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Hohe Nachfrage: Fehlendes Bauland: Hofheim wächst nur langsam

Von In den vergangenen drei Jahren wurden in Hofheim 139 Baugenehmigungen erteilt. Viel zu wenig, um die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum zu befriedigen. Dazu kommt, dass in mehr als der Hälfte der Wohnungen nur eine Person lebt.
Am Kapellenberg und am Rosenberg lässt sich beobachten, dass dort, wo ein Einfamilienhaus mit größerem Garten stand, nach einem Besitzerwechsel häufig der Abriss erfolgt und ein wesentlich größerer Neubau entsteht. Foto: Maik Reuß Am Kapellenberg und am Rosenberg lässt sich beobachten, dass dort, wo ein Einfamilienhaus mit größerem Garten stand, nach einem Besitzerwechsel häufig der Abriss erfolgt und ein wesentlich größerer Neubau entsteht.
Main-Taunus. 

In Hofheim wohnen – das ist der Traum vieler Menschen. Auch die IHK hat die Kreisstadt gerade wieder zum „ausgezeichneten Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ gekürt, weil sie ihren Einwohnern viel zu bieten hat. Mehr als 1000 Personen suchen derzeit allein über die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft eine Bleibe. Banken und Makler fragen offensiv per Plakatwerbung oder Postwurfsendung: „Wollen Sie Ihre Immobilie verkaufen?“

Nur Langenhain hat ein Minus in der Einwohnerzahl

Hofheim hat aktuell 40 460 Einwohner. Davon haben ihren Hauptwohnsitz in der Kreisstadt 40 106 Personen. Am stärksten gewachsen sind in den vergangenen drei Jahren die Ortsteile Wallau (von 4345

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Tatsächlich waren die Zeiten nie günstiger, denn die Preise sind exorbitant. Ein Grund: Die Kreisstadt hat kaum noch freies Bauland zu bieten. Daher ist in den vergangenen Jahren schon eine ganze Menge nachverdichtet worden. Am Kapellenberg und am Rosenberg lässt sich das gut beobachten. Wo ein Einfamilienhaus mit größerem Garten stand, folgt nach einem Besitzerwechsel häufig der Abriss und ein deutlich mehr Platz bietender Neubau. Nicht selten wird aber nur ein altes durch ein größeres neues Einfamilienhaus ersetzt.

139 Genehmigungen

Der Main-Taunus-Kreis hat laut Auskunft von Pressesprecher Johannes Latsch in den Jahren 2015 bis 2017 insgesamt 139 Baugenehmigungen für Wohnimmobilien in Hofheim erteilt. Knapp die Hälfte davon, 68 genau, waren für Einfamilienhäuser. In 26 Fällen betraf die Genehmigung Zwei- und Mehrfamilienhäuser, 45 Mal waren Umbauten oder Anbauten Grund für den Bauantrag.

Die Einwohnerzahl der Kreisstadt ist im selben Zeitraum um 957 Personen gewachsen. Allerdings wurden in dieser Zeit auch rund 400 Flüchtlinge aufgenommen, die großenteils in Gemeinschaftsunterkünften leben. Das relativiert das Wachstum. Und ausgerechnet in Langenhain, das in den vergangenen Jahren mit „Südlich zu den Eichen“ noch ein relativ großes Baugebiet vorweisen konnte, ist die Einwohnerzahl sogar rückläufig.

Denn nicht nur die geringe Bautätigkeit und die für viele kaum noch erschwinglichen Preise führen dazu, dass die Stadt relativ wenig wächst. Einen Anteil daran haben auch gesellschaftliche Entwicklungen wie der demografische Wandel und die ungebrochene Zunahme von Single-Haushalten. Laut statistischem Bundesamt liegt ihr Anteil in Deutschland bei 41 Prozent. In Hofheim lebt nach Auskunft der Stadtverwaltung in 13 280 der 24 142 Haushalte nur eine Person, das sind sogar 55 Prozent.

Im Bundesschnitt steigt zudem die Wohnfläche pro Person: 2000 lag sie bei 39,5 Quadratmetern, 2016 waren es 46,5 Quadratmeter. Auch für Torsten Gunnemann, Geschäftsführer des Caritasverbands Main-Taunus, gehört das zu den Erklärungen, warum immer noch mehr Wohnraum gebraucht wird, erst recht im Ballungsraum, in den zusätzlich von außen viele drängen. Dabei fehlt es vor allem an Wohnungen, die sich auch Menschen mit kleinen bis hin zu mittleren Einkommen leisten können. Der Caritasverband, der sich in diesem Jahr Wohnen zum Schwerpunkt-Thema gemacht hat, will mit mehreren Aktionen auf die Probleme hinweisen und neue Wohnformen propagieren. „Sich intergenerationell zusammenfinden“, so Gunnemann, könnte ein Ansatz sein und nennt als Beispiel die verwitwete Seniorin, die in ihr Haus einen Studenten zur Untermiete aufnimmt. Oder die ihr Haus für eine Familie frei macht, weil ihr eine attraktive Alternative geboten wird.

„Viel Geld da“

Makler Ralf Weber hat solche Kunden, sagt aber, dem Wunsch nach neuwertigen 80 Quadratmetern auf einer Etage mit Aufzug im Haus stehe kaum ein Angebot gegenüber. Für ihn ist der Mangel an bebaubaren Flächen aber Hauptgrund dafür, dass die Kreisstadt nicht so wächst wie etwa Hattersheim, das in fünf Jahren 2000 Einwohner hinzugewonnen hat. „Viel Geld ist da“, so Webers Erfahrung. Es fehle einfach nur an Immobilien, in die es investiert werden könne.

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