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Beengte Situation: Lorsbacher Kita braucht dringend Räumlichkeiten

Von Beengt ist die Situation in der Lorsbacher Kindertagesstätte schon lange, aber die Lage wird immer schlimmer. Der Ortsbeirat verlangt, dass endlich etwas passiert.
Der Kindergarten nutzt bereits Räume der Altentagesstätte fürs Turnen – doch das reicht nicht mehr aus. Foto: Knapp Der Kindergarten nutzt bereits Räume der Altentagesstätte fürs Turnen – doch das reicht nicht mehr aus.
Lorsbach. 

100 Plätze hat die Kindertagesstätte in Lorsbach, die von der evangelischen Kirchengemeinde betrieben wird. 70 davon sind Ganztagsplätze, 70 Kinder können also in der Einrichtung essen. Das reicht aber nicht mehr aus. „Alle neuen Kinder werden für einen Ganztagsplatz angemeldet“, berichtete Sabine Träxler, die Leiterin der Einrichtung, im Lorsbacher Ortsbeirat. 86 Ganztagsplätze braucht sie demnächst, mindestens. „Ich habe die ganzen Anmeldungen da liegen und weiß nicht, was ich machen soll“, sagt sie.

Nun ist es keineswegs so, dass nur 16 Ganztagsplätze fehlen und es sonst keine Engpässe gebe. Schon jetzt essen die Kinder teils nacheinander, teils auf dem Flur. Als Bewegungsraum wird der Saal des Gemeindezentrums genutzt, der aber auch von Vereinen und anderen gebraucht wird. Also müssen die Turngeräte immer wieder weggeräumt werden. In neueren Kindertagesstätten gebe es für jeden Raum einen Nebenraum, damit die Kindern sich auch einmal in einer kleinen Gruppe zurück ziehen können, in Lorsbach gibt es das nicht. Auch ein Werkraum fehlt – ausgeschlossen, dass etwas gebastelt wird, was zum Trocknen stehen bleiben muss.

Bücherei als Übergang ?

Traxler: „Eigentlich brauche ich einen neuen Kindergarten.“ Selbst wenn ein solcher Beschluss gleich fallen sollte, würde dies bei dem aktuellen Problem der neuen Ganztagskinder auch nicht helfen. Eine Übergangslösung soll her, beschloss auch der Ortsbeirat. Mit den anderen Nutzern verschiedener Räume des Gemeindezentrums sollten Gespräche geführt werden. Die Kindergartenleiterin hat dabei die Bücherei im Blick, für die aus ihrer Sicht sicher ein neues Domizil gefunden werden könnte. „Ich liebe Bücher, aber Kinder liebe ich noch mehr“, sagt sie. Silke Niedernhöfer erinnerte daran, dass auch Räume in dem Gebäudekomplex vermietet seien, womöglich müsse dem Kindergarten nun Priorität eingeräumt werden.

Bernd Hausmann (Linke) wiederum sprach davon, dass der Löwensaal gar nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werde. Er schlug vor, alle Aktivitäten aus dem Gemeindesaal in den Löwensaal zu verlegen, die Nutzungen des Erdgeschosses des Gemeindezentrums ins Obergeschoss zu verlagern und das Erdgeschoss dem Kindergarten zuzuschlagen. Der Ortsbeirat überließ es allerdings dem Magistrat, in welche Richtung er weiter denkt. Wichtig ist dem Ortsbeirat, dass es kurzfristig wenigstens eine Übergangslösung gibt. Ein wenig Kritik am Magistrat gab es schon. „Es wurde von der Stadt immer gesagt, es sei genug Platz, aber das hat nicht gestimmt“, so Dieter Kugelmann (CDU). „Mich stört das schon seit zehn Jahren“, so Ortsvorsteher Erwin Zeitz. „Es gibt fertige Pläne für einen Anbau, aber die liegen in der Schublade.“

Damit hat Zeitz recht, ungefähr wenigstens. Eine Machbarkeitsstudie hatte vor Jahren aufgezeigt, wie der Kindergarten erweitert werden könnte. Im Jahre 2010 hieß es aber, wegen der angespannten Haushaltssituation sei das Geld dafür nicht da. Von 800 000 Euro war damals die Rede.

Hilft nur ein Neubau?

Ganz so angespannt ist die finanzielle Situation inzwischen nicht mehr. „Im Endeffekt hilft nur ein Neubau“, erklärte CDU-Mann Dieter Kugelmann. Beschlossen wurde, dass neben der kurzfristigen Lösung auch noch ein Konzept erarbeitet werden soll, wie die Raumnot in der Einrichtung behoben werden könne.

Dass gar nichts passiert ist, kann allerdings auch nicht gesagt werden. 2011 wurden sowohl in der Altentagesstätte im Erdgeschoss als auch im Saal im ersten Stock Veränderungen vorgenommen, die es überhaupt erst ermöglichen, dass der Kindergarten diese Räume nutzen kann.

Im vergangenen Sommer wurde dann der ehemalige Jugendraum dem Kindergarten zugeschlagen, der ihn allerdings nur als Personalraum nutzen kann – wegen der abgelegenen Situation ist das auch keine praktische Lösung. Wie es im Ortsbeirat noch hieß, gibt es die Zusage, dass der Fußboden in der Einrichtung ausgetauscht wird, zum Teil ist das auch schon geschehen. Nur: Zusätzliche Ganztagsplätze bringt auch ein neuer Fußboden nicht.

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