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Neue Kita in Schwalbach: Kita-Kinder und Senioren unter einem Dach

Von Ein ungewöhnliches Projekt hat seinen Standort gefunden: Kita-Kinder und Senioren befinden sich in Schwalbach unter einem Dach. Was fehlt, ist noch ein Name für das gemeinsame Haus.
Die Seniorinnen Christa Rosar (von links, hinten) und Waltraut Port basteln  und spielen mit den Kitakindern. Foto: Hans Nietner Die Seniorinnen Christa Rosar (von links, hinten) und Waltraut Port basteln und spielen mit den Kitakindern.
Schwalbach/Sulzbach. 

Christa Rosar ist 78 Jahre alt, die kleine Reem aus Syrien ist erst vier. Intensiv sind die beiden in das gemeinsame Spiel mit einer Puppe und anderen Utensilien vertieft. Obwohl sie der große Altersunterschied – vermeintlich – trennt, mögen und verstehen sich die beiden auf Anhieb. Auch bei der 81-jährigen Waltraud Port krabbelt Reem ohne Scheu auf den Schoß und kuschelt sich an sie. Solche Begegnungen wird es hier jetzt wohl täglich geben: Denn die neue Kindertagesstätte im Evangelischen Verein für Innere Mission (Evim) im Seniorenzentrum Schwalbach/Sulzbach am Europaring ist jetzt eröffnet worden.

„In Hessen hat die Einrichtung Modellcharakter, da erstmals alt und jung unter einem Dach im selben Gebäude betreut werden, und da Begegnungen zwischen den Generationen zum Kern des Kita-Konzeptes gehören“, betonen Evim-Bildung-Geschäftsführer Gerhard Kopplow und Ilka Müller, Prokuristin der Evim-Altenhilfe.

Keinerlei Klagen

Die Evim-Bildung ist Trägerin der ungewöhnlichen Kita. Den Umbau des ehemaligen Tagespflegebereichs des Seniorenzentrums zu einer Kita hat die Stadt Schwalbach mit 220 000 Euro finanziert, zusätzliche 50 000 Euro hat die Evim beigesteuert. Die Stadt übernimmt künftig auch die Betriebskosten der Kita, in der rund 50 Plätze (zwei Gruppen) für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt vorhanden sind. Ilka Müller hat das Projekt als frühere Leiterin des Seniorenzentrums noch mit angeschoben. Ihr Nachfolger, Seniorenzentrumsleiter Viktor Derr, betont, während der Umbauzeit habe es keinerlei Klagen der 80 Bewohner gegeben. Auch jetzt überwiegt die Neugier der betagten Bewohner die vereinzelte Skepsis unter ihnen.

Eine Bereicherung

„Es passiert, was wir uns erhofft hatten, viele Senioren kommen von sich aus in den Kita-Räumen vorbei. Der Kontakt zwischen ihnen und den Kindern ergibt sich ganz von selbst“, sagt Judith Piller-Hilmer – die Schwalbacherin wird die neue Kita leiten. „Frau Piller-Hilmer ist uns schon als Erzieherin aus unseren städtischen Kitas bekannt, und so wissen wir die neue Kita in guten Händen“, betont Bürgermeisterin Christiane Augsburger. Waltraud Port und Christa Rosar bestätigen den Eindruck der Kita-Leiterin. „Wir empfinden es als Bereicherung die Kinder hier bei uns zu haben. Vielleicht können wir ihnen ja das eine oder andere beibringen“, sagen die beiden Damen, die selbst Großmütter sind. „Auch die Kinder profitieren von dem Austausch mit den Älteren“, ist sich Piller-Hilmer sicher. „Die Begegnungen zwischen den Generationen sind freiwillig. Neben den spontanen Kontakten bieten wir auch feste Treffen an, bei denen alt und jung zusammen spielen, singen, Bilderbücher lesen und vieles mehr zusammen machen können“, sagt Piller-Hilmer.

Auf 363 Quadratmetern sind helle Räume für die Kita entstanden, die als Lernwerkstätten konzipiert sind. Dazu gehört auch ein großer Bewegungsraum und ein Speiseraum sowie ein kleines Außengelände. Innerhalb der Kita gibt es keine Türen, nur offene Durchgänge. Sieben Erzieherinnen werden die Kinder betreuen. Zur Eingewöhnung sind vorerst nur acht Kinder da, 15 Plätze sind schon vergeben. „Für den Rest gibt es Anfragen. Wir werden bald voll sein“, prophezeit Gerhard Kopplow. Eins gibt es aber noch zu tun: Kinder und Senioren sollen sich einen Namen für die neue Kita ausdenken.

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