufer bietet sich mir ein ähnliches Bild: Im Vorbeifahren scheint alles in Ordnung – doch sobald ich absteige und mir die Mühe mache, den Uferstreifen abzulaufen, entdecke ich Spuren von Anglern oder Spaziergängern.

Auf verkohlten Holzresten finde ich eine Plastikschale mit Abdeckung. Sieht so aus, als hätte sich hier jemand den Salat einer Pizzeria gegönnt. Einige Meter weiter stoße ich auf eine durchsichtige Plastikschachtel im nassen Gras. Ich muss mich nur umdrehen, um zusätzlich noch eine leere Gummibärchen-Tüte zu entdecken, die sich im Gestrüpp verfangen hat. In der Nähe des Pavillons auf Höhe der Propsteistraße klebt eine Plastiktüte an der Uferböschung. Ich beschließe, nun eine kleine Runde abseits des Ufers zu drehen. An der Mönchhofstraße fällt mit ein pinkfarben aussehendes Gewächs am Fuße eines Baumes auf. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass hier jemand eine Einbuchtung im Stamm genutzt hat, um seinen Eisbecher zu entsorgen. Der nächste Papierkorb war wohl zu weit entfernt. Ansonsten sieht der Grünstreifen entlang der Straße jedoch ordentlich aus.

Also zurück zum Ufer: Zwischen Pavillon und Staustufe kraxele ich erneut die Böschung hinab und finde auch diesmal Dinge, die dort nicht hingehören. Neben zwei Steinen liegt ein schwarzer Gurt mit Plastikschnalle. Wer den wohl verloren hat? Im selben Bereich finde ich eine leere Schnapsflasche und einen blauen Müllbeutel. Damit endet dann auch der kurze Besuch in Eddersheim. Meine besondere Radtour ist allerdings noch nicht zu Ende: Als nächste Etappe habe ich mir das Okrifteler Mainufer, von der Phrix bis zum Wäldchen, vorgenommen.

Am Wäldchen entlang

Auch im zweiten Stadtteil muss ich nicht lange suchen: Ganz in der Nähe der alten Phrix-Papierfabrik führt ein Trampelpfad zum Ufer. Dort erwartet mich eine regelrechte Anhäufung von Abfällen: Alufolie, eine Burger-Verpackung und erneut Schnapsflaschen. Außerdem hat jemand einen alten Malerpinsel und leere Verpackungen zwischen die Steine am Ufer gestopft. Die Funde werden kurioser und überraschender: Auf der Fahrt in Richtung Kinderspielplatz entdecke ich Stacheldraht und Plastikfetzen, die zwischen dem Grün des Uferstreifens aus braunem Laub ragen. Hier sollte wohl besser niemand seinen Hund frei laufen lassen, grübele ich. Beim Besuch in Okriftel fällt schnell auf, dass die Grünanlagen entlang des Mains wesentlich verschmutzter sind als im Nachbarstadtteil. Im Umkreis von zwei Bänken auf der Höhe des Spielplatzes liegen Zigarettenpäckchen, Getränkepackungen und eine alte Tageszeitung. Ein paar Meter weiter wird eine Chipstüte mitten auf den Weg geweht. Auch die kleine Anlage mit Rosenbeeten und Sitzgelegenheiten, die sich unweit des Ufers befindet, macht einen erbärmlichen Eindruck. Man muss nicht lange zwischen den Blumen suchen, um Verpackungsreste von Eis oder Schokoriegeln zu finden.

Wenig einladend sind auch ein Tisch und zwei dazugehörige Bänke: Auf dem Boden liegen Zigarettenschachteln, Kippenstummel und eine leere Tablettenpackung. Ich muss daran denken, dass es in Eddersheim eine Interessengemeinschaft gibt, die regelmäßig Säuberungsaktionen am Main durchführt. Eine ähnliche Initiative würde dem Okrifteler Mainufer auch gut tun.

Ich rolle mit meinem Rad langsam weiter am direkten Uferbereich entlang und finde unter anderem eine achtlos weggeworfene Verpackung von Tiefkühlkost. Worum es sich handelte, lässt sich aus der Entfernung nicht mehr entziffern. Klar ist jedoch, dass das Plastik hier nicht hingehört. Dasselbe gilt für mehrere weitere Funde, die ich am Ufer entlang des Okrifteler Wäldchens mache: Offensichtlich haben sich hier Menschen Sesamstangen, Joghurtdrinks, Diät-Cola und eine 250-Gramm-Packung Eis schmecken lassen. Dies legen zumindest die Packungen nahe, die im Grün entlang des Flusses liegengeblieben sind. An diesem Punkt beende ich meine Radtour. FAZIT: Ich komme zu dem Schluss, dass die Stadtverordneten gut daran taten, sich mit dem Thema Mainufer zu befassen.

(sas)
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