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Ein Computer, der kranke Kinder versteht

Ein Sprachcomputer kann Kranken oder durch Unfall Verletzten manchmal wertvolle Dienste leisten. Aber er ist auch sehr teuer. Ein Fall für die Leberecht-Stiftung . . .
Bewunderten den Sprachcomputer: (v.l.) Christina Antes (Leberecht-Stiftung), Pascal di Prima, Dr. Angelika Rothmayr, Martina Ott und Bernt Gach.	Foto: Rüffer Bewunderten den Sprachcomputer: (v.l.) Christina Antes (Leberecht-Stiftung), Pascal di Prima, Dr. Angelika Rothmayr, Martina Ott und Bernt Gach. Foto: Rüffer
Frankfurt. 

Der Sprachcomputer Tobi-i piept leise, er ist bereit. Konzentriert betrachtet Martina Ott Symbole auf dem Bildschirm – drei Gesichter. "Wie viele siehst du?", fragt eine sanfte Stimme aus den Lautsprechern. Ott bewegt sich nicht. Nur ihre Augen huschen zu einem Viereck mit einer großen "3" darauf. Ihr Blick verweilt, der Computer rechnet ihn in eine Antwort um. "Richtig", lobt er.

Ott und ihre Kollegen der Anwaltssozietät Clifford Chance nicken beeindruckt: Es ist das erste Mal, dass sie ihre Spende in Aktion sehen. Der Computer ist für die Heinrich-Hoffmann-Schule. Die Leberecht-Stiftung der Frankfurter Neuen Presse hat die Spender an die Einrichtung vermittelt.

Tobi-i ist ein 12 322 Euro teures Sprachausgabegerät. Es hilft Menschen, die durch Krankheit oder Unfall ihr Sprachvermögen verloren haben, sich anderen mitzuteilen. Das geht per Touchscreen oder per Augensteuerung. Eine kleine Kamera zeichnet die Bewegung der Iris auf und setzt sie auf dem Bildschirm um. Ruht der Blick auf einem Bild oder einem Buchstaben auf der digitalen Tastatur, entspricht das einem Mausklick oder Tastendruck mit einem normalen Computer.

Angelika Rothmayr ist die Freude über Tobi-i anzumerken. Sie arbeitet an der Heinrich-Hoffmann-Schule, die Kinder und Jugendliche vor allem in Hospitalen betreut. Rothmayr hilft jungen Menschen, die nicht sprechen können, sich mitzuteilen. Und sie diagnostiziert mit Tobi-i, ob ein Kind ein Sprachausgabegerät benutzen kann. Ist das der Fall, stellt sie mit den Eltern bei der Krankenkasse einen Antrag auf ein eigenes Exemplar.

"Solch ein Gerät ist eine Befreiung für die Kinder. Einmal wurde ich zu einem vierjährigen Jungen gerufen, dessen Sprachzentrum geschädigt war. Er schrie ständig, weil er weder verstanden wurde noch sich ausdrücken konnte. Ich brachte ihm den Umgang mit Tobi-i bei. Plötzlich konnte er durch Blicke seine Wünsche deutlich machen. Er war so glücklich."

Auch die Clifford-Chance-Mitarbeiter sind begeistert. "Wir freuen uns, helfen zu können", sagt Sprecherin Jennifer Marquardt. "Wir lassen einmal im Jahr unsere Mitarbeiter entscheiden, an wen eine große Summe gespendet wird. Die Wahl fiel auf Leberecht. Gemeinsam mit der Stiftung suchten wir dann die Heinrich-Hoffmann-Schule aus."

Auf eine ihrer Schützlinge ist Rothmayr besonders stolz. Schülerin Sabina ist an den Rollstuhl gefesselt, kann sich kaum bewegen. "Mit dem Sprachcomputer kann sie zeigen, was in ihr steckt", erzählt Rothmayr und zeigt einen Film. Sabina lacht in die Kamera und lässt per Computerstimme deutlich vernehmen, dass sie Bücher cool findet, sich gern vorlesen lässt und mit einer neuen Wasserflasche besser trinken kann." Rothmayer strahlt in die Runde: "Hätten Sie das von ihr gedacht?"jro

(jro)
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