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Höchster Klinikum: Der neue Klinik-Chef setzt auf Endoskopie

Von Stabwechsel an der Klinik für Innere Medizin 2 am Höchster Klinikum: Privatdozent Dr. Hendrik Manner übernimmt die Nachfolge von Professor Dr. Klaus Haag. Manner möchte moderne, endoskopische Verfahren etablieren und weiterentwickeln.
Dr. Hendrik Manner leitet seit gut zwei Wochen die Klinik für Innere Medizin 2 am Klinikum Höchst. Er will weiter schonende Verfahren bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts etablieren. Foto: Maik Reuß Dr. Hendrik Manner leitet seit gut zwei Wochen die Klinik für Innere Medizin 2 am Klinikum Höchst. Er will weiter schonende Verfahren bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts etablieren.
Höchst. 

Dr. Hendrik Manner sitzt in seinem neuen Büro im sechsten Stockwerk des Klinikums Höchst. Noch ist der Raum mit den Möbeln seines Vorgängers, Professor Dr. Klaus Haag, eingerichtet, der mehr als 20 Jahre lang die Klinik für Innere Medizin 2 leitete und sich zum Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet hat. Die Abteilung ist ausgewiesenes Zentrum für Gastroenterologie, Hepatologie und interventionelle Endoskopie. Mit Letzterem werden spezielle Verfahren bezeichnet, die eine klassische Operation ersetzen. Weitere Schwerpunkte sind Diabetologie, Infektiologie und die allgemeine Innere Medizin.

Vor gut zwei Wochen trat Manner die Nachfolge von Haag an. Der Privatdozent (44) ist ein international anerkannter Experte für die endoskopische Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. „Ich trete mit Stolz in große Fußstapfen“, sagt Manner. Sein Vorgänger Haag hat in den mehr als zwei Jahrzehnten seiner Tätigkeit am Klinikum Höchst bedeutende Spuren hinterlassen, die über seine aktive Laufbahn weiter im Sinne der Patienten im Klinikalltag wirken werden. Er ist Mitgründer der zertifizierten Darmkrebs-, Bauchspeicheldrüsenkrebs- und Leberzentren, die aus einer engen Kooperation zwischen der Klinik für Innere Medizin 2 und der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie entstanden sind und in dieser Zusammenarbeit geführt werden.

Zu den Stärken von Professor Haag zählte unter anderem ein spezielles Verfahren mit der Bezeichnung TIPS, mit dem Stents in der Leber gesetzt werden. Als Stent wird eine Gefäßstütze bezeichnet, die bei verengten Adern und Venen den Durchfluss des Blutes erleichtern soll. Als Spezialist für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts bringt Manner neue schonende Verfahren mit in den Klinikalltag ein, mit denen eine nebenwirkungsarme Entfernung früher, bösartiger Veränderungen beispielsweise in der Speiseröhre ermöglicht werden soll. Statt den Patienten aufzuschneiden, erfolgen diese Entfernungen endoskopisch, also über den Mund. Unter einer Endoskopie versteht man allgemein eine Spiegelung etwa des Magens oder des Darms mittels Sonde.

Muskeln durchtrennen

„Bei den Verfahren wird organerhaltend gearbeitet, das bösartige Gewebe mit speziellen Instrumenten abgetragen“, erklärt der Mediziner. Bereits nach einer Woche habe er mit diesem Verfahren eine erste endoskopische Resektion durchgeführt, bei der ein früher Krebs in der Speiseröhre abgetragen worden sei, wie er erzählt. Zu den weiteren schonenden Verfahren, die Manner mit am Klinikum installieren möchte, gehört auch die Myotomie. Hiermit können Muskeln gezielt operativ durchtrennt werden. Der Mediziner möchte generell als einen seiner Schwerpunkte moderne, endoskopische Verfahren am Klinikum Höchst etablieren und weiterentwickeln.

In den von Professor Haag in Zusammenarbeit mit dem Chefarzt der Viszeralchirurgie, Professor Matthias Schwarzbach, initiierten und zertifizierten Zentren im Bereich Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm sieht Manner einen weiteren wichtigen Schwerpunkt seiner neuen Tätigkeit. Die Behandlung von Patienten stehe in enger Abstimmung mit Professor Schwarzbach und anderen Abteilungen des Klinikums.

Sprechstunden anbieten

Diese Zusammenarbeit möchte der 44-Jährige stärken und voranbringen, und dabei hat er nicht nur die Abteilungen im Klinikum Höchst im Blick: Es soll auch eine Kooperation mit Professor Clemens Jaeger, Leiter der Medizinischen Klinik 2 der Main-Taunus-Kliniken, erfolgen, mit denen Höchst im Klinik-Verbund ist. Außerdem möchte Manner in diesen Prozess die niedergelassenen Ärzte eng mit einbinden und sich stärker mit ihnen vernetzen. Allgemeine gastroenterologische Spezialsprechstunden für Patienten zu Themen wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Bauchspeicheldrüse sollen ebenfalls angeboten werden.

Manner hat an den Universitäten Kiel, Freiburg und Innsbruck studiert und seine klinische Ausbildung an den Städtischen Kliniken in München begonnen. Er wechselte im Jahr 2002 an die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) Wiesbaden. Viele Jahre war er dort als Oberarzt tätig und habilitierte über die Universitätsmedizin Mainz. Manner lebt in Wiesbaden, hat Höchst aber bereits für sich entdeckt. „Das Krankenhaus hat im Stadtteil eine lange Tradition, die Altstadt ist sehr schön und Höchst befindet sich im Wandel“, beschreibt er seine Eindrücke. Wenn er Freizeit habe, sei er als begeisterter Rad- und Skifahrer am liebsten in der Natur.

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