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Leberecht sagt Dankeschön

Redaktionsleiter Kajo Schmidt (l.) und Redaktionssekretärin Doris Preusche nehmen von Tomas Stumpe die Leberecht-Wutz in Empfang. Redaktionsleiter Kajo Schmidt (l.) und Redaktionssekretärin Doris Preusche nehmen von Tomas Stumpe die Leberecht-Wutz in Empfang.

Als er vor 34 Jahren mit der Diagnose Multiple Sklerose konfrontiert wurde, habe ihm der Arzt gesagt: „In fünf Jahren sitzen Sie im Rollstuhl, in zehn Jahren sind Sie tot.“ Der Schock saß tief, doch Tomas Stumpe kämpfte gegen die unheilbare Krankheit, schluckte Medikamente, ließ und lässt Chemotherapien über sich ergehen, erleidet schubweise Rückschläge und ist inzwischen beim Laufen auf einen Rollator angewiesen – doch seinen Optimismus lässt er sich nicht nehmen. Ende September konnte der Niederhofheimer („Ich bin kein Liederbacher!“, lacht er) seinen 60. Geburtstag feiern. In fröhlicher Runde mit Freunden im Hofheimer Café Tass war das. Mitbringen ließ sich Stumpe ein großes Sparschwein der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung, die sich um benachteiligte und behinderte Kinder in der Region kümmert. „Lieber eine Spende statt Geschenke“ – darum hatte Tomas Stumpe seine Gäste gebeten. 280 Euro kamen zusammen, die er jetzt in der Redaktion des Kreisblatts in Hofheim überreichte. „So weit es geht, engagiere ich mich noch“, sagte Stumpe, der als treuer und kritischer Leser des Kreisblatts die Spende in guten Händen weiß. Das Geld kommt ohne jegliche Abzüge für Werbung oder Verwaltung den bedürftigen Kindern zugute.

Geboren wurde Tomas Stumpe 1954 im „Asyl“ in Höchst, wie das damalige firmeneigene Wöchnerinnenheim der Farbwerke hieß. Mit elf Jahren zog der Bub nach Kriftel. Einer Lehre zum Schriftsetzer schloss sich eine Zeit beim Militär an. Danach ging es zurück in den Beruf, ehe er sich als DJ und schließlich als Kulturchef im inzwischen geschlossenen Café Flot in Hofheim seine Brötchen verdiente. Nach der Diagnose MS arbeitete Stumpe schließlich noch neun Jahre als Koch im Café Tass – bis es nicht mehr ging. Schon lange lebt er in seinem Elternhaus in Niederhofheim, genießt aber nahezu täglich seinen Kaffee im Tass neben dem Hofheimer Stadtmuseum, wo er Freunde trifft und zur Physiotherapie in die nahe gelegene Hauptstraße aufbricht. „Ich hab’ mich schon immer als eine Art Entwicklungshelfer für Hofheim empfunden“, scherzt der 60-Jährige, dem die unbändige Freude am Leben ins Gesicht geschrieben steht, auch wenn es Tage gibt, an denen er wegen der Schmerzen gar nicht aufstehen möchte. Aber ein Tomas Stumpe gibt nicht auf.

(kajo)
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