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Projekte im Ausland, die profitabel und sinnvoll sind

Mit Kai Zobel haben Lehrkräfte darüber gesprochen, inwieweit das Auslandsgeschäft für die Fraport AG interessant ist
Kai Zobel Kai Zobel
Frankfurt. 

Mit Fraport verbinden noch nicht alle Leute auch internationale Tätigkeiten, sagt Kai Zobel, verantwortlich für Reporting und Controlling innerhalb der Abteilung, die für das Auslandsgeschäft der Fraport AG zuständig ist. Tatsächlich aber erlöst Fraport einen nicht unerheblichen Teil seiner Erträge im internationalen Geschäft.

Ende 2016 wird die Fraport AG im Ausland bei rund 30 Flughäfen mitmischen. Bis dahin sollen auch 14 regionale griechische Flughäfen zur Fraport-Familie gehören, unter anderem auf den Inseln Samos, Santorini und Kos. Erst im Jahr 2014 hat die Fraport AG den Flughafen Ljubljana erworben, seit 2010 besitzt sie 35,5 Prozent des Flughafens St. Petersburg.

Schon in den vergangenen zehn Jahren zählte Antalya zu den profitabelsten Flughäfen. Seit 1999 ist die Fraport dort engagiert und hält aktuell 50 Prozent der Anteile. Aufgrund des momentan angespannten Verhältnisses zwischen Russland und der Türkei stehe man dort in 2016 vor großen Herausforderungen, die sich negativ auf die Profitabilität auswirken könnten. Hintergrund: Die russische Regierung möchte momentan nicht, dass die Türkei angeflogen wird.

Grundsätzlich können politische, steuerliche, rechtliche Rahmenbedingungen und Währungsschwankungen den Gewinn beeinflussen.

Der Flughafen Antalya hatte im vergangenen Jahr gut 5 Millionen Passagiere aus Russland, die zu den einkaufsfreudigsten Reisenden zählen, stellt Kai Zobel fest. Das, was Passagiere am Flughafen ausgeben, ist nicht zu unterschätzen. Grob gesagt kann man feststellen: Fast die Hälfte des operativen Ergebnisses läuft über die Vermietung von Geschäften, Restaurants und über die Duty-Free-Läden, knapp ein Drittel über den laufenden Flugverkehr. Weniger Ergebnis gibt es bei den Bodenverkehrsdiensten.

Warum engagiert sich ein Unternehmen wie die Fraport AG im Ausland, wenn man mit Unwägbarkeiten rechnen muss? „Die Fraport AG verspricht sich davon die Erschließung neuer profitabler Märkte. Das Unternehmen bewirbt sich immer wieder um Beteiligung und Betriebskonzessionen für Flughäfen. Dabei schickt sie auch Experten dorthin, um die Entwicklungsmöglichkeiten zu erkunden“, erklärt Zobel. Auf Basis verschiedener Informationen wird ein Businessplan entwickelt und gegebenenfalls ein Angebot abgegeben. „Wir schauen uns unter anderem an, wann und in welcher Höhe mit Ausschüttungen zu rechnen ist“, erläutert Zobel ein Kriterium für eine Bewerbung. Mögliche Risiken müssen entsprechend berücksichtigt werden. Die Fraport AG ist bei geringen Risiken eher bereit mehr zu zahlen, als bei einem hohen Projektrisiko.

Finanziert werden diese Neuerwerbungen durch Eigenkapital und Kredite. Politische Risiken können hierbei unter Umständen durch Direkt-Investitionsgarantien des Bundes abgesichert werden, erklärt Zobel. Selbst bei negativen Ereignissen in einzelnen ausländischen Beteiligungen hielten sich die Auswirkungen auf den Standort Frankfurt in Grenzen. „Auch in der Zukunft soll das externe Geschäft wachsen, auch, um die Profitabilität zu steigern“, sagt Zobel.

Das Engagement im Ausland solle sowohl „profitabel als auch sinnvoll“ sein. „Wir wollen in Ländern unterwegs sein, die Wachstum versprechen. Wir gehen auf keinen Fall in Projekte, von denen wir nicht überzeugt sind“, ergänzt er. Man habe seine entsprechenden Vorgaben zu den zu erzielenden Renditen, die auch mögliche Risiken berücksichtigen. Auch die Ergebnisse aus dem Ausland trügen dazu bei, die Fraport AG insgesamt wettbewerbsfähig zu machen. Schließlich wolle die Fraport AG auch am eigenen Standort wachsen, Stichwort Terminal 3.

Michaela Bender, Susanne Cabal, Pamela Davies, Sylvia Handstein, Jana Hartmann, Katrin Heukäufer, Linda Küppers, Rebecca Mikoteit, Ulrike Reuss, Regina Schmack, Annette Schwartzkopff und Benjamin Tokmadzic

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