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Holzverkauf: Milder Winter macht den Förstern große Probleme

Von Der Holzverkauf bleibt weit hinter den Erwartungen der Stadt zurück. Statt Gewinn zu machen, müssen 110 000 Euro für die Unterhaltung des Waldes draufgelegt werden.
Förster Karlheinz Kollmannsberger, hier in Aktion im Stadtwald, legte dem Umweltausschuss jetzt seine Kalkulation für das Jahr 2017/2018 vor. Foto: Knapp Förster Karlheinz Kollmannsberger, hier in Aktion im Stadtwald, legte dem Umweltausschuss jetzt seine Kalkulation für das Jahr 2017/2018 vor.
Hofheim. 

Die Waldarbeiter und die beauftragten Unternehmer hinken gehörig hinterher. 8418 Festmeter Holz – das sind genau so viele Kubikmeter – sollten im vergangenen Jahr geerntet werden, nur knapp 5000 Kubikmeter wurden erledigt. Dementsprechend wurden auch erst 270 000 Euro aus dem Holzverkauf eingenommen, kalkuliert waren 450 000 Euro. Diese Zahlen hatte Hofheims Revierförster Karlheinz Kollmansberger in den Umweltausschuss mitgebracht.

Beraten wird gerade über den Forstwirtschaftsplan für 2018, aber haarscharf mit dem 31. Dezember lassen sich die Jahre forstwirtschaftlich gar nicht voneinander abtrennen. Geerntet wird im Winter, über den Jahreswechsel hinweg. Und der Winter 2017/18 ist bisher weitgehend ausgeblieben. Ohne Frost ist der Boden durchweicht, das Holz kann zwar geschlagen, aber nicht abtransportiert werden. Und so liegen derzeit fast 3000 Festmeter abgesägter Bäume im Wald.

Gerade in Hofheim vermeiden es die Förster nach den aufgeregten Diskussionen der vergangenen Jahre, den Boden durch Holztransporte zu sehr aufzuwühlen. Unter anderem wegen dieser Diskussionen waren die Stadt als Waldbesitzer und das Forstamt auch bei der Ernte über Jahre sehr zurückhaltend, weshalb man eigentlich jährlich jetzt über 12 000 Festmeter ernten müsste, um den Rückstand aufzuholen. Da dies aber kaum zu schaffen sei, wird der aktuell geltende Zehnjahresplan am Ende nicht ganz erfüllt.

Der seit einigen Tagen herrschende Frost hat bei den Förstern nun die Hoffnung geweckt, in den nächsten Tagen endlich mit dem Abtransport des Holzes beginnen zu können. Sinnvoll wäre das auch, weil die Holzpreise gerade sehr hoch sind, sich also ordentliche Einnahmen erzielen lassen. „Die Sägewerke kriegen gerade ein Problem“, weiß Erster Stadtrat Wolfgang Exner zu berichten, dass die Situation, die ja nicht nur in Hofheim so ist, Folgen hat.

Wege in Ordnung halten

Speziell in Hofheim, vergleichbar sicher mit anderen Kommunen am Taunusrand, ist aber, dass sehr viel Geld dafür ausgegeben wird, dass der Wald von vielen Spaziergängern, Wanderern, Reitern, Mountainbikern, Joggern und anderen genutzt wird, die dort ihre Freizeit gestalten. Vor allem gibt es mehr Wege, die in Ordnung gehalten werden müssen. Zur Zeit beispielsweise werden Gräben entlang der Wege frei gemacht, damit das Wasser abfließt. „Wenn es einmal über den Weg läuft, muss der neu gemacht werden“, sagt der Förster.

Und so kommt es, dass die Stadt in diesem Jahr mit ihrem Wald nicht nur keinen Gewinn macht, sondern rund 110 000 Euro drauflegen muss. Ganz genau vorhersagen lässt sich dies nicht, schon wegen der Unwägbarkeiten des Wetters und den Schwankungen auf dem Holzmarkt. Aber der Wald bleibt ein Zuschussgeschäft, und das ist auch unumstritten. Der Umweltausschuss stimmte dem Forstwirtschaftsplan nämlich einmütig zu.

Das Defizit hat aber auch damit zu tun, dass sich der Förster in diesem Jahr vor allem um die jüngeren Eichen- und Buchenbestände kümmern möchte. Die Bäume brauchen Platz und Licht, um sich gut zu entwickeln, da fällt jedes Jahr ins Gewicht. Weil sich ein gewisser Nachholbedarf ergeben hat, konzentrieren sich die Arbeiten darauf, ältere Bäume dagegen bleiben stehen. Der Nachteil dabei ist, dass dies einen hohen Aufwand bei eher geringen Erträgen bedeutet.

Pferde im Einsatz

Kollmannsberger berichtete noch von mehreren Neuerungen im Stadtwald. So wurden 2017 erstmals Weißtannen gepflanzt, eine heimische Art, die mit dem Klimawandel besser zurecht kommt als die Fichten. Dies soll 2018 fortgesetzt werden. Ebenfalls neu in diesem Jahr ist der Einsatz von Fahrzeugen, die pro Achse nicht zwei, sondern vier Räder haben. Dadurch wird das Gewicht besser verteilt und der Boden weniger in Mitleidenschaft gezogen. Zur Schonung des Bodens werden auch mehr Pferde beim Holzrücken eingesetzt. Dies hat aber Grenzen. Mit einem Pferd kann man höchstens ein Gewicht von 0,3 Festmetern wegschaffen, ein großer Buchenstamm aber hat bis zu vier Festmeter. Ohne Maschinen geht es also nicht.

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