Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Vier Optionen: Schwierige Standortsuche für die neue Grundschule

Von Hattersheim braucht eine neue Grundschule. Wohin sie kommt, ist noch unklar.
Die Robinsonschule ist ausgelastet. Foto: Hans Nietner (Hans Nietner) Die Robinsonschule ist ausgelastet.
Hattersheim. 

Die Gespräche mit der Stadt Hattersheim verliefen „in einer sehr konstruktiven und kooperativen Atmosphäre“, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamtes auf eine Anfrage dieser Zeitung hin. Das klingt schon ein wenig so wie die Verlautbarungen der Fußballvereine zwei Tage vor der Entlassung eines Trainers. Und: „Es ist allerdings auch festzuhalten, dass komplexere Dinge wie diese ihre Zeit brauchen.“ Zusammengenommen kann man, wenn man sehr misstrauisch ist, das auch so lesen: Man ist sich nicht einig, und das wird auch noch eine Weile so bleiben.

Wäre dem tatsächlich so, dann käme eine Pressemitteilung der Hattersheimer SPD schon sehr überraschend. „Als Standort für eine neue Grundschule ist der Bereich südlich des Südrings in Höhe des Glockenwiesenweges vorgesehen“, erklären die Sozialdemokraten. Gut geeignet sei der, da aus der Siedlung und aus dem Neubaugebiet Schokoladenfabrik viele Schüler kommen können. Und: All die Schüler könnten dabei die viel kritisierte Fußgängerbrücke über den Schwarzbach nutzen.

Regenbogenschule voll

Doch kein Streit zwischen Stadt und Kreis? Hat es nie gegeben, sagt Bürgermeister Klaus Schindling. Und eine Entscheidung? Gibt es auch noch nicht, sagt der Rathauschef. Aber die Angelegenheit komme voran.

Warum überhaupt? Hattersheim ist erheblich gewachsen, nicht nur in Form des bereits erwähnten Quartiers Schokoladenfabrik. Weitere Wohnungen werden entstehen, zwischen diesem Viertel und der Voltastraße. Die Grundschulen aber sind voll. Die Regenbogenschule hat drei Klassen pro Jahrgang, und das soll so bleiben. In der Robinsonschule sind es fünf Klassen, und mehr sollen es nicht werden. Im Gegenteil, lieber wäre es den Planern, man könne die Schule auf vier Klassen beschränken. Dann wäre auch Platz für den Ausbau zur Ganztagsschule. Zehn Klassen dürften es vom Schuljahr 2021/22 aber werden, heißt es in einem Kreistagsbeschluss, mit dem der Schulentwicklungsplan geändert wurde. Der Kreis hat noch Ende des vergangenen Jahres weitere Vorbereitungen getroffen und die notwendigen Mittel in das – allerdings unverbindliche – Investitionsprogramm geschrieben. Demnach können von den 12,4 Millionen Euro 11,6 Millionen in den Jahren 2020 und 2021 verbaut werden, der Rest steht schon vorher zur Verfügung, etwa für die Planungskosten.

Südlich der Bahnlinie

Anfangs seien neun Standorte in der Prüfung gewesen, berichtet Bürgermeister Klaus Schindling. Geprüft werden eine ganze Reihe von Dingen, unter anderem ob große Kanäle im Weg liegen, ob die Erschließung gesichert werden könnte – Leitungen und Straßen sind gemeint – und ob die Grundeigentümer verkaufsbereit wären. Vier Grundstücke sind übrig geblieben, die all diese Kriterien erfüllen. Um welche es sich handelt, das wollte der Rathauschef nicht sagen. Der Kreis lege aber Wert darauf, dass die neue Schule südlich der Bahnlinie gebaut wird.

Noch im ersten Halbjahr des Jahres 2018 solle eine Entscheidung fallen, so Schindling. Das wäre auch im Sinne des Kreises, der möglichst bald mit dem Bau beginnen will; sicherheitshalber wurden 100 000 Euro in den Haushalt eingestellt, um Planungen, Gutachten und anderes bezahlen zu können. Abstimmen müssen sich Rathaus und Landratsamt auch, wenn das Grundstück ausgesucht ist - planen, bauen und bezahlen wird zwar der Kreis, der Bebauungsplan aber wird von der Stadt aufgestellt.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse